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So finden Sie das richtige Fitnessstudio

Uwe Kauss

Aktualisiert am 27.01.2017Lesedauer: 4 Min.
Das richtige Fitness-Studio zeichnet sich vor allem durch die Atmosphäre und das Publikum aus.
Das richtige Fitness-Studio zeichnet sich vor allem durch die Atmosphäre und das Publikum aus. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images-bilder)
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Der Körper braucht Bewegung und Training, aber im Winter draußen in der Kälte? Och nö. Also: Ab ins Sportstudio! Doch welches ist das richtige? Discount-Fitness oder Premium-Gym? Fitness-Coach und Promi-Trainer Jörn Giersberg erklärt, worauf es bei der Suche wirklich ankommt.

Wer im Fitnessstudio trainiert, liegt voll im Trend: Derzeit sind deutschlandweit rund 9,46 Millionen Männer und Frauen in etwa 8300 Studios angemeldet – das sind immerhin 11,3 Prozent der Gesamtbevölkerung, berichtet der Arbeitgeberverband deutscher Fitness- und Gesundheitsanlagen (DSSV). Die Mitgliedsbeiträge unterscheiden sich dabei drastisch: Die günstigsten Discount-Studios kosten monatlich 15 bis 30 Euro, luxuriös ausgestattete Muskeltempel in bester Innenstadtlage gewähren bei 120 bis 150 Euro pro Monat Einlass.


Fitnessstudio finden

Gute Geräte finden sich heute in fast allen Studios – doch die Atmosphäre muss passen, um nicht nach ein paar Wochen das Interesse zu verlieren.
Viele Studios bewerben ihre digital gesteuerten Geräte und versprechen damit noch bessere Fitness: Doch vor allem sparen sie damit Trainer ein.
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Nur wenige Ketten geben die Preise und Ausstattung vor

"Die bundesweiten Discountstudio-Ketten wie McFit, FitX und Clever-Fit geben den Kurs vor, was Ausstattung, Angebot und Preis betrifft", erzählt Promi-Trainer Jörn Giersberg (www.figurtrainer.de). Bevor er sich als Fitness-Experte und Personal Coach in Fernsehsendungen wie Stern-TV einen guten Namen machte, arbeitete er während seines Studiums auch als Trainer in Studios. In Los Angeles trainierte er mit Klienten im Gold`s Gym, in denen viele Hollywoodstars traineren sowie im World Gym, das Arnold Schwarzenegger zum "Mekka of Bodybuilding" machte. "Die Entscheidung zwischen dem günstigsten und dem teuersten Fitnesstudio ist mehr eine Frage der eigenen Erwartung und der Atmosphäre, weniger der Ausstattung", betont Giersberg.

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Discounter-Gyms mit guter Ausstattung

Nach seiner Erfahrung seien selbst die günstigen Kettenstudios inzwischen "auf hohem Niveau" ausgestattet: "Die bieten gut gewartete Geräte der Topmarken, die Maschinen und Hanteln sind meist neu, hochwertig und sauber." Die Ketten könnten das Equipment viel günstiger einkaufen als ein inhabergeführtes Einzelstudio. Aufgrund der vielen Mitglieder, die ein Studio zum wirtschaftlichen Überleben braucht, dürfe man allerdings an individuelle Trainingspläne und Betreuung keine hohen Ansprüche stellen: "Wer weiß, wie er zu trainieren hat, dem empfehle ich ein Discountstudio." Doch dort seien meist sehr viele Mitglieder angemeldet: "Da ist ein stetiges Kommen und Gehen, es geht sehr anonym zu. Wer Kontakt sucht, ist da nicht gut aufgehoben".

Inhabergeführte Studios mit anderem Publikum

Dazu seien die meist zwischen 30 und 60 Euro teuren, inhabergeführten Studios viel besser geeignet. Hier arbeiten viele Besucher seit Jahren an ihrer Fitness, man kennt sich und trifft sich am Tresen. In den Premium-Studios trainiert dagegen ein ganz anderes Milieu – viele Männer arbeiten dort an ihrer Fitness, um wie im Golf- oder Tennisclub gute Geschäfte zu fördern. Im Discountstudio treffe man dagegen Menschen aus dem gesamten Spektrum unserer Gesellschaft: "Da bleibt man mit den Füßen auf dem Boden", sagt er und lacht. Doch auch im Premiumstudio sei nicht alles Gold, was glänzt: "Ich habe in einem Studio dieser Kategorie schon Design-Hantelbänke gesehen, die toll aussahen, nur konnte man damit nicht richtig trainieren. Auch arbeiten dort keine besser qualifizierten Trainer. Allerdings werden dort meist mehr Kurse und große Wellnessbereiche mit Sauna geboten."

Doch wer wenig Erfahrung hat, benötigt eine kompetente Anleitung. Dabei sei eine B-Lizenz für Fitness- oder Gruppentrainer sowie eine vergleichbare Qualifikation die Grundvoraussetzung, betont Giersberg. Noch besser seien Sportwissenschaftler mit Uni-Abschluss geeignet, doch die seien aufgrund der niedrigen Bezahlung eher selten zu finden. Und er schränkt ein: "Ein Sportwissenschaftler, der mit dem Schwerpunkt Volleyball studiert hat, ist nicht unbedingt der Beste, wenn's um Krafttraining mit Rückenschaden geht. Ich würde einfach fragen, welche Erfahrungen der Trainer gesammelt hat. Man braucht einen, der weiß, wovon er redet."

Computergesteuerte Systeme im Kommen

Schwer im Kommen seien derzeit computergesteuerte Fitness-Systeme, die mit Sensoren und Parametern die noch bessere Fitness erzielen sollen – das versprechen jedenfalls die Studios. Doch Giersberg sieht das anders: "Meist geht es darum, mit wenig persönlicher Betreuung viele Menschen zu bedienen. Sie werden gepusht, weil sie einen Rationalisierungeffekt erzielen. Aber bessere Fitness bringen sie nicht."

Auch die derzeit trendigen "Circles", also Zirkeltraining-Systeme verfolgen dasselbe Ziel: Mehr Abwechslung für die Mitglieder, weniger Bedarf an Trainern. "Die Circles bringen zum Schwitzen, sie vermitteln das Gefühl, man hätte kernig trainiert. Aber einen optimalen Trainingseffekt haben sie nicht", urteilt Giersberg.

Viele Studios verlangen Geld für Probetraining

Um herauszufinden, ob alles passt, sei ein kostenfreies Probetraining nötig. In vielen Studios werde dafür inzwischen Geld verlangt, das beim Vertragsabschluss verrechnet wird. Das sei aber nur fair, wenn der Interessent wirklich intensiv und persönlich betreut werde, ein sinnvoller Trainingsplan in Aussicht gestellt und auch ausgearbeitet wird, betont Giersberg. Doch ohne Studio-Erfahrung ist diese Qualität nur schwer einzuschätzen.

Sehr wichtig ist für ihn dazu die gute Erreichbarkeit des Studios: "Wer nach dem Büro seine Tasche packen, ins Auto oder den Bus steigen und 20 Minuten fahren muss, der wird dort nach kurzer Zeit nicht mehr trainieren."

Parkplatz suchen statt trainieren? Ein Motivationskiller. "Um wirklich regelmäßig zum Training zu gehen, musst du deinen inneren Schweinehund überwinden. Der kurze, schnelle Weg ist da entscheidend."

Laufzeiten beachten

Trotz dieser Kriterien ist für ihn die Auswahl fast eine Bauchentscheidung: "Manche Studios kommen zu schick und elitär rüber, in anderen verkehrt eher das Türsteher-Milieu. Man muss sich einfach darin wohl fühlen, die Sauberkeit muss gut sein, die Ausstattung fürs persönliche Training passen und die Erreichbarkeit hervorragend sein", erklärt Jörn Giersberg. Wer den Vertrag abschließt muss wissen, dass er aus den ein- oder zweijährigen Laufzeiten nur sehr schwer wieder herauskommt. Manche Studios bieten daher auch Zehnerkarten an: Da bleibt man völlig flexibel, aber es entsteht weniger Verbindlichkeit, um langfristig dran zu bleiben. Davon leben die Studios übrigens ziemlich gut: "Etwa ein Drittel aller angemeldeten Mitglieder in Deutschland sind zahlende Karteileichen", weiß Giersberg. Für die Studios sind das die besten Kunden.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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