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Krankenkassen: Neue Medikamente sind oft ohne Mehrwert

Kosten-Nutzen-Analyse  

Studie: Viele neue Medikamente haben für Patienten keinen Mehrwert

05.01.2017, 10:28 Uhr | t-online.de

Krankenkassen: Neue Medikamente sind oft ohne Mehrwert. Medikamente: Viele neu zugelassene Medikamente haben keinen zusätzlichen Nutzen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Jährlich kommen viele neue Medikamente auf den Markt. Aber sind sie wirklich besser? (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Jedes dritte Medikament, das neu auf den Markt kommt, ist für Patienten nicht besser als bereits erhältliche Präparate. Das berichten die Zeitungen der Funke Medienguppe und berufen sich auf eine Untersuchung der gesetzlichen Krankenkassen.

2011 setzte der damalige Gesundheitsminister Philipp Rösler eine Arzneimittelreform durch. Eine Kosten-Nutzen-Bewertung für neue Medikamente sollte verhindern, dass die Arzneimittelausgaben der Krankenkassen explodieren und Pharmafirmen "Mondpreise" für neue Medikamente verlangen. 

Nach Angaben der Funke Mediengruppe haben die Krankenkassen nach fünf Jahren eine Zwischenbilanz gezogen. Demnach sind seit 2012 insgesamt 129 neue Medikamente geprüft worden. Nur bei 44, etwa einem Drittel, sei ein zusätzlicher Nutzen für Patienten nachweisbar. 41 weitere Medikamente seien nicht besser als bereits verfügbare Mittel. Die restlichen 44 Medikamente hätten nur für einen kleinen Teil der Patienten einen Zusatznutzen.

Nicht so viel Kosten für Medikamente gespart wie erwartet

Obwohl die Krankenkasse seit der Reform die Preise für neu zugelassene Medikamente mit den Pharmafirmen aushandeln, seien die Einsparungen niedriger als erwartet. So hätten die Krankenkassen seit 2012 zwar rund 2,5 Milliarden Euro weniger für Medikamente ausgegeben. Allerdings habe die Prognose bei zwei Milliarden Euro Ersparnis pro Jahr gelegen.

"Spreu vom Weizen trennen"

Trotzdem seien die Krankenkassen mit der Zwischenbilanz zufrieden. Die Kosten-Nutzen-Bewertung und die Preisverhandlungen dienten dazu, die Qualität der Arzneimittelversorgung zu steigern. Beides helfe, "die Spreu vom Weizen zu trennen", sagte der Vizechef des Spitzenverbands der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) Johann-Magnus von Stackelberg, der Redaktion der Funke-Zeitungen.


Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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