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Unsichtbarer Angriff: Keime auf dem Arbeitsplatz

Unsichtbare Gefahr  

Die größten Keimfallen im Büro

20.06.2017, 11:34 Uhr | Ann-Kathrin Landzettel, t-online.de

Unsichtbarer Angriff: Keime auf dem Arbeitsplatz. In der Büroküche stapelt sich oft das dreckige Geschirr. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/moodboard)

In der Büroküche stapelt sich oft das dreckige Geschirr. (Quelle: moodboard/Thinkstock by Getty-Images)

Im Büro finden sich Krümel auf der Tastatur, Tassen mit Kaffeerand im Schrank und vergessene Speisen in der Mikrowelle. Die Gesundheitsredaktion von t-online.de hat einen Hygienefacharzt gefragt, wo im Büro die größten Keimfallen lauern – und wie kritisch diese für die Gesundheit sind.

Viren, Bakterien und Keime finden ihren Weg zu uns: über das Händeschütteln mit Geschäftspartnern genauso wie über das Anfassen von Türklinken oder ein herzhaftes "Hatschi" der Kollegen. "Unsere Hände sind der Dreh- und Angelpunkt. Über sie bringen wir alle möglichen Erreger ins Büro und verteilen sie dort weiter", sagt Dr. Ernst Tabori, Direktor des Deutschen Beratungszentrums für Hygiene (BZH) in Freiburg.

In der Büro-Küche lauern die meisten Erreger

In der Büroküche finden sich laut dem Experten die meisten Keime – deutlich mehr als auf dem Toilettensitz. Spülschwämme, Geschirrtücher, Kaffeemaschine und Spültisch: Ist es warm und feucht, vermehren sich Mikroorganismen schnell. Auch Schimmel ist ein Thema. Im Kühlschrank sowie im Kaffeevollautomaten finden sich häufig Schimmelnester, wenn sie nicht regelmäßig gereinigt werden. Doch sind sie ein Gesundheitsrisiko?

Ein unsauberer Arbeitsplatz ist eklig, aber nicht zwangsläufig gesundheitskritisch

"Alte Schwämme, verklebte Arbeitsflächen, muffige Geschirrtücher, verkrümelte Tastaturen und schmutzige Tassen sind vor allem eines: eklig und unästhetisch", sagt Tabori. "Zwar sind die unsauberen Stellen für Mikroorganismen buchstäblich ein gefundenes Fressen. Allerdings muss man wissen, dass nicht die Gesamtzahl der Bakterien, die uns umgeben, entscheidend ist, sondern wie viele Keime darunter sind, die wirklich krank machen. Und das tun nur die wenigsten."

Vorsichtig sollte man laut dem Experten vor allem im Umgang mit Nahrungsmitteln sein – besonders wenn ein Schimmelbefall zu erkennen ist. Wichtig ist auch, vor und nach dem Kontakt mit Lebensmitteln immer die Hände zu waschen. "Ansonsten sollte man die Kirche im Dorf lassen", so Tabori. Die Mikroorganismen, die im Büro anzutreffen sind, seien meist harmlos.

Ein sauberer Arbeitsplatz aus Respekt vor den Kollegen

Doch nicht nur aus Hygienegründen sollte man auf ein sauberes Büro achten, sondern auch aus Respekt den Kollegen gegenüber. Zu einem angenehmen Miteinander gehört eben auch, sorgsam mit Arbeitsmaterialien umzugehen, verdorbenes Essen aus dem Kühlschrank zu räumen und die Toilette so zu hinterlassen, wie man sie selbst vorfinden möchte. Dadurch minimiert sich letzten Endes auch ein mögliches Infektionsrisiko.

Bereits zehn Noroviren machen uns krank

Kritisch wird es vor allem dann, wenn Kollegen krank ins Büro kommen, etwa mit einem Erkältungsinfekt, einer Grippe oder einer Durchfallerkrankung. Sind die Viren erst mal eingeschleppt, kann schnell eine Erkrankungswelle durch das Büro gehen. "Bei Noroviren etwa reichen bereits zehn bis hundert Virenpartikel aus, um die Erkrankung auszulösen. Das ist extrem wenig, wenn man bedenkt, dass über den Stuhlgang eines Erkrankten Milliarden solcher Viren ausgeschieden werden", so der Infektionsexperte. "Wer krank ist, sollte daher zu Hause bleiben. Das ist der sicherste Schutz für die Kollegen."

Nach Betreten des Büros immer Hände waschen

Ein weiterer wichtiger Schutz ist regelmäßiges Händewaschen mit Seife. Nur Seife löst Bakterien, Viren und Keime zuverlässig von der Haut. Die Temperatur des Wassers spielt keine Rolle. "Wer ins Büro kommt, sollte sich zuerst die Hände waschen", rät Tabori. "Das verhindert, dass Krankheitserreger eingeschleppt werden, die etwa in öffentlichen Verkehrsmitteln auf die Hände gelangt sind."

Auch vor und nach dem Essen muss man die Hände reinigen, ebenso nach dem Toilettengang und immer, wenn man etwas angefasst hat, das Rückstände an den Händen hinterlassen hat. "Es kommt weniger darauf an, was wir anfassen. Es kommt darauf an, wie wir uns danach verhalten. Dieses Verhalten trägt entscheidend dazu bei, wie sauber und hygienisch ein Büro ist – oder eben nicht", betont Tabori.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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