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Milch: Macht Milch wirklich müde?

Hilft Milch wirklich beim Einschlafen?

23.06.2010, 11:41 Uhr | ag

Milch: Macht Milch wirklich müde?. Um die Milch ranken sich zahlreiche Mythen. (Foto: imago)

Um die Milch ranken sich zahlreiche Mythen. (Foto: imago)

Ein Glas Milch vor dem Zubettgehen - und schon klappt's mit dem Einschlafen. Als natürliches Schlafmittel hat Omas Hausmittel schon manch einem geholfen. Der beruhigende Effekt von Milch ist sogar wissenschaftlich belegt: Bestimmte Eiweißstoffe kurbeln die Produktion des schlaffördernden Hormons Melatonin an und sorgen dafür, dass wir nach dem Genuss von Milch besser und tiefer schlummern. Welche Mythen es sonst noch um das weiße Getränk gibt, erfahren Sie in unserer Klick-Show.

Milch als natürliches Schlafmittel

Der in Milch und Honig enthaltene Eiweißstoff Tryptophan und der Zucker im Honig kurbeln die Bildung der Botenstoffe Serotonin und Melatonin im Gehirn an. Das Serotonin spielt als Botenstoff bei der Schlaf-Wach-Regulation des Menschen eine wichtige Rolle. Und Melatonin hat nachgewiesenermaßen eine schlaffördernde Wirkung. Besonders melatoninreich ist die Milch von Kühen, die nachts gemolken wurden. Münchner Wissenschaftler haben nämlich festegestellt, dass der Melatoninspiegel des Weideviehs in den Nachtstunden höher ist. Mittlerweile gibt es in vielen Apotheken sogar Nachtmilchkristalle für Patienten mit Schlafproblemen zu kaufen.

Kein Dickmacher

Zu viel Fett macht dick, das gilt in der Ernährungswissenschaft als erwiesen. Tierische Fette gelten als besonders ungesund, da sie das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen. Doch ganz so einfach scheint die Rechnung nicht zu sein, zumindest was Milch betrifft. So zeigt eine aktuelle Studie an 800 italienischen Grundschülern, dass Milchtrinker im Durchschnitt schlanker sind. Auch Prof. Jürgen Schrezenmeir von der Bundesforschungsanstalt für Ernährung und Lebensmittel in Kiel bestätigt: "Milchverzehr geht mit einem geringeren Risiko für Übergewicht, Bluthochdruck, Herzinfarkt und Diabetes einher". Zwar sind die genauen Zusammenhänge noch nicht erforscht. Dennoch scheinen die gesundheitlichen Vorteile von Milch zu überwiegen.

Starke Knochen auch ohne Milch

Wer Milch verträgt, darf das weiße Getränk und Erzeugnisse daraus also bedenkenlos genießen. Die Produkte enthalten hochwertiges Eiweiß, Mineralstoffe sowie beachtliche Mengen an Vitamin A und der Vitamingruppe B. Die Bedeutung des hohen Kalziumgehaltes für die Knochen wird allerdings häufig überschätzt. Seit Jahrzehnten wird das Kuhprodukt von Milchbefürwortern als unverzichtbar für starke Knochen angepriesen. Zwar ist der Kalziumgehalt des weißen Getränks tatsächlich beachtlich. Doch kein Mensch muss brüchige Knochen befürchten, nur weil er auf Milch verzichtet. Denn an der Osteoporose (Knochenschwund) sind zahlreiche Faktoren beteiligt. Für die Stabilität der Knochen zählen auch anderen Faktoren, vor allem ausreichend Bewegung. Wer keine Milchprodukte verträgt oder aus anderen Gründen darauf verzichtet, sollte allerdings darauf achten, genügend Eiweiß und fettlösliche Vitamine aus anderen Lebensmitteln zu sich zu nehmen.

Milch kann den Blutdruck senken

Frauen, die regelmäßig Milch trinken, haben ein geringeres Bluthochdruck-Risiko. Allerdings gilt dies nur für fettarme Milchprodukte, wie eine Langzeitstudie der Harvard-Universität ergab. Demnach sinkt durch Kalzium und Vitamin D der Blutdruck. Die Forscher gehen davon aus, dass die gesättigten Fettsäuren in Vollmilch die positive Wirkung von Kalzium und Vitaminen wieder aufhebt. Die genauen Zusammenhänge sind allerdings noch nicht erforscht. Der Wissenschaftler Lu Wang und seine Kollegen von der Harvard-Universität in Boston haben rund 30.000 Frauen über 45 Jahre mehrere Jahre lang zu ihren Ernährungsgewohnheiten befragt. Frauen, die Kalzium in Tablettenform zu sich nahmen, bekamen eben so häufig Bluthochdruck wie Frauen, die Vollmilch tranken oder gar keine Milchprodukte konsumierten.

Magermilch macht Muckis

Der Genuss von fettarmer Milch ist nicht nur gesund, sondern beschert Sportlern offenbar auch einen besonders großer Muskelzuwachs. Die enthaltenen Eiweiße fördern den Muskelaufbau nämlich deutlich stärker als Proteine aus Soja oder Molke. Dies hat eine Studie der McMaster University in Hamilton, Ontario gezeigt. Die Erklärung: Soja und Molke enthalten vor allem schnell verdauliche Proteine, die das Blut kurzzeitig mit Aminosäuren überfluten. Einen dauerhaften Muskelaufbau hingegen, unterstützen die langsam verdaulichen Proteine aus Magermilch besser. Der ideale Effekt wird erzielt, wenn man das Eiweiß nach dem Training zu sich nimmt. Dänische Forscher haben kürzlich nachgewiesen, dass ein optimaler Muskelzuwachs nur möglich ist, wenn der Hunger direkt nach dem Training gestillt wird.

Wer Milch meiden sollte

Milchgegner argumentieren häufig mit der schlechten Verträglichkeit des Kuhproduktes. Tatsächlich vertragen 80 Prozent der erwachsenen Weltbevölkerung keinen Milchzucker (Laktose), weil ihnen das zuständige Enzym fehlt. In Deutschland sind davon allerdings nur rund 14 Prozent der Erwachsenen betroffen - und nicht jeder entwickelt ernsthafte Symptome. Anders sieht es bei einer Allergie gegen Kuhmilcheiweiß aus. Nach Angaben von Prof. Schrezenmeir entwickelt etwa ein Prozent aller Erwachsenen diese Allergie. Dann allerdings muss auf Milcheiweiß völlig verzichtet werden, um eine allergische Reaktion zu vermeiden. Milchprodukte vorsorglich generell wegzulassen hält Schrezenmeir dagegen für wenig sinnvoll: "Dann müsste man auch auf andere hochallergene Lebensmittel wie Fisch, Obst, Nüsse und vieles mehr verzichten", so der Experte.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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