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So viel Milliarden haben Krankenkassen Plus gemacht

"Spielräume im Sinne ihrer Versicherten nutzen"  

So viel Milliarden haben Krankenkassen Plus gemacht

06.12.2017, 13:15 Uhr | Reuters

So viel Milliarden haben Krankenkassen Plus gemacht. Taschenrechner neben Stethoskop (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/turk_stock_photographer)

Im gesamten Jahr 2016 betrug das Plus bei Krankenkassen 1,62 Milliarden Euro, das im laufenden Jahr bereits deutlich übertroffen wurde. (Quelle: turk_stock_photographer/Thinkstock by Getty-Images)

Die 113 gesetzlichen Krankenkassen haben in den ersten neun Monaten einen Überschuss von rund 2,52 Milliarden Euro erzielt. Die positive Entwicklung habe sich im Vergleich zum ersten Halbjahr weiter beschleunigt, teilte das Gesundheitsministerium mit.

Die Finanzreserven der Kassen hätten sich bis Ende September auf rund 18,6 Milliarden Euro erhöht. Die durchschnittliche Finanzreserve sämtlicher Kassen betrage jetzt knapp eine Monatsausgabe und liege damit fast vier Mal so hoch wie die gesetzlich vorgesehene Mindestreserve.

Die Einnahmen der Kassen stiegen um 4,2 Prozent und die Ausgaben um 3,7 Prozent. 2016 hatten die Kassen im ersten bis dritten Quartal einen Überschuss von rund 1,55 Milliarden Euro erwirtschaftet. Im Gesamtjahr betrug das Plus 1,62 Milliarden Euro, das im laufenden Jahr bereits deutlich übertroffen wurde.

"Spielräume im Sinne ihrer Versicherten nutzen"

Gesundheitsminister Hermann Gröhe sagte, mit den Finanzreserven hätten viele Krankenkassen gute Spielräume für hochwertige Leistungen bei attraktiven Beiträgen. "Es liegt nun in der Hand der einzelnen Krankenkassen, diese Spielräume im Sinne ihrer Versicherten zu nutzen", sagte der CDU-Politiker. Es sei richtig gewesen, den Experten im Schätzerkreis zu folgen und den durchschnittlichen Zusatzbeitragssatz abzusenken.

Entscheidung des Ministers setzt die Kassen unter Druck

Gröhe hatte Ende Oktober den durchschnittlichen Zusatzbeitragssatz für das Jahr 2018 auf 1,0 Prozent festgesetzt. Zurzeit liegt er noch bei 1,1 Prozent. Jede Kasse kann ihn je nach ihrer Finanzlage aber individuell festlegen.

Allerdings setzt die Entscheidung des Ministers die Kassen unter Druck, ihre Beiträge zu senken und im Wettbewerb mit anderen nicht über dem Durchschnitt zu liegen. Den Zusatzbeitrag zahlen die Arbeitnehmer allein. Hinzu kommt der allgemeine Beitragssatz, der per Gesetz bei 14,6 Prozent festgeschrieben ist und den Arbeitgeber und Arbeitnehmer je zur Hälfte zahlen.

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