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Studie zeigt: Zähneputzen könnte auch der Herzgesundheit nützen

Studie zeigt  

Zähneputzen könnte ungewöhnlichen Gesundheitsnutzen haben

03.12.2019, 11:32 Uhr | dpa

Studie zeigt: Zähneputzen könnte auch der Herzgesundheit nützen. Frau putzt sich die Zähne: Eine vernachlässigte Zahnreinigung kann dazu führen, dass sich im Mund immer mehr Bakterien sammeln. Diese können Entzündungen von Zähnen und Zahnfleisch verursachen, die über Nervenbahnen und Blutgefäße auch in den Körper gelangen. (Quelle: dpa/Oliver Berg)

Frau putzt sich die Zähne: Eine vernachlässigte Zahnreinigung kann dazu führen, dass sich im Mund immer mehr Bakterien sammeln. Diese können Entzündungen von Zähnen und Zahnfleisch verursachen, die über Nervenbahnen und Blutgefäße auch in den Körper gelangen. (Quelle: Oliver Berg/dpa)

Wie stark Mundhygiene die Gesundheit beeinflussen kann, wird noch immer unterschätzt. Doch Zähneputzen könnte auch vor Herzkrankheiten schützen, solange Sie sich an eine bestimmte Routine halten. 

Regelmäßiges Zähneputzen ist nicht nur wichtig, um Karies oder Parodontitis zu vermeiden – es könnte auch das Herz schützen. Das legt zumindest eine südkoreanische Studie nahe, deren Ergebnisse im Fachblatt "European Journal of Preventive Cardiology" veröffentlicht wurden. Demnach haben Menschen, die sich mindestens dreimal am Tag die Zähne putzen, ein geringeres Risiko für Herzrhythmusstörungen und Herzinsuffizienzen.

Mundhygiene beeinflusst Gesamtgesundheit

An kaum einem anderen Ort unseres Körpers tummeln sich mehr Bakterien als in der Mundhöhle. Wird die Zahnreinigung vernachlässigt, werden diese nicht mehr in Schach gehalten. In der Folge können Entzündungen entstehen, die zunächst Zähne und Zahnfleisch betreffen und dann über Nervenbahnen und Blutgefäße in den Körper wandern.

Der Zusammenhang zwischen Zahnhygiene und einer Reihe von Krankheiten ist schon seit Längerem bekannt – etwa bei Lungen- und Herzentzündungen, Erektionsstörungen, Herzinfarkten und Schlaganfällen. Einen weiteren möglichen Zusammenhang ergab nun die Studie der südkoreanischen Ewha-Frauenuniversität.

Groß angelegte Studie

Das Team um Tae-Jin Song nutzte für die Analyse die Datenbank des National Health Insurance System und wählte daraus 161.286 Teilnehmer zwischen 40 und 79 Jahren aus, deren medizinische Vorgeschichte keine Herzprobleme enthielt. Bei einer Untersuchung wurden Daten zu Größe, Gewicht, Laborwerten, Krankheiten, Lebensstil, Mundgesundheit und Mundhygieneverhalten dieser Menschen erfasst. Durchschnittlich ein Jahrzehnt später wurde die Untersuchung wiederholt. Zu dem Zeitpunkt hatten 4.911 der Teilnehmer (drei Prozent) ein Vorhofflimmern – also eine Herzrhythmusstörung – und 7.971 (4,9 Prozent) eine Herzinsuffizienz entwickelt.

Auffällig dabei war, dass jene Teilnehmer, die sich dreimal oder öfter am Tag die Zähne putzten, ein um zehn Prozent geringeres Risiko für Vorhofflimmern und ein um zwölf Prozent vermindertes Risiko für Herzinsuffizienz hatten, als jene mit einer schlechteren Mundhygiene. Auch wiederkehrende professionelle Zahnreinigungen wirkten sich positiv aus. Diese Ergebnisse zeigten sich unabhängig von Faktoren wie Alter, Geschlecht, sozioökonomischem Status, regelmäßiger Bewegung, Alkoholkonsum, Body-Mass-Index und weiteren Faktoren wie Bluthochdruck.

Wie die Wirkung zustande kommen könnte, beantwortet die Untersuchung nicht. Die Forscher vermuten, dass regelmäßiges Zähneputzen Bakterien in den schwer erreichbaren Taschen zwischen Zahnfleisch und Zähnen reduziert – und damit verhindert, dass diese in den Blutkreislauf gelangen.

Nur bedingte Aussagekraft der Untersuchung

Song räumt ein, dass die Analyse nur auf Daten aus einem einzigen Land beruht und als reine Beobachtungsstudie keine Ursachen aufzeigen kann, betont aber auch: "Wir haben eine große Gruppe über einen langen Zeitraum untersucht, was unsere Ergebnisse stärkt." Eine Stärke der Studie, die auch die beiden Mediziner Pascal Meyre vom Universitätsklinikum Basel und David Conen von der kanadischen McMaster Universität in einem begleitenden Kommentar hervorheben.


Meyre und Conen merken allerdings an, dass Faktoren wie Bildungsgrad und Familienstand nicht abgefragt und berücksichtigt wurden, obwohl diese sich nachweisbar auf die Mundhygiene auswirkten. Zudem basierten die Angaben zum Zähneputzen auf Aussagen der Teilnehmer selbst, was immer eine gewisse Fehlermöglichkeit bedeute. "Es ist sicherlich zu früh, um Zähneputzen zur Vorbeugung von Vorhofflimmern und Herzinsuffizienzen zu empfehlen", schließen die beiden Mediziner. Zunächst seien weitere Analysen nötig.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa
  • Fachzeitschrift "European Journal of Preventive Cardiology"

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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