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Protein in Spinnengift kann Folgen eines Schlaganfalls mindern

Schutz vor Hirnschäden  

Das Gift dieser Spinne kann nicht nur töten

22.03.2017, 13:13 Uhr | AFP

Protein in Spinnengift kann Folgen eines Schlaganfalls mindern. Eine Trichternetzspinne krabbelt herum. (Quelle: imago images/imagebroker)

Eine Trichternetzspinne hat eine Assel erbeutet (Quelle: imagebroker/imago images)

Ein Schlaganfall kann das Gehirn schädigen. Australische Wissenschaftler haben nun ein Mittel gefunden, das solche Hirnschäden verringern könnte. Es steckt in einem tödlichen Spinnengift.

"Wir glauben, dass wir zum ersten Mal einen Weg gefunden haben, die Folgen von Hirnschäden nach einem Schlaganfall zu minimieren", sagte der Leiter der Studie, Glenn King, der Nachrichtenagentur AFP.

Forscher gewinnen Protein aus Spinnengift

Die Wissenschaftler der Universität von Queensland und der Monash-Universität in Melbourne benutzten für ihre Untersuchung Spinnen, die auf Fraser Island an der Küste des Bundesstaates Queensland eingefangen wurden. Es handelte sich bei diesen um Trichternetzspinnen, einer besonders giftigen Spinnenart.

Die Forscher versetzten den Spinnen im Labor einen Elektroschock, so dass sich die Muskeln der Tiere anspannten und das Gift herausgepresst werden konnte. Aus diesem extrahierten sie ein Protein. Eine synthetische Version von diesem wurde anschließend Ratten eingespritzt.

Protein aus Spinnengift blockiert bestimmte Ionenkanäle im Gehirn

"Das kleine Protein, das wir entdeckt haben, Hi1a, blockiert säure-abtastende Ionenkanäle im Gehirn, die maßgeblich für Hirnschäden nach einem Schlaganfall verantwortlich sind", sagte King. Das Protein sei sehr vielversprechend für zukünftige Schlaganfall-Behandlungen.

Besonders interessant sei an Hi1a, dass es bis zu acht Stunden nach einem Hirnschlag ein "außergewöhnliches Schutzniveau" biete. Dies sei "ein bemerkenswert langes Zeitfenster für eine Behandlung", sagte King. "Hi1a bietet sogar einen gewissen Schutz für die zentrale Gehirnregion, die am stärksten von Sauerstoffmangel beeinträchtigt wird und die generell wegen des schnellen Absterbens der Zellen bei Schlaganfällen als unheilbar gilt", fügte der Forscher hinzu.

Der Direktor des Hirn-Zentrums am Royal Melbourne Hospital, Stephen Davis, nannte die vorklinischen Studien ermutigend. Eine "sichere und effektive Neuroprotektion" könne bei den meisten Schlaganfallpatienten voraussichtlich schon im Krankenwagen vor der Ankunft im Krankenhaus angewendet werden und biete vielen weiteren Patienten die Möglichkeit einer Behandlung, sagte Davis.

Tests an Menschen müssen Wirkung des Proteins zeigen

Als nächstes sei nun zu klären, ob sich die Ergebnisse in klinischen Tests als nützlich für Menschen erweisen. Studienleiter King hofft darauf, dass innerhalb der kommenden zwei Jahre Tests an Menschen gemacht werden können.

Jedes Jahr sterben weltweit sechs Millionen Menschen an einem Hirnschlag, und fünf Millionen Überlebende leiden unter bleibenden Schäden. Die Wissenschaftler veröffentlichten ihre Forschungsergebnisse in der Fachzeitschrift "Proceedings of the National Academy of Sciences".

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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