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Lungenerkrankung: Mehr Tote durch COPD

COPD  

Immer mehr Menschen chronisch lungenkrank

08.03.2010, 08:37 Uhr | AP/jlu

Dauerhaft verengte Atemwege: Daran leiden fast sechs Millionen Deutsche über 40 Jahren. Die Ursache ist die so genannte chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD). Diese Störung der Lungenfunktion ist meist die Folge von langjährigem Tabakkonsum. In den nächsten Jahren wird die Zahl der Betroffenen noch weiter steigen. Das ergab eine Studie von Dr. Henning Geldmacher von der Medizinischen Hochschule Hannover. Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation wird COPD bis zum Jahr 2020 die dritthäufigste Todesursache sein.

Weibliche Atemwege sind empfindlicher

Den Anstieg der COPD führen die Experten unter anderem darauf zurück, dass es immer mehr Raucherinnen gibt. Der Studie zufolge rauchen in der Altersgruppe der 40- bis 49-Jährigen mehr Frauen als Männer. Zudem sind häufig mehr Frauen als Männer wegen COPD in ärztlicher Behandlung. Frauen seien besonders gefährdet, weil ihre Atemwege empfindlicher auf Zigarettenrauch reagierten, erläutert Geldmacher in der Zeitschrift "Deutsche Medizinische Wochenschrift". Außerdem steigt die Häufigkeit der chronischen Lungenerkrankung mit dem Alter an. So leidet rund ein Drittel der über 70-jährigen Männer an der COPD.

Rauchen und Staub schaden der Lunge

Die Hauptursache der COPD ist das Rauchen. Je länger und je mehr Zigaretten man am Tag raucht, desto höher ist das Erkrankungsrisiko. Doch auch Nichtraucher können an der Lungenerkrankung leiden. So wird COPD durch länger andauernde Reizungen der Lunge mit Schadstoffen, starke Belastungen mit Staub oder gefährliche Gase am begünstigt. Hinzu kommen erblich bedingte Risikofaktoren, die zur Erkrankung führen können.

Atemnot und andauernder Husten sind Warnsignale

Um sich vor den Schadstoffen zu schützen, verengen sich die Bronchien und und produzieren übermäßig viel Schleim. Das erschwert das Ausatmen und führt zu Atemnot. Ist die Erkrankung fortgeschritten, bekommen die Betroffenen bereits bei leichter körperlicher Anstrengung nur schlecht Luft. Zudem versucht die Lunge sich von den Schadstoffen zu befreien. Das führt zu Husten mit Auswurf, der oft auch über einen längeren Zeitraum nicht abklingt. Die Beschwerden entwickeln sich meist schleichend und über Jahre hinweg. Viele Betroffene wissen deshalb nicht, dass sich hinter den ersten Symptomen eine ernsthafte Krankheit verbirgt und nehmen die Beschwerden nicht ernst.

Medikamente erweitern die Bronchien

Die Behandlung der COPD zielt vor allem darauf ab, die Beschwerden zu lindern. Meistens setzten Ärzte dazu so genannte Bronchodilatatoren ein. Sie helfen, die Bronchien zu erweitern. Bronchodilatatoren werden inhaliert, durchbrechen den Luftstau und sorgen für eine Besserung. Diese Medikamente sind die Basistherapie und sollten jeden Tag angewendet werden. Bei schweren COPD-Verläufen raten Mediziner, zusätzlich zu Kortisonpräparate zu inhalieren.

Auf Zigaretten verzichten

Um eine chronische Lungenerkrankung zu vermeiden, sollten man am besten ganz auf Zigaretten verzichten. Auch strenge Kontrollen der Luftqualität am Arbeitsplatz beugen der Krankheit vor. Um chronisch geschädigte Bronchien nicht weiter zu belasten, empfehlen Ärzte COPD-Kranken einen sofortigen Rauchstopp. Notwendig ist zudem eine umfassende Aufklärung über die chronische Lungenerkrankung, da diese von vielen unterschätzt wird.


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