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Elefantenpolo: Ballsport auf Dickhäutern

Elefantenpolo: Ballsport auf Dickhäutern

18.04.2012, 18:00 Uhr | fj (CF)

Schnell, stark und mit Sicherheit mehr als nur eine Pferdestärke – die Rede ist nicht von sportlichen Autos, sondern von Elefanten. Um mit diesen Giganten Elefantenpolo zu betreiben, bedarf es Mut, Geduld und eines guten Mahouts.

Elefantenpolo gehört eindeutig zu den Kuriositäten unter den weltweiten Sportarten und ist unter Tierschützern durchaus umstritten. Heimat des Elefantenpolos sind Nepal, Sri Lanka und Thailand. Erfunden wurde es aber von Europäern. Und wie sollte es anders sein, sind die Briten mal wieder ganz vorn dabei, was verrückten Sport angeht: 1981 saßen sich der Engländer Jim Edwards und der Schotte James Manclark bei einigen Bier gegenüber. Während Edwards, Hotelier in Nepal, einige Elefanten besaß, war Manclark leidenschaftlicher Spieler von Pferdepolo. Dass der gedankliche Sprung zum Elefantenpolo in einer solchen Situation nicht sehr weit sein konnte, ist kaum erklärungsbedürftig. Es dauerte ein Jahr, da wurde der internationale Verband der Elefantenpolo-Spieler "World Elephant Polo Association" (WEPA) gegründet. Unter dessen Ägide finden jährlich Weltmeisterschaftsturniere statt. Die Teilnehmer stammen dabei nicht nur aus der Region, sondern aus aller Welt. Wobei die Länder des British Commonwealth durchaus dominieren: Sie kommen aus Großbritannien, Indien, Hongkong, Sri Lanka, Thailand, Australien, manchmal aber auch aus den USA, Spanien oder der Schweiz.

Die Regeln beim Elefantenpolo sind recht überschaubar. Gespielt wird auf einem Feld von 100 bis 120 Metern Länge und 70 Metern Breite, was in etwa einem durchschnittlichen Fußballfeld entspricht. Entgegen der Erwartung ist die Größe des Spielballes nicht der der Reittiere angepasst. Zum Einsatz kommt ein regulärer Poloball mit einem Durchmesser von rund 8 Zentimetern. Lediglich der Schläger ist den Dimensionen des Sports angepasst: Sie sind zwischen zwei und drei Metern lang. Gespielt wird auf indischen Elefanten, allesamt weiblichen Geschlechts. Die asiatischen Exemplare gelten als besonders lernwillig. Grundvoraussetzung ist dennoch ein Mindestmaß an Spielfreude. Im Vergleich zur Variante mit Pferden sind die Sportler nicht Reiter und Spieler zugleich. Die Elefanten bekommen traditionell von Geburt an einen sogenannten Mahout zugewiesen. Hinter diesem Elefantenführer nimmt der Polospieler Platz. Fest verbunden mit dem Sattel hängt er oder sie sich hinunter, um mit dem Schläger den Ball in Richtung des gegnerischen Tores zu befördern. Frauen und Männer spielen gemischt gegeneinander. Einziger Unterschied: Männer dürfen den Schläger mit nur einer Hand halten, während Frauen beide Hände zur Hilfe nehmen dürfen. Das Geschlecht legt übrigens der Schiedsrichter fest.

Elefantenpolo: Wenn Dickhäuter ihren eigenen Kopf haben

Warum das entscheidend ist? Ein Team aus thailändischen Transvestiten war beim Elefantenpolo einst sehr erfolgreich – die Mitglieder gingen laut Regelement als Frauen durch. Doch zurück zum Sport: Jeweils drei – manchmal vier – Spieler treten bei einer Partie gegeneinander an. Das Spiel ist in zwei Halbzeiten, sogenannte Chukkas – zu je sieben Minuten unterteilt. Gezählt wird aber nur die reine Spielzeit. Geduld gehört beim Elefantenpolo zu den Grundvoraussetzungen, schließlich lassen sich Elefanten nicht so zähmen wie Pferde und haben ihren ganz eigenen Kopf. Wo es auf dem Spielfeld lang geht, liegt all zu oft nicht in der Hand des Mahouts. Tritt ein Elefant versehentlich auf den Ball, dauert es lange Zeit, bis er wieder zum Vorschein tritt. Es ist sogar schon vorgekommen, das einer der Dickhäuter keine Lust auf den Sport hatte oder in Panik geriet: Er warf seine Reiter ab, lief gewissermaßen "Amok" und zerstörte dabei den Mannschaftsbus des spanischen Teams. Nicht zuletzt solche Situationen sind es, die Tierschützer auf den Plan rufen. Erste Erfolge sind ihnen gelungen, indem sie alle Einträge zum Elefantenpolo aus dem Guinnessbuch der Rekorde streichen ließen und einen großen Turniersponsor zum Rückzug bewogen.

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