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Wie gesund ist Sojamilch?

Ernährung  

Wie gesund ist Sojamilch?

29.11.2006, 14:24 Uhr

Früher als Ökogetränk belächelt, gilt Sojamilch heute als ernsthafte Alternative zu Kuhmilch. Vor allem Kuhmilch-Allergiker profitieren von dem pflanzlichen Getränk. Doch nicht in allen Bereichen kann der Sojadrink als Milchersatz herhalten. So enthält Sojamilch kaum Kalzium und Vitamin B12. Auch das Eiweiß- und Fettsäuremuster unterscheidet sich stark von dem der Milch. Das hat ganz banale Auswirkungen: So kann Sojamilch beispielsweise in heißen Getränken wie Kaffee leicht ausflocken. Zudem schrecken immer wieder Meldungen über genverändertes Soja die Verbraucher auf. Ist das pflanzliche Getränk wirklich genauso gut wie Kuhmilch oder sogar besser? Und für wen ist es geeignet?

Kuhmilch: Reich an Eiweiß und Vitaminen

Kuhmilch gilt als gesundes Lebensmittel mit vielen wertvollen Inhaltsstoffen. Unter anderem ist sie reich an hochwertigem Eiweiß, Kalzium und B-Vitaminen. Allerdings enthält sie auch eine beachtliche Menge an gesättigten Fettsäuren, weshalb Ernährungsexperten raten, überwiegend fettarme Milchprodukte zu verzehren. Milchkritiker wettern zudem gegen das Kuhprodukt, es verursache Krebs und erhöhe das Allergierisiko. Fachleute sehen das anders: "Allergien gegen Soja treten ebenso häufig auf wie Allergien gegen Kuhmilch", so Ernährungswissenschaftlerin Silke Restemeyer von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE). Zur Allergievorbeugung bei Säuglingen sei Sojamilch daher nicht geeignet.

Sojamilch: Alternative für Kuhmilch-Allergiker

Dennoch gibt es auch Gründe, auf Kuhmilch zu verzichten: Entweder wenn eine Allergie gegen Kuhmilcheiweiß vorliegt oder bei Unverträglichkeit von Milchzucker (Laktoseintoleranz). In diesen Fällen kann ein Ersatz durch Sojamilch sinnvoll sein. Allerdings gibt es auch zahlreiche Kuhmilchprodukte, die nahezu frei von Laktose sind, so zum Beispiel Joghurt, Käse oder auch laktosefreie Milch. "Hier muss jeder selbst ausprobieren, was er verträgt", so Restemeyer.

Für Säuglinge nur bedingt geeignet

Sojamilch wird durch Einweichen, Erhitzen und Filtrieren zerkleinerter Sojabohnen hergestellt. Der Eiweißgehalt entspricht in etwa dem von Kuhmilch, die Eiweißqualität (biologische Wertigkeit) gilt jedoch als etwas geringer. Das große Plus: Sojamilch ist cholesterinfrei und hat einen hohen Anteil an mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Allerdings hat der pflanzliche Drink kaum Kalzium und kein Vitamin B12. Aus diesem Grunde sollten Säuglinge und Kleinkinder nur aus Pulver hergestellte Sojamilch erhalten. Deren Nährstoffgehalt ist den speziellen Bedürfnissen angepasst muss den gesetzlichen Bestimmungen für Säuglingsmilch entsprechen.

Gentechnik - in Sojaprodukten (k)ein Thema?

Immer wieder schrecken Meldung über genverändertes Soja die Verbraucher auf. Tatsächlich ist die Anbaufläche von Gen-Soja in den letzten Jahren drastisch gestiegen, vor allem in Argentinien und den USA. Doch ein Großteil davon wird offenbar als Futtermittel verwendet. In Europa scheint das Gesetz zur Kennzeichnung gentechnisch veränderter Lebensmittel zumindest bei pflanzlichen Produkten zu greifen. Im Jahr 2002 gab die Stiftung Warentest Entwarnung: Während im Jahr 2000 noch mehr als ein Drittel aller getesteten Sojaprodukte Anteile von genveränderten Pflanzen enthielten, ließen sich zwei Jahre später kaum noch Spuren von Gen-Soja nachweisen.

Kein klassischer Milchgeschmack

Wer sich für Sojamilch als Kuhmilchersatz entscheidet, darf nicht den klassischen Milchgeschmack erwarten. Sojamilch schmeckt etwas strenger, teilweise erinnert der Geschmack an Getreide. Allerdings variiert dies von Produkt zu Produkt. In den meisten Rezepten kann Kuhmilch problemlos durch Sojamilch ersetzt werden. Allerdings kann der pflanzliche Drink beispielsweise in heißen Getränken wie Tee oder Kaffee ausflocken. Durch einen kleinen Trick lässt sich das verhindern: Man gießt zunächst die Sojamilch in die Tasse und erst anschließend den Kaffee.

Diätcoach (Brigitte)

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