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EU ruft zum Kampf gegen Impfmüdigkeit auf

Elektronischer Impfausweis  

EU ruft zum Kampf gegen Impfmüdigkeit auf

26.04.2018, 15:22 Uhr | dpa

EU ruft zum Kampf gegen Impfmüdigkeit auf. Grippeimfpung (Quelle: dpa/Sebastian Gollnow)

Grippeimfpung: Die Immunisierung kann vor Infektionskrankheiten schützen. (Quelle: Sebastian Gollnow/dpa)

Impfen bietet einen sehr hohen Schutz vor Krankheiten, die früher Millionen Menschen dahingerafft haben. Trotzdem verweigern sich viele der Immunisierung. Diese Impfgegner kritisiert Brüssel jetzt.

Angesichts wachsender Impfskepsis und zahlreicher Masernfälle hat die EU-Kommission alle Mitgliedsstaaten zum gemeinsamen Gegensteuern gedrängt. EU-Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis legte Vorschläge zur Steigerung von Impfraten vor und verband das mit heftigen Angriffen auf Impfgegner.

Impfgegner verbreiteten falsche Informationen und trügen damit zur Ausbreitung vermeidbarer Krankheiten bei, sagt Andriukaitis und fügte hinzu: "Es gibt keinen Impfstoff gegen Fake News."

Impfungen gegen Infektionskrankheiten schützten nachweislich und seien "eine der größten medizinischen Errungenschaften unserer Zeit". Jährlich würden dadurch ein bis drei Millionen Todesfälle vermieden.

Die Zahl der Masernfälle in der EU hatte zuletzt wieder zugenommen, sie schwankt aber von Jahr zu Jahr sehr. In den zwölf Monaten bis Ende Februar 2018 wurden in der EU nach offiziellen Angaben 14.813 Masernfälle gezählt. Mindestens 40.000 Menschen stürben jährlich an Komplikationen der Grippe, teils wegen zu niedriger Impfraten, sagt Andriukaitis.

EU schlägt Impfpläne vor

Die Kommission schlägt den EU-Staaten 20 konkrete Punkte vor, darunter die Erstellung nationaler Impfpläne bis 2020 mit dem Ziel, dass mindestens 95 Prozent der Bevölkerung gegen Masern geschützt sind.

Ärzte und Schwestern sollen so geschult werden, dass sie "Impfungen selbstbewusst verabreichen und zögerlichem Verhalten entgegentreten können". Ein Informationsportal soll "objektive, transparente und aktuelle Belege für die Vorzüge und die Sicherheit von Impfstoffen" bieten.

Die Brüsseler Behörde bringt zudem einen elektronischen, in der ganzen EU lesbaren Impfausweis ins Gespräch.

Über die Vorschläge sollen die EU-Staaten beraten und sie aus Sicht der Kommission bis Ende 2018 vereinbaren. Dann könnten sie direkt in Kraft treten.

Verwendete Quellen:
  • dpa

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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