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Erkältung, Schlafmangel, Kater: Wann darf ich Sport machen?

Fitness  

Sofa oder Sport: Ausreden, die wirklich zählen

22.10.2005, 21:18 Uhr

Die Nase läuft, es kratzt im Hals - und das ausgerechnet heute, wo Sie sich aufgerafft haben, wieder ins Fitness-Studio zu gehen. "Leg Dich hin, die Gesundheit ist wichtiger als das Training", sagt der innere Schweinehund. "Nein, ich habe schon die letzten Wochen geschludert", sagt der sportliche Ehrgeiz. Der innere Schweinehund hat in diesem Fall ausnahmsweise recht, mit Infekten ist nicht zu spaßen. Untersuchungen haben gezeigt, dass Belastungen, die den Körper stark erschöpfen, das Immunsystem schachmatt setzen. Diesen Effekt bekommen auch Freizeitsportler zu spüren: "Wenn sich gerade eine Grippewelle ausbreitet und Sie sich sportlich überfordern, können Sie Ihre Abwehr so weit schwächen, dass Sie krank werden,“ sagt Holger Gabriel, Sportmediziner an der Universität Jena. Das gilt besonders für Kraftsport oder andere Tätigkeiten, die zu starkem Muskelkater führen.

Ruhe bei ernsten Infekten

Als Faustregel für das Training bei Krankheit gilt die Schwere der Infektion. "Eine laufende Nase ist kein Thema", meint der Sport- und Allgemeinmediziner Hans-Peter Lange aus Münster. Bei Fieber, Schüttelfrost, verstopften Nebenhöhlen, Halsschmerzen oder Husten aber hört der Spaß auf. "Wenn Sie weiter trainieren, besteht die Gefahr einer Herzmuskelentzündung", warnt der Mediziner. Die beste Ausrede auf dem Sofa sitzen zu bleiben, ist auf jeden Fall ein Bluttest beim Arzt, der einen ernsten Infekt nachweist.

Herz stolpert nach Zechgelagen

Auch Alkohol in größeren Mengen ist eine Belastung, die der Organismus erstmal wegstecken muss. So dämpfen die leckeren Caipirinhas vom Samstagabend deutlich die Trainingsmotivation für den nächsten Morgen und das ist auch gut so. "In einer Post-Alkohol-Phase haben manche Menschen Probleme mit Herz-Rhythmus-Störungen", sagt Joachim Latsch, Mediziner am Institut für Kreislaufforschung und Sportmedizin der Kölner Sporthochschule. "Diesem 'Schützenfest-Syndrom' begegnen Ärzte immer wieder."

Wasserhaushalt gerät durcheinander

Das Herz gerät aus dem Takt, weil Alkohol eine stark harntreibende Wirkung hat. Mit dem Wasser gehen dem Körper auch Elektrolyte verloren, die für die Reizleitung in den Nervenzellen und so auch für die Steuerung des Herzmuskels verantwortlich sind. Joachim Latsch rät, viel zu trinken, am besten isotonische Getränke, die die Ionen wieder ins Gleichgewicht bringen. Der Urin ist ein guter Gradmesser für den Zustand des Wasserhaushalts und so auch für die Leistungsfähigkeit: Je dunkler er ist, desto mehr hat der Organismus mit den Folgen des Zechens zu kämpfen.

Schlafmangel dämpft die Motivation

Das große Gähnen ist der häufigste Grund, das Training sausen zu lassen. Schlafmangel oder eine Umstellung des Schlafrhythmus dämpfen die Leistungsbereitschaft. Forscher von der Universität Liverpool haben beobachtet, wie sich ein Langstreckenflug auf die Leistung eines Fußball-Teams auswirkt: Bei einer Zeitzonenverschiebung von mehr als drei Stunden sind Müdigkeit, Konzentrationsmangel, Antriebsschwäche, Kopfschmerzen und allgemein schlechtes Befinden die Folge. Nicht nur Jetlag ruft diese Symptome hervor: Auch Schichtarbeit oder ein unregelmäßiger Schlafrhythmus äußern sich auf diese Weise.

Das Gehirn schläft, der Körper ruht

Schlafmangel und Spitzenleistungen schließen sich aus. Ein Grund auf Sport zu verzichten, ist Müdigkeit allerdings nicht. "Schlaf ist in erster Linie ein Bedürfnis des Gehirns, nicht des Körpers!", sagt Joachim Latsch. Ruhe in wachem Zustand, das heißt keine Belastung der Muskeln, reicht zur Regeneration. Machen Sie den Selbsttest: Auch wenn Sie bei der Bildschirmarbeit beinah einschlafen, sind Sie nach zehn Minuten Joggen wieder topfit. Anders sieht es aus bei Sportarten, die hohe Konzentration und Koordination erfordern wie beispielsweise Free Climbing oder Downhill Biking. Hier steigt mit jeder Stunde Schlafmangel das Verletzungsrisiko.

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