Sie sind hier: Home > Gesundheit > Ernährung >

Low Carb: Die Pfunde purzeln nur vorübergehend

Low Carb: Die Pfunde purzeln nur vorübergehend

20.04.2004, 15:09 Uhr | Cordula Melchior

Wurst ohne Brot, Burger im Salatblatt statt im Brötchen: Mal wieder schwappt ein amerikanischer Trend nach Deutschland. Während in den USA der größte Boom schon vorbei ist, spricht sich "Low Carb" (das heißt: wenig Kohlenhydrate) in Deutschland erst herum. Bei den so genannten Low-Carb-Diäten sind Fett und Fleisch in großen Mengen erlaubt, dafür wird auf Stärke und Zucker im Essen weitgehend verzichtet. Mit der extrem kohlenhydratarmen Ernährungsform sollen überflüssige Pfunde schneller schmelzen. Doch die fettreichen Diäten wie South-Beach oder Atkins werden von Experten kritisch betrachtet. Taugen "Low Carb"-Diäten zum Abnehmen und was haben sie für gesundheitliche Auswirkungen? Rund ums Thema Abnehmen kursieren viele Irrtümer und Halbwahrheiten. Wir haben die häufigsten entlarvt. Klicken Sie sich durch.

Eier und Fleisch statt Brot und Kartoffeln

Diäten, die den Fettpolstern mit einem Verzicht auf Kohlenhydrate zu Leibe rücken, gibt es schon seit den 70er Jahren. Der amerikanische Kardiologe Robert Atkins entwickelte damals die nach ihm benannte Diät, die Fett und Eiweiß im Übermaß erlaubt. Verboten sind dagegen Brot und Gebäck, Nudeln, Kartoffeln, Reis und Süßes. Tatsächlich purzeln bei einer kohlenhydratfreien Diät zunächst die Pfunde. "Kurzfristig kann man damit abnehmen", bestätigt Isabelle Keller von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Der Trick: Wenn Kohlenhydrate fehlen, werden vermehrt Fett und Eiweiß verbrannt.

Zu viel Fett schadet der Gesundheit

Experten bezweifeln allerdings, dass sich "Low Carb" auch langfristig zum Abnehmen eignet. Eine aktuelle Studie der Universität Kopenhagen zeigt: Langfristig sind Atkins und Co. auch nicht erfolgreicher als eine fettarme Ernährung. Schlimmer noch: Wer langfristig zu viel Fett in sich hineinschaufelt, schädigt seine Gefäße, das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen steigt. Zudem enthalten Getreideprodukte wertvolle Ballaststoffe und Mineralien, die dem Körper bei "Low Carb"-Diäten fehlen.

Ohne Kohlenhydrate sinkt die Laune

Ein weiterer Nachteil der "Low-Carb"-Diäten: Ohne Kohlenhydrate rutscht der Blutzuckerspiegel in den Keller. Damit sinkt oft auch die Laune auf den Tiefpunkt. Denn Brot, Zucker und Co. stimulieren die Produktion des Glückshormons Serotonin im Gehirn. Eine neue Studie des Massachusetts Institute of Technology zeigt, dass kohlenhydratarme Diäten besonders häufig zu Stimmungsschwankungen führen.

Die richtigen Kohlenhydrate wählen

Die Folgen von langjährigem Verzicht auf Kohlenhydrate sind noch nicht genau erforscht. Die DGE hält daher an ihren bisherigen Ernährungsempfehlungen fest. Dazu gehören vor allem "mehr Gemüse, Obst und Vollkornprodukte sowie die sparsame Verwendung von Süßwaren und gesüßten Getränken." Zum Abnehmen empfiehlt die Expertin Keller außerdem, die fettarmen Varianten von Milch- und Fleischprodukten zu wählen, sowie mehr Bewegung. Fazit: Kurzfristig purzeln mit "Low Carb" zwar die Pfunde. Langfristig ist eine ausgewogene Ernährung aber die bessere Wahl. Und wenn Sie Anleitungen, leckere Rezepte und den Rat von Experten brauchen, sollten Sie sich von unserem Diätcoach unterstützen lassen:


Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail


shopping-portal