Sie sind hier: Home > Gesundheit > Gesund leben >

Vorwurf: Bürger bei Patientenverfügungen allein gelassen

...

Stiftung erhebt Vorwürfe  

Staat lässt Bürger bei Patientenverfügung allein

25.09.2016, 11:12 Uhr | dpa

Vorwurf: Bürger bei Patientenverfügungen allein gelassen. Patientenverfügungen müssen sehr genau formuliert werden, damit sie vor Gericht Bestand haben. (Quelle: dpa)

Patientenverfügungen müssen sehr genau formuliert werden, damit sie vor Gericht Bestand haben. (Quelle: dpa)

Mit einer Patientenverfügung wollen sich Bürger für Fälle absichern, in denen sie nicht mehr selbst entscheiden können. Doch nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) müssen diese Verfügungen äußerst präzise formuliert sein. Dabei lasse der Gesetzgeber seine Bürger aber allein, sagt die Deutsche Stiftung Patientenschutz.

Das Urteil des BGH zeige, dass für eine juristisch bindende Patientenverfügung eine gute Beratung zwingend nötig sei. Doch es sei vollkommen offen, wo diese Beratung herkommen solle, sagte Stiftungsvorstand Eugen Brysch.

Der BGH hatte in einem Streit um lebensverlängernde Maßnahmen bei einer älteren Frau die Ansprüche an die Dokumente hochgeschraubt. Die Patientin hatte nach Auffassung der Richter in ihrer Verfügung nicht klar genug ausgedrückt, was im Falle eines schweren Gehirnschadens mit ihr passieren soll und sich nur allgemein gegen "lebensverlängernde Maßnahmen" ausgesprochen. Daraus ließ sich laut BGH kein Sterbewunsch ableiten. Die Kinder der Patientin waren sich zudem uneins.

Möglich sei nach Bryschs Ansicht, dass auch Pflegekräfte, Seelsorger, Sozialarbeiter und Ärzte eine entsprechende Beratung bieten könnten. Die dürften aber nicht Mitarbeiter eines Leistungsanbieters oder Kostenträgers sein. Die Patientenschützer haben zudem eine 10-Punkte-Checkliste erstellt, die helfen soll, gute von schlechten Beratern zu unterscheiden.

Eine Patientenverfügung ist eine schriftlich niedergelegte Willenserklärung etwa zu lebensverlängernden Maßnahmen in einer Situation, in der der Betroffene nicht mehr selbst entscheiden kann. In einem Artikel haben wir wichtige Eckpunkte für die Patientenverfügung zusammen getragen. Eine personalisierte Beratung ersetzt das aber nicht.

Schätzung: Mehrheit der Verfügungen praxisuntauglich

Verständlicherweise scheuten Menschen "davor zurück, sich Fragen von Krankheit und Sterben zu stellen", sagt Patientenschützer Brysch. "So entstehen Patientenverfügungen, die praxisuntauglich sind. Ich schätze, dass das auf die Mehrheit der Dokumente zutrifft", sagte der Stiftungsvorstand. "Dann schnappt die Falle der leichten Lösungen zu. Das fängt bei Ankreuzformularen und Textbausteinen an." Teilweise werde auch für "notarielle, lebensferne Standardtexte viel Geld bezahlt".

Brysch beklagte eine "Welle der Unsicherheit", die der BGH-Beschluss ausgelöst habe. Bei den Fachberatern der Deutschen Stiftung Patientenschutz stehen seit dem Urteil die Telefone nicht still. Dies mache deutlich, dass die Inhalte des Patientenverfügungsgesetzes bei den geschätzt 23 Millionen Menschen, die eine Patientenverfügung verfasst haben, weitgehend unbekannt seien.

Liebe Leserinnen und Leser,

wir haben unsere Community grundlegend erneuert und viele Veränderungen vorgenommen. Es gibt neue Funktionen und auch die Redaktion wird verstärkt in den Kommentarbereichen mit Ihnen in Kontakt treten. Mehr zu unserer neuen Community erfahren Sie in unseren FAQ.

Leider können wir Ihnen nicht unter allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen.
Wir wollen alle Debatten auf t-online.de schnell und sorgfältig moderieren und können deswegen aus der Vielzahl unserer Artikel nur einzelne Themen für Leserdebatten gezielt auswählen. Dabei ist uns wichtig, dass sich das Thema für eine konstruktive Debatte eignet. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Wir freuen uns auf angeregte und kontroverse Diskussionen. Eine Liste der aktuellen Leserdebatten finden Sie auf unserer Übersichtsseite.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
Duftkerze mit der bekannten NIVEA Creme-Note
jetzt bestellen auf NIVEA.de
Klingelbonprix.detchibo.deCECILStreet OneLIDLBabistadouglas.deBAUR

 (Quelle: t-online.de)WICHTIGER HINWEIS:
Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

Mehr zum Thema
Sie sind hier: Home > Gesundheit > Gesund leben

shopping-portal
Das Unternehmen
  • Ströer Digital Publishing GmbH
  • Unternehmen
  • Jobs & Karriere
  • Presse
Weiteres
Netzwerk & Partner
  • Stayfriends
  • Erotik
  • Routenplaner
  • Horoskope
  • billiger.de
  • t-online.de Browser
  • Das Örtliche
  • DasTelefonbuch
  • Erotic Lounge
  • giga.de
  • desired.de
  • kino.de
  • Statista
Telekom Tarife
  • DSL
  • Telefonieren
  • Entertain
  • Mobilfunk-Tarife
  • Datentarife
  • Prepaid-Tarife
  • Magenta EINS
Telekom Produkte
  • Kundencenter
  • Magenta SmartHome
  • Telekom Sport
  • Freemail
  • Telekom Mail
  • Sicherheitspaket
  • Vertragsverlängerung Festnetz
  • Vertragsverlängerung Mobilfunk
  • Hilfe
© Ströer Digital Publishing GmbH 2018