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Polo: Viel Dynamik und edle Tiere

Polo: Viel Dynamik und edle Tiere

31.05.2012, 13:36 Uhr | wp (CF)

Wem Golf zu volkstümlich geworden ist, sollte vielleicht Polo spielen, denn kaum ein anderer Sport hebt sich so vom Breitensport ab. Doch Polo ist auch für sich sehr spannend und findet zu Unrecht wenig Beachtung. Zeit, genauer hinzusehen.

Wem Gottes Wege nicht unergründlich genug sind, der sollte versuchen, die Mode zu verstehen: Das eine wird gehypt und das andere verrissen. Ein paar abschätzige Kommentare können schon ausreichen, um Meisterwerke in den Schlund des Vergessens zu stürzen. Und beim Sport ist das nicht anders als beim Kino, Musik oder Literatur. So wird Polo schon fast traditionell als elitär und zu teuer abqualifiziert. Und es sei nicht mal ein richtiger Sport. Ähnliches mussten sich auch die Golfer mal vorhalten lassen, doch heutzutage ist Golf ein richtiger Massensport geworden, während Polo fast dem Vergessen anheimgefallen ist. Heutzutage scheint nur noch das Polohemd Gegenstand der Alltagskultur zu sein, während die ruhmreichen, olympischen Tage des Sports vergangen sind. Und dabei macht Polo echt was her. Denn in keinem anderen Sport werden Sie den Hauch der Atmosphäre von Kavallerieschlachten, wie sie Jahrtausende die Menschheit geprägt haben, so hautnah nachempfinden können wie im Polo. Im Prinzip ist jeder Spieler ein Ritter, seine Lanze wird zum Schläger und der Gegner wird dadurch besiegt, dass man seine Linien durchbricht und den Ball ins Tor schlägt.  

Und tatsächlich stammt der Polosport auch aus der kriegerischen Tradition eines Reitervolkes, nämlich von den nach Persien eingewanderten Indoeuropäern. Die erste urkundliche Bezeugung des Polosports datiert aus dem siebten vorchristlichen Jahrhundert. Damit ist Polo die älteste Mannschaftssportart der Welt. Und – man kann es ohne Einschränkung so sagen – auch die edelste. Nach einer wechselhaften Geschichte gelangte Polo im 19. Jahrhundert über Indien schließlich nach England, wo der Sport begeisterte Aufnahme unter den Ulanen und Husaren des Empires fand. Auch das Königshaus und die Upper Class sprachen dem Sport sehr zu. In Deutschland wurde um die Jahrhundertwende in Hamburg der erste Poloclub gegründet und heute gibt es rund 300 aktive Polospieler in Deutschland. Das Heartland des Polo ist heute Argentinien, von wo die meisten Profis und die meisten Pferde kommen. Auch die wichtigsten Turniere werden in Argentinien ausgetragen, obwohl sich seit einiger Zeit ein weltweites Revival des Polosports anbahnt. So werden seit 1987 wieder Welt- und Europameisterschaften ausgetragen, was die ersten globalen Wettbewerbe nach der Olympiade 1936 in Berlin waren, die das Ende der klassischen Polo-Ära markierte.

Von Pferden, Reitern und Formationen

Jedes Team besteht aus vier Spielern und mindestens acht Pferden, da kein Pferd zwei Durchgänge hintereinander spielen darf, wobei die Anzahl der Durchgänge durchaus variieren kann. Optimalerweise hält sich ein Polospieler sogar vier Pferde. Dagegen sind die Kosten für das zusätzliche Equipment wie Helm, Schläger, Schoner und Bekleidung lässliche Peanuts. Doch das einzigartige Feeling dieses Sports ist jeden Cent wert. Kritisch muss man allerdings anmerken, dass der Spielverlauf überreglementiert ist, da jedem Spieler eine feste Position und Aufgabe zugewiesen wird. Mehr taktische Flexibilität wäre da auf jeden Fall wünschenswert: Wieso nicht auch mit drei Stürmern spielen statt nur mit einem? Wieso soll die Nummer 2 nur fürs Passen zuständig sein und die Nummer 3 fürs Verteidigen? Ob es an dieser Starrheit gelegen hat, dass Polo aus der Zeit gefallen war? Oder doch daran, dass der Zweite Weltkrieg endgültig das Ende der Kavallerie markierte? Doch sei es drum. Seinen archaischen und adeligen Charme hat sich Polo, was übrigens tibetisch für "Ball" steht, bis heute bewahrt. Und wer es moderner mag, kann Polo auch auf der Wii spielen.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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