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Welche Körperreaktionen das Kuhprodukt provoziert

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Starkes Schwitzen?  

Welche Körperreaktionen Milch provozieren kann

06.05.2018, 18:45 Uhr | Ann-Kathrin Landzettel, t-online.de

Welche Körperreaktionen das Kuhprodukt provoziert.  (Quelle: Alexander Heinl/dpa-tmn)

Kompletter Milchverzicht oft nicht notwendig. (Quelle: Alexander Heinl/dpa-tmn)

Milch gilt als wichtiger Kalziumlieferant. Doch nicht jeder verträgt das Kuhprodukt. Immer mehr Deutsche haben mit Unverträglichkeiten zu kämpfen. Dabei kann nicht nur der Milchzucker zum Problem werden. Viele vertragen auch das Milcheiweiß nicht. Welche Körperreaktionen Milch provoziert.

Viele Menschen verlieren im Laufe ihres Lebens schrittweise die Fähigkeit, Milchzucker zu verarbeiten. Laktoseintoleranz kann auch in Folge von Magen-Darm-Erkrankungen entstehen. In selteneren Fällen besteht die Laktoseunverträglichkeit bereits von Geburt an. 80 Prozent der Weltbevölkerung weisen eine Milchzuckerunverträglichkeit auf. In Deutschland leidet jeder Siebte darunter.

Milchzuckerunverträglichkeit: Wenn Laktose dem Darm zu schaffen macht

Fehlt im Dünndarm das Enzym Laktase oder ist es in zu geringer Menge vorhanden, kann der Milchzucker nicht aufgespalten und verwertet werden. Er gelangt in den Dickdarm. Dort setzen Bakterien Gärprozesse in Gang. Es kommt zu Blähungen, Grummeln im Darm, Bauchkrämpfen und starken Durchfällen. Zudem sind die Betroffenen durch die geschwächte Darmfunktion anfälliger für Infekte. Manchmal begleiten unspezifische Symptome wie Kopfschmerzen und Müdigkeit die Unverträglichkeit.

Laktoseintoleranz und Zöliakie gehen oft Hand in Hand

"Laktoseintoleranz ist zudem oft ein Begleiter einer Glutenunverträglichkeit (Zöliakie). Die Unverträglichkeit gegenüber dem Klebereiweiß Gluten führt zu Entzündungen im Darm, die die Darmtätigkeit und somit auch die Laktaseproduktion stören", erklärt Kristin Mayr, Vorstandsvorsitzende des Vereins für Lactoseintoleranz (VLI) e. V. "Ernähren sich die Betroffenen glutenfrei, verschwindet auch die Milchzuckerunverträglichkeit wieder."

Problem Kasein: Nicht jeder verträgt das Milcheiweiß

Doch nicht nur die Laktose in der Milch kann Probleme bereiten. Bei der Kuhmilchallergie reagiert das Immunsystem auf die in der Milch enthaltenen Eiweiße mit Abwehr. Kasein macht etwa 80 Prozent der Gesamtproteinmenge in der Milch aus und gehört zu den häufigsten Auslösern einer Kuhmilchallergie. Auch die Molkenproteine können Beschwerden verursachen. Es ist möglich, dass Menschen mit einer Laktoseintoleranz zeitgleich auch eine Milchallergie haben – und umgekehrt.

Mögliche Symptome einer Milchallergie

Zu den Symptomen einer Kuhmilchallergie gehören unter anderem Hautausschläge und Juckreiz sowie Schwellungen der Haut und der Schleimhäute. Viele berichten nach dem Genuss von Milch von einem Kloßgefühl im Hals oder einer verstopfte Nase. Durchfall, Übelkeit und Erbrechen gehören ebenfalls zu den Symptomen. In schweren Fällen kann es zu Atemnot, Kreislaufstörungen bis hin zum Kreislaufzusammenbruch kommen. Auch vermehrtes Schwitzen kann ein Hinweis auf eine Milchallergie sein. Denn der Körper steht unter Stress. Die Immunabwehr ist ständig aktiv.

Milch kann zu starkem Schwitzen führen

Viele Betroffene, die unter starken Schwitzattacken litten – auch nachts und ohne körperliche Anstrengung – berichten von einer Verbesserung der Beschwerden seitdem sie auf Milch verzichten. So schreibt etwa Armin P. in einem Hyperhidrose-Forum: "Jetzt ist mir scheinbar doch etwas aufgefallen: Milch. Ich habe in meiner Kindheit viel Milch getrunken, Auflage der Eltern – Knochen und so. In letzter Zeit habe ich oft komplett auf Milchprodukte verzichtet und das Schwitzen war sehr schwach. Eben hatte ich dann wieder welche getrunken und puuuh, im Supermarkt floss der Schweiß nur so. Eine kurze Googlesuche ergab, dass schon andere davon berichtet haben. Dabei ist zu sagen, dass ich nicht im eigentlichen Sinne laktoseintolerant bin, also ich kann Milchprodukte zu mir nehmen, ohne dass der Bauch rumort."

Ein paar Wochen auf Milch verzichten und schauen, was passiert

"Wer merkt, dass ihm Milch und Milchprodukte nicht bekommen, kann auf diese einige Wochen verzichten. Verbessern sich die Beschwerden, deutet das darauf hin, dass in irgendeiner Form die Milch der Auslöser ist", sagt Mayr. "Neben Milch und Milchprodukten sollte man in dieser Zeit auch Fertiggerichte vom Speiseplan streichen. Sie enthalten oft Milchbestandteile. Auch Molke, wie sie häufig in Margarine eingesetzt wird, kann problematisch werden", sagt Mayr.

Morgens fit und abends Blähungen? Ein Hinweis auf eine Unverträglichkeit

Welche Bestandteile in der Milch nicht vertragen werden, können Tests beim Arzt zeigen. Dennoch gibt es einige Hinweise, die auf eine Laktoseintoleranz beziehungsweise Milchallergie hinweisen. "Geht es Ihnen morgens nach dem Aufstehen noch gut und verschlechtert sich Ihr Zustand im Laufe des Tages mit dem Essen, ist das ein Hinweis auf eine Unverträglichkeit. Der Wirkungsbereich der Laktoseintoleranz findet vor allem im Darmtrakt statt", sagt Mayr.

Bei einer Allergie hingegen ist es so, dass die Beschwerden langanhaltender sein können und nicht alleine auf den Verdauungsapparat beschränkt sind. Es können vermehrt unspezifische Symptome auftreten, die man nicht unbedingt mit der Nahrungsaufnahme in Verbindung bringt. "Allergien zeigen sich zudem häufig bereits in Kindertagen – auch wenn nicht alle erkannt werden. Eine Milchzuckerunverträglichkeit hingegen entwickelt sich meist erst zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr, da der Laktasegehalt im Darm schrittweise weiter abnimmt", erklärt Mayr.

Kompletter Milchverzicht oft nicht notwendig

Wie stark der Milchkonsum eingeschränkt werden muss, ist von Person zu Person verschieden. "Jeder Körper ist da ganz individuell. Jeder hat seine ganz persönliche Toleranzgrenze", so Mayr. Komplett auf Milchprodukte verzichten müssen nur wenige. Viele vertragen noch kleine Mengen. "Hier muss man sich Stück für Stück herantasten, was der Körper verträgt", so Mayr. Die Ernährungswissenschaftlerin weiß aus ihrem Austausch mit Betroffenen, dass zum Beispiel Joghurt, Hartkäse und Butter bei einer Laktoseintoleranz meist gut vertragen werden.

Alternativen zu Milch: gute pflanzliche Kalziumlieferanten

Alternativ lassen sich mit einer pflanzlichen Ernährung die Kalziumspeicher auffüllen. Soja, Vollkorn, grünes Gemüse, Sesamsamen, Mandeln und Nüsse beispielsweise sind reich an dem Mineralstoff. Auch Mineralwasser ist ein guter Kalzium-Lieferant. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt Erwachsenen eine tägliche Kalziumzufuhr von 1000 Milligramm.

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