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Versicherungsbetrug: Briten erschleichen 50 Millionen im Urlaub

Versicherungsbetrug  

Britische Touristen erschleichen sich 50 Millionen Euro

09.05.2017, 13:24 Uhr | t-online.de, az

Versicherungsbetrug: Briten erschleichen 50 Millionen im Urlaub. Der Strand in Alcudia auf Mallorca ist ein beliebtes Reiseziel (Quelle: imago images/fossiphoto)

Der Strand in Alcudia auf Mallorca ist ein beliebtes Reiseziel (Quelle: fossiphoto/imago images)

Dieser Versicherungsbetrug hat allein im Jahr 2016 etwa 50 Millionen Euro gekostet: Britische Touristen haben mithilfe einer Masche die Kosten für ihren Urlaub erschlichen. Dazu fingierten sie Lebensmittelvergiftungen und ließen sich wegen Magen-Darm-Erkrankungen die Reisekosten von den Veranstaltern erstatten.

Das ist eine Abzocke in großem Stil: Britische Touristen lassen sich massenhaft das Geld für Ihre Urlaubsreisen von Hoteliers auf den Kanaren und Balearen auszahlen, wie der Focus berichtet.

Die Masche: Die Touristen behaupten, sich durch das Essen im Hotel eine Lebensmittelvergiftung zugezogen zu haben und fordern Schadensersatz wegen angeblicher Magen-Darm-Erkrankung.

Anstieg von Verdauungsbeschwerden um 700 Prozent

Die "Association of British Travel Agents" verzeichnete in zwei Jahren einen Anstieg von Magen-Darm-Krankheiten im Urlaub am Mittelmeer von 430 Prozent. Bei einigen Reiseagenturen ist die Entwicklung mit einem Plus von 700 Prozent noch drastischer, berichtet die Mallorca Zeitung.

Die Drahtzieher der Betrugsmasche sind Anwälte

Hinter den Tricks stecken jedoch im Regelfall nicht die Urlauber selbst. Der britische Reiseverband geht ebenso wie die spanische Tourismuswirtschaft davon aus, dass ausgebuffte Rechtsanwälte und selbsternannte Verbraucherschützer die Touristen anstacheln, um von der zurückerstatteten Summe den Löwenanteil von bis zu 90 Prozent selbst einzustreichen. Diese sogenannten Claims Management Companies erschwindeln so Entschädigungszahlungen von einigen Tausend Euro pro Klient.

Das Verbraucherschutzgesetz ermöglicht die Reklamationen

Das Verbraucherschutzgesetz in Großbritannien wurde 2012 reformiert und ist relativ kundenorientiert, doch genau das wurde nun für den Betrug ausgenutzt: Ein Beleg aus der Apotheke über den Kauf von rezeptfreien Magentabletten reicht oftmals als Beweis aus für eine Reklamation.

Durch Schaden könnten Hotelpreise steigen

Dieser massenhafte Durchfall-Trick bereitete der Hotelindustrie im Jahr 2016 einen Schaden von 50 Millionen Euro, wie eine Schätzung des mallorquinischen Hotel-Verbandes Fehm zeigt. Die Reiseagenturen und Hotels müssen den entstandenen Schaden durch höhere Preise wieder ausgleichen – das bedeutet einen tendenziell teureren Urlaub für alle.

Der Hoteliersverband prüft derzeit, wie er den Tricks der Touristen beikommen kann. "Die Taten einer Minderheit werden Auswirkungen auf die große Mehrzahl ehrlicher Leute haben, die für ihren Jahresurlaub hart arbeiten mussten", sagte Peter Fankhauser, Group Chief Executive Officer des Reisekonzerns Thomas Cook Group, der Welt am Sonntag.

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