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Zucker: Verbraucherzentrale kämpft gegen die Zuckerlobby

Ungesunde Süße  

Verbraucherzentrale kämpft gegen die Zuckerlobby

14.03.2014, 15:07 Uhr | akl

Zucker: Verbraucherzentrale kämpft gegen die Zuckerlobby. Zucker: Das weiße Pulver sorgt immer wieder für heftige Diskussionen zwischen Verbraucherschützern, Ärzten und der Zuckerlobby. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Zucker: Das weiße Pulver sorgt immer wieder für heftige Diskussionen zwischen Verbraucherschützern, Ärzten und der Zuckerlobby. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Jeder Deutsche isst Schätzungen zufolge rund 36 Kilo Zucker pro Jahr. Bei diesen Mengen droht unser Körper krank zu werden. Die Weltgesundheitsorganisation rät dringend zu einer Reduzierung des Zuckerkonsums. Doch die Lebensmittelindustrie sieht keinen Handlungsbedarf und bestreitet die Gefahren des weißen Pulvers. Denn je mehr Verbraucher konsumieren, desto besser ist das für die Industrie. Die Verbraucherzentrale Hamburg (VZHH) will Schluss machen mit den aus ihrer Sicht verharmlosenden Behauptungen der Zuckerlobby.

Die Lebensmittelindustrie produziert jeden Tag ein Überangebot an Nahrungsmitteln - und diese müssen an den Verbraucher verkauft werden. Und nicht nur das: Der Gesamtverbrauch soll möglichst noch weiter gesteigert werden. Die Lebensmittelkonzerne arbeiten hart daran, mit Hilfe von Werbung, Öffentlichkeitsarbeit und Gesundheitsversprechen dieses Ziel zu erreichen. Kritik am Zucker gefährdet dieses Geschäft. Für Verbraucher ist es deshalb schwierig, zu erkennen, ob zum Beispiel Experten im Auftrag der Zuckerlobby handeln und welche Studienergebnisse vertrauenswürdig sind.

Verbraucherzentrale wehrt sich gegen Zucker-Verharmlosung

Die Verbraucherzentrale will mit den aus ihrer Sicht falschen Argumenten aufräumen und stellt die Argumente der Zuckerlobby in ein anderes Licht. Eine falsche Aussage beispielsweise sei, dass der durchschnittliche Pro-Kopf-Verbrauch von Zucker in Deutschland seit über 40 Jahren nicht mehr gestiegen ist. Das stimme so nicht, sagt die VZHH. Es werde bei dieser Rechnung nur der sogenannte Haushaltszucker mit einbezogen. Zucker komme aber immer häufiger auch in Form von Glukosesirup, Maltodextrin sowie anderen Süßungsmitteln in Lebensmitteln vor. Doch der "versteckte" Zucker werde von der Lobby verschwiegen.

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Zu viel Zucker führt zu Übergewicht

Zudem bestreiten die Vertreter des Süßungsmittels, dass dieses für Übergewicht verantwortlich ist. Sie sehen sogar Kohlenhydrate als lebensnotwendig an, kritisiert die VZHH. Dass der Mensch Kohlenhydrate brauche, stimme zwar. Allerdings komme es auf die Art der Kohlenhydrate an. Diese sollten überwiegend aus Stärke, wie sie in Kartoffeln, Nudeln oder Getreide enthalten ist, aufgenommen werden. Zucker sollte nur einen geringen Anteil der täglichen Nahrungsaufnahme ausmachen. Nach Empfehlung der WHO sollte Zucker nur zehn Prozent der täglichen Kalorien liefern. Aktuell sammelt die WHO noch Expertenmeinungen für eine eventuelle Fünf-Prozent-Empfehlung ein. Das entspricht einer Zuckermenge von 24 Gramm für Frauen und 30 Gramm für Männer.

Und Zucker ist sehr wohl für Übergewicht verantwortlich, argumentiert die Verbraucherzentrale: "Zahlreiche Studien zeigen, dass ein erhöhter Verzehr von Lebensmitteln mit hoher Energiedichte, also vielen Kilokalorien, einer der Faktoren für Übergewicht ist, sodass Fachgesellschaften und Gesundheitsorganisationen weltweit sowohl für Erwachsene als auch für Kinder empfehlen, die Energiedichte von Lebensmitteln zur Gewichtskontrolle zu reduzieren. Zuckerhaltige Lebensmittel haben in der Regel eine hohe Energiedichte." Zudem habe Zucker nur einen geringen Sättigungswert und man hat nach süßen Speisen schneller wieder Hunger.

Zuckerlobby wehrt sich gegen Zuckersteuer

Die Lebensmittelindustrie sieht darin aber kein Problem und wehrt sich auch gegen die Behauptung, dass Zucker süchtig machen kann. Die VZHH sieht das anders: "Auch darüber wird zurzeit verstärkt diskutiert, die Abgrenzung zwischen Sucht und 'natürlichen Belohnungen' durch Zucker ist fließend. Hier ist mehr Forschung nötig." Die ernährungsabhängigen Krankheiten durch zu viel Zucker würden Milliarden kosten und zu großem persönlichen Leid führen. "Es wäre angemessen in diesem Bereich mehr zu forschen und die Studien nicht durch Geld der Zuckerlobby zu finanzieren", wünschen sich die Verbraucherschützer.

So umgehen Verbraucher Zuckerfallen

Damit Verbraucher nicht auf versteckte Zuckeranteile in Lebensmitteln hereinfallen, hat die Verbraucherzentrale zudem Tipps für den Einkauf zusammengestellt. Am wichtigsten sei es, den Decknamen auf die Spur zu kommen. Denn Süßungsmittel sind nicht nur unter dem Begriff Zucker in der Zutatenliste zu finden. Auch hinter Begriffen wie Saccharose, Glukose-Fruktose-Sirup, Glukosesirup, karamellisierter Zucker, Maltodextrin, Milchzucker, Molkenerzeugnis, Süßmolkenpulver, Vollmilchpulver, Magermilchpulver oder gezuckerte Kondensmilch steckt ordentlich Süßkraft.

Zuckerfalle "ungesüßt"

Und auch wenn Produkte mit Versprechen wie "ohne Zuckerzusatz" oder "ungesüßt" werben, sollte man kritisch bleiben. "Süßende Zutaten wie Trockenfrüchte oder Molkenerzeugnisse liefern natürlicherweise Zucker. So enthält so manches Cappuccinopulver rund 40 Prozent Zucker aus der Zutat Süßmolkenpulver, obwohl auf dem Getränk 'ungesüßt' als Verkaufsargument ausgelobt wird", nennt die VZHH ein Beispiel. Selbst viele würzigen Produkte wie Weißkrautsalat, Essiggurken oder Chips enthalten jede Menge Zucker. Hier lohnt ein Blick auf die Inhaltsstoffe.

Von sogenannten Kinderlebensmitteln rät die VZHH ebenfalls ab: "Als Kinderprodukte beworbene Lebensmittel sind häufig energiereicher und auch beim Zucker gibt es oft einen süßen Zuschlag."

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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