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Tractorpulling: Motorsport aus Amerika

Tractorpulling: Motorsport aus Amerika

03.05.2012, 18:03 Uhr | tj (CF)

Bauern aller Länder, vereinigt euch! Und was macht ihr dann?! Trecker fahren, Trecker fahren! Und zwar um die Wette. Tractorpulling nennt sich das dann und lockt weltweit die begeisterte Landbevölkerung in Scharen an.

Doch wir wollen es mit dem Spott nicht übertreiben: Wer hat schließlich nicht als Kind gerne seine eigenen Seifenkisten gebaut und mit ihnen Rennen veranstaltet? Wenn auch eher in der Fantasie, denn Seifenkisten aus Pappkartons mit aufgemalten Rädern waren ja nicht immer fahrtüchtig. Und bei manchen großen Kindern ist diese Fantasie jetzt eben Wirklichkeit geworden. Da braucht man also gar nicht neidisch zu sein und zu spotten – sondern kann einfach gratulieren. Doch zunächst einmal: Was ist Tractorpulling genau? Tractorpulling ist ein Motorsport, bei dem man mit Treckern einen sogenannten Bremswagen hundert Meter weit über eine Lehmpiste zieht. Wer das am schnellsten schafft, hat gewonnen. Das Reglement ist also denkbar einfach. Allerdings bezieht das Tractorpulling seinen Reiz auch nicht aus den anspruchsvollen Finessen einer ballettartigen Choreografie, sondern aus der schieren Wucht und Kraft der getunten Maschinen – dieser Monster, zu denen einst brave Trecker mutierten. Denn die hundert Meter sind nicht alles. Vorher werden hundert Tage und länger geschraubt und gewerkelt, wird ein Homunkulus aus Stahl und Kautschuk erschaffen, bei dem nicht selten ein Hubschraubermotor als Herz schlägt.

Das Ganze stammt natürlich aus Amerika. Mit der Motorisierung der Landwirtschaft begannen die Farmer, die früher immer Wettkämpfe ausrichteten, wer von ihnen wohl das stärkste Pflugpferd hätte, nach Alternativen zu suchen. Anfangs verband man deswegen zwei Traktoren auf den Jahrmärkten mit Seilen miteinander und ließ sie in der Art Tauziehen gegeneinander antreten. Allerdings traten hierbei oft Schäden an der Anhängerkuppel auf und zum anderen war das Ganze nur halb so ansehnlich wie erwartet, da die Kräfte sich bis zum Bruch der Kuppel gegenseitig aufhoben und die Trecker eigentlich stillstanden. Dann veranstaltete man Rennen, bei denen die Traktoren Felsbrocken zogen. Doch auch das blieb unbefriedigend. In den Siebzigern wurde schließlich der Bremswagen entwickelt. Er sieht im Prinzip wie ein Lkw-Auflader mit einer Achse aus, und das vordere Ende liegt auf Kufen auf dem Boden auf. Auf dem Auflader ist zusätzlich ein Gewicht montiert, das sich während der Fahrt von hinten nach vorne verlagert, was die Reibung zum Boden und damit den Zugwiderstand erhöht. Bei manchen Wettkämpfen werden darüber hinaus vom Bremswagen sogenannte Dorne ins Erdreich eingelassen, die wie ein Pflug wirken. Es ist also ein ganz besonderer Motorsport.

Die Maschinen des Teufels

Tractorpulling – man muss es so deutlich sagen – ist kein Motorsport für Weicheier. Die meiste Energie geht beim Tunen der Maschinen drauf. Viele von ihnen wären ohne Bremswagen gar nicht fahrtüchtig, weil sie sofort durchdrehen würden. Aber nicht jeder baut gleich einen Flugzeugmotor in sein Gefährt ein. Deswegen gibt es insgesamt sieben verschiedene Klassen in diesem Motorsport. In der untersten, der sogenannten Bauern-Klasse, werden zum Beispiel handelsübliche, vom TÜV zugelassene Normaltrecker verwendet, während in der obersten, der Freien Klasse endgültig alle Hüllen fallen und das Gefährt auch von außen keine Ähnlichkeit mehr mit einem Trecker haben muss. Dabei schreibt die Deutsche Trecker Treck Organisation – sie heißt wirklich so – aber strenge Sicherheitsregeln vor, wegen derer es in Deutschland bisher nicht zu tödlichen Unfällen kam. In Amerika dagegen kommt es durchaus mal vor, dass Motorblöcke in die Luft fliegen und sich den Zuschauern bedrohlich nähern. Doch der Motorsport ist nicht nur was Prolls: Neuerdings verfügt er auch über eine Baby-Klasse, bei der Gartentraktoren gegeneinander antreten.

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