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Kaffee: Die Mär vom Flüssigkeitsräuber

Die Mär vom Flüssigkeitsräuber

20.12.2005, 10:44 Uhr | cme

Der Duft der frisch gemahlenen Bohnen lockt Morgenmuffel aus dem Bett und zur Mittagspause gehört das Heißgetränk unbedingt dazu: Wahre Fans lassen sich von Warnungen vor zu viel Kaffee nicht abschrecken. Und doch bleibt bei manchem ein ungutes Gefühl: Wie viel Koffein ist unbedenklich fürs Herz? Ist der Bohnenaufguss ein Flüssigkeitsräuber? Und was ist von Meldungen zu halten, dass regelmäßiger Kaffeegenuss vor Diabetes oder gar vor Krebs schützt? Wir haben bei Expertin Antje Gahl von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) nachgefragt. Lesen Sie hier die verblüffenden Antworten.

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Koffein bringt Kreislauf in Schwung

Rund vier Tassen Kaffee trinkt jeder Deutsche durchschnittlich pro Tag. In jeder Portion stecken etwa 100 Milligramm Koffein. Der Inhaltsstoff ist für die meisten Wirkungen des Getränks verantwortlich. So regt Koffein den Kreislauf an und beschleunigt den Herzschlag. Die Durchblutung aller Organe, auch des Gehirns wird verbessert, die Leistungsfähigkeit und Konzentration nimmt zu. Eine Überdosis von dem Muntermacher kann die positiven Wirkungen allerdings ins Gegenteil verkehren. Herzklopfen, Schwindel und Nervosität sind mögliche Folgen.

Vier Tassen am Tag schaden nicht

Gegen moderaten Kaffeegenuss haben Experten jedoch nichts einzuwenden. "Bis zu vier Tassen am Tag sind für gesunde Menschen unproblematisch", sagt Ernährungswissenschaftlerin Gahl. Selbst Patienten mit Bluthochdruck bräuchten auf Kaffee nicht völlig zu verzichten, so die Expertin. Denn der Blutdruck steigt nur vorübergehend leicht an, bei regelmäßigen Kaffeetrinkern sogar gar nicht. Dennoch gibt es einige Menschen, die das anregende Heißgetränk besser meiden sollten. Dies sind beispielsweise Patienten mit Herz-Rhythmus-Störungen oder Magenproblemen. "Die Reaktion auf Kaffeegenuss ist individuell verschieden, im Zweifelsfall sollte man das mit dem Arzt besprechen", rät Antje Gahl. Schwangere und Stillende sollten sich auf ein bis zwei Tassen pro Tag beschränken.

Die Mär vom Flüssigkeitsräuber

Die weit verbreitete Meinung, Kaffee sei ein Flüssigkeitsräuber, gilt bei Experten inzwischen als widerlegt. "Zwar hat das im Kaffee enthaltene Koffein einen harntreibenden Effekt", sagt Expertin Gahl. "Dieser Effekt ist bei moderatem Kaffeegenuss jedoch nur vorübergehend." Im Klartext heißt das: Bei regelmäßigen Kaffeetrinkern befindet sich der Flüssigkeitshaushalt schnell wieder im Gleichgewicht. Das Glas Wasser zum Kaffee ist daher nicht unbedingt notwendig, schadet allerdings auch nicht - vor allem wenn man sonst eher zu wenig trinkt.

Geringeres Risiko für Alters-Diabetes?

Während der aufputschende Effekt von Koffein bereits länger bekannt ist, decken neue Studien weitere erstaunliche Zusammenhänge auf. So konnten finnische Wissenschaftler nachweisen, dass regelmäßige Kaffeetrinker seltener an Alters-Diabetes erkranken. Eine aktuelle Studie aus Japan zeigt, dass auch das Risiko für Leberkrebs bei Kaffeetrinkern geringer ist. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung gibt sich angesichts dieser Meldungen allerdings zurückhaltend und will noch keine Empfehlung aussprechen.

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Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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