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Fertiggerichte: Dosengerichte sind zu Unrecht verpönt

Ernährung  

Dosengerichte: zu Unrecht verpönt

15.03.2007, 11:54 Uhr | bri/ag

Singles, Berufstätige und Koch-Faule kennen sich aus: "Dosengericht" heißt die Lösung für alle, die schnell und einfach kochen wollen. Die Palette an Konservenmenüs ist riesig, und ständig erobern neue Produkte den Markt. Dass sie arm an Nährstoffen sind, ist ein Vorurteil, das sich noch immer hartnäckig hält. Das Gegenteil ist der Fall. Eine Studie des Instituts für Lebensmittelqualität in Willich und der Fachhochschule Niederrhein in Mönchengladbach beweist: Lebensmittel aus der Dose enthalten viel mehr Vitamine und Nährwerte als bisher angenommen. Mit frischen Produkten können sie locker mithalten. Selbst bei dem empfindlichen Vitamin C fanden Forscher kaum Unterschiede. Fertigprodukte und gesunde Ernährung müssen also kein Widerspruch sein, wenn Sie diese Tipps beachten:

Licht und Luft sind Vitaminkiller

"Lebensmittel aus der Dose enthalten nahezu identische Werte für Eiweiß, Kohlenhydrate, Fett und Kalorien wie Gerichte aus frisch zubereiteten Produkten", erklärt Dr. Katja Zink, vom Institut für Lebensmittelqualität in Willich. In der Produktgruppe Erbsen und Möhren hätten die Vitaminwerte der Dosenware teilweise sogar die frisch zubereiteten Gerichte übertroffen. Der Grund: Was zu Hause tagelang in der Obstschale oder im Gemüsefach liegt, verliert schnell an Vitaminen. Bei der Herstellung der Konservengerichte dagegen werden Obst und Gemüse direkt nach der Ernte nur kurz gewaschen und blanchiert. Dann geht’s ab in die Dose – darin werden sie luftdicht verschlossen. So haben die Vitaminkiller Licht und Luft keine Chance und die gesunden Inhaltsstoffe bleiben weitgehend erhalten.

Gute Noten für Sauerkrauttopf

Nach den Ergebnissen der Studie deckt der Verzehr eines Fertiggerichts Sauerkrauttopf mit Kasslerschulter aus der Dose 75 Prozent der empfohlenen Tagesdosis an Vitamin C. Bei dem gleichen, frisch zubereiteten Gericht liegen die Werte vergleichsweise bei 75 Prozent. Im Bereich Suppen zeigt vor allem Brokkolicreme aus der Dose gute Ergebnisse. Ein Teller Suppe (circa 200 Gramm) enthält 26,6 Prozent der empfohlenen Tagesdosis an Vitamin C und 15 Prozent an Folsäure. Auch Erbsen und Möhren aus der Dose besitzen einen hohen Nährstoffanteil: 200 g liefern 50 Prozent des täglichen Vitamin C- und 36,2 Prozent des täglichen Vitamin-A-Bedarfs.

Tomatenkonserven: Besser als ihr Ruf

Passierte Tomaten aus der Dose sind teilweise sogar gesünder als frische Tomaten. Denn sie enthalten mehr von dem gesunden roten Farbstoff Lycopin, der den Körper vor Krebs und vorzeitiger Alterung schützt. Denn der wertvolle Pflanzenstoff ist tief in den Zellwänden verborgen und wird erst durch diese Weiterverarbeitung freigesetzt. Die hohen Temperaturen für die Konservierung können ihm nichts anhaben. Im Gegenteil: Dadurch kann es vom Körper sogar leichter aufgenommen werden. Zum Vergleich: In 100 Gramm frischen Tomaten stecken rund 3 Milligramm Lycopin, in 100 Gramm Dosen- oder passierten Tomaten bereits 10 Milligramm. Auch Ballaststoffe und Mineralstoffe gehen in der Dose nicht verloren.

Kehrseite der Medaille: Zusatzstoffe und Überwürzung

Eines steht fest: Für Menschen mit wenig Zeit sind Dosengerichte durchaus eine echte Alternative zu Frischprodukten. Trotzdem sollte man bei aller Euphorie für die Fertiggerichte eines beachten: Viele Dosengerichte sind mit Zusatzstoffen wie Emulgatoren, und Antioxidantien versehen, um besser und länger zu halten. Diese müssen allerdings laut EU-Verordnung auf den Verpackungen kenntlich gemacht werden und unterliegen strengen Kontrollen. Hinzu kommt, dass Dosengerichte oft überwürzt sind, da durch längere Lagerung das Aroma schneller verschwindet. Zu einer ausgewogenen Ernährung gehören daher in jedem Fall auch frische Lebensmittel wie Obst, Gemüse, Vollkornprodukte, die natürlich auch mit Fertiggerichten kombiniert werden können.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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