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Dicken-Verein fordert Ende des Schlankheitswahns

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Dicken-Verein fordert Ende des Schlankheitswahns

02.05.2012, 09:40 Uhr | dapd, dapd

Dicken-Verein fordert Ende des Schlankheitswahns. Dicken-Verein gegen Diskriminierung und Schlankheitswahn. (Quelle: dpa)

Dicken-Verein gegen Diskriminierung und Schlankheitswahn. (Quelle: dpa)

Übergewichtige Menschen müssen nicht nur mit gesundheitlichen Risiken rechnen, sie leiden außerdem unter Diskriminierung, beispielsweise im Berufsleben. Daher will der Verein Dicke e.V. zum Anti-Diät-Tag am 6. Mai ein Manifest gegen die Benachteiligung von Übergewichtigen und gegen den gefährlichen Schlankheitswahn verfassen.

Übergewichtige vom Staat diskriminiert

Übergewichtige Menschen werden nach Ansicht des Vereins Dicke e.V. in Deutschland massiv diskriminiert. Der Staat gehe davon aus, dass dicke Menschen mit hoher Wahrscheinlichkeit krank würden. Daher würden diese nicht verbeamtet, sagte die Vereinsvorsitzende Gisela Enders. Die Amtsärzte empfehlen Übergewichtigen laut des Vereins oftmals, mit einer Crash-Diät erst einmal ordentlich abzunehmen.

Arbeitsagentur stuft Übergewichtige als "schwervermittelbar" ein

Dies sei eine deutlich größere Gesundheitsgefährdung als das Übergewicht selbst. Das sei weder eine Hilfe "für den Staat, der dann sozusagen einen verdeckten dicken Menschen verbeamtet hat, und schon gar nicht für die Person selbst", sagte Enders. Zudem würden Übergewichtige bei der Arbeitsagentur automatisch in die Schublade der Schwervermittelbaren eingeordnet. Dort werde aufgrund der Optik und nicht aufgrund der Qualifikation entschieden. "Und damit haben die Arbeitsagenturen wahrscheinlich sogar recht", kritisierte Enders und forderte, dass die Körperform in die Antidiskriminierungsrichtlinien aufgenommen werden müsse.

"Magersucht ist tödlicher"

Zugleich kritisierte Enders, dass "der Schlankheitswahn" in der Modebranche weiter anhalte. Zwar seien die Models in den vergangenen Jahren "etwas dicker" geworden. Das bedeute aber, dass sie nun Größe 36 statt 34 trügen. "Aber das spiegelt in keiner Weise die Realität der Gesellschaft wider", sagte Enders. "Magersucht ist viel tödlicher und birgt ein viel größeres Gesundheitsrisiko als es jemals bei einem dicken Menschen geben würde."

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