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Fitnessarmbänder spornen Couchpotatoes an

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Fitnessarmbänder spornen Couchpotatoes an

05.06.2014, 09:33 Uhr | dpa-tmn / msh

Fitnessarmbänder spornen Couchpotatoes an. Fitnessarmbänder (Quelle: Jawbone)

Fitnessarmbänder wie diese von Jawbone sehen nicht aus wie herkömmliche Messgeräte. (Quelle: Jawbone)

Wir wissen es alle: Ausreichende Bewegung ist neben einer gesunden Ernährung das A und O, um gesund und fit zu bleiben. Trotzdem kommt die körperliche Aktivität im Alltag oft zu kurz. Fitnessarmbänder können Sportmuffeln helfen, auf die Beine zu kommen.

Und genau das versprechen die trendigen Kunststoff-Armbänder. Im Kern sind sie Bewegungskontrollgeräte: Sie zählen Schritte und zeichnen die körperliche Aktivität auf. Wenn sich der Träger zu lange nicht bewegt, etwa weil er am Schreibtisch sitzt, schlägt das Armband Alarm. Es macht dann auch Vorschläge: etwa dass man nun doch eine Stunde Handballspielen oder 28 Minuten Seilhüpfen könnte.

Der rote Balken muss weg!

Hannah Ritter, Gesundheitswissenschaftlerin und Bloggerin aus Hamburg, hat ein Fitnessarmband getestet und trägt es seither fast ständig. Da sie oft lange am Schreibtisch sitzt, sei für sie vor allem der Inaktivitätsmodus des Bandes wichtig, sagt Ritter. Wenn sie sich eine Stunde lang nicht bewegt hat, leuchtet an ihrem Band ein roter Balken auf, der sie unmissverständlich auffordert, in Schwung zu kommen. "Und das funktioniert", sagt Ritter. Sie bewege sich mehr, weil sie den roten Balken wieder weghaben und ihr Tagesziel erreichen wolle.

Daten lassen sich auf dem Smartphone oder PC auswerten

Die Armbänder, auch Fitnesstracker genannt, gibt es inzwischen von zahlreichen Firmen wie Jawbone, Garmin, Fitbit, Sony und Nike. Sie kosten rund 100 Euro, manche etwas mehr. Die Daten werden mit Hilfe einer App auf dem Smartphone ausgewertet und visualisiert, können aber auch auf den PC übertragen werden.

Neben der Schritt- und Aktivitätsmessung zählen manche Bänder auch Kalorien, verbinden sich mit einer digitalen Waage oder analysieren den Schlafrhythmus des Trägers. Und sie geben dem Träger eine Zielvorgabe - beispielsweise "10 000 Schritte gehen" -, die er am Tag erreichen soll, um fit und gesundzubleiben.

Für wenig sportliche Menschen besonders interessant

Grundsätzlich seien die Fitnessarmbänder als Motivationshilfe für jeden geeignet, sagt Thomas Niewöhner von der Deutschen Fitnesslehrer-Vereinigung in Baunatal. Vor allem für Nicht-Sportler und Breitensportler sei es interessant, anhand der Aufzeichnungen zu sehen, wie viel oder wie wenig sie sich bewegen. Für aktive Sportler sei das weniger relevant.

Die Bänder ermöglichen ein besseres Feedback, ergänzt der Sportmediziner Thorsten Dolla. Wer es nicht von sich aus schafft, ins Fitnessstudio zu gehen oder sich mit Freunden zum Sport zu verabreden, bekomme eine Hilfestellung. Dass das Band kontrolliert und dokumentiert, wie aktiv sein Träger ist, könne eine Motivation für mehr Bewegung sein und auch den Spaß daran erhöhen. "Gesundheit aus der Steckdose" gebe es aber nicht, betont der in Berlin praktizierende Arzt. Das Fitnessarmband sei kein Trainingsgerät, nur eine Motivationshilfe.

Wer lange Zeit keinen Sport gemacht hat, sollte sich von einem Fitnessarmband aber nicht gleich zu Höchstleistungen antreiben lassen. Es sei sinnvoll, sich ärztlich durchchecken zu lassen, bevor man mit neuen sportlichen Aktivitäten starte, empfiehlt Dolla.

Das Versprechen: Jeder Schritt wird gemessen

Doch wie genau sind die Fitnesstracker eigentlich? Das wollte auch Gerald Gartner von stern.de wissen. Er hat fünf verschiedene Sportbänder zehn Tage lang gleichzeitig getestet. Sein Ergebnis: jedes Gadget lieferte andere Ergebnisse bei der Schrittzählung. Beim Tracker Nike Fuelband war die Abweichung zur Konkurrenz am größten, er zählte zwischen 15 und 44 Prozent weniger Schritte. Das macht einen Unterschied von bis zu 2400 Schritten.

Fitnessarmbänder auch für Diabetes-Patienten

Auch die Krankenkassen interessieren sich für die elektronischen Motivationshelfer. Die private Central Krankenversicherung zum Beispiel stellt Diabetes-Patienten einen Fitnesstracker in Kombination mit einem elektronischen Blutzuckermessgerät zur Verfügung. Der Fitbit one ist zwar kein Armband, sondern ein Anstecker, aber mit ähnlicher Funktion.

"Wir sind extrem überzeugt von diesem Programm", sagt Ronald Voigt, der Sprecher der Versicherung. Bewegung wirke sich bei Typ-2-Diabetes sehr positiv aus, das werde für die Patienten bei der Auswertung der Daten umgehend sichtbar. Und das wiederum sei ein starker Motivationsanreiz, öfter mal die Treppe zu nehmen.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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