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Arzneimittel: Beratung in Apotheken ist Glückssache

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Gesundheit  

Beratung in Apotheken ist Glückssache

20.11.2007, 11:29 Uhr | cme

Über Wechselwirkungen sollte der Apotheker Bescheid wissen. (Foto: dpa)Über Wechselwirkungen sollte der Apotheker Bescheid wissen. (Foto: dpa)"Zu Risiken und Nebenwirkungen..." fragen Sie wohl besser zweimal nach. Die Beratung in der Apotheke ist nämlich offenbar Glückssache, wie ein Test des ZDF-Magazins WISO zeigt. In zwei unterschiedlichen Untersuchungen wies nicht einmal die Hälfte von zehn getesteten Apotheken auf mögliche Wechselwirkungen hin. Teilweise gab das Personal sogar falsche Informationen. "Viele Apotheker haben zwar gelernt, wie man Arzneimittel herstellt, wissen aber nur ungenügend über deren Wirkungen Bescheid", sagte Pharmakologe Prof. Ulrich Förstermann von der Universität Mainz im Gespräch mit T-Online.


Antibiotika vermindern Pillenwirkung

Im WISO-Test hatte eine Testkundin in zehn Apotheken ein verordnetes Antibiotikum gekauft und sich beim Apotheker nach möglichen Wechselwirkungen mit der Anti-Baby-Pille erkundigt. Nur die Hälfte der Pharmazeuten wies darauf hin, dass die Wirkung der Pille beeinträchtigt werden könne und zusätzliche Verhütung nötig sei. Fünf der zehn Apotheken hingegen sahen trotz Nachfrage kein Problem in der gemeinsamen Einnahme.

Wechselwirkung nicht erkannt

Ähnlich schlecht sah die Beratung im zweiten Fall aus. Hier wollte die Testkundin ein Eisenpräparat kaufen und fragte in der Apotheke nach, ob sie dieses morgens zusammen mit einem Schilddrüsenpräparat nehmen könne. Der Hintergrund: Mineralstoffe wie Eisen hemmen die Aufnahme des Schilddrüsenhormons im Darm und machen das Medikament damit unwirksam. Doch nur drei Apotheker berieten richtig. Bei fünf weiteren war die Beratung lückenhaft und zwei Apotheken sahen gar kein Risiko in der gemeinsamen Einnahme.

Auch Ärzte beraten nicht immer gut

Nach Ansicht des Pharmakologen Förstermann sind vor allem ältere Apotheker unzureichend ausgebildet, da der Schwerpunkt der Ausbildung früher auf der Herstellung der Medikamente, nicht aber auf Beratung und möglichen Neben- und Wechselwirkungen lag. Da heutzutage aber vor allem viele ältere Patienten mehrere Medikamente gleichzeitig einnehmen, sei die Gefahr von Wechselwirkungen groß. Inzwischen habe sich allerdings in der Ausbildung einiges verbessert. Da auch Ärzte nicht immer zufriedenstellend beraten, rät Förstermann dazu, in jedem Fall eine zweite Meinung einzuholen, insbesondere, wenn mehrere Medikamente gleichzeitig eingenommen werden.

Packungsbeilage lesen

Um mögliche Wechselwirkungen zu erkennen, ist es wichtig, sowohl den Arzt als auch den Apotheker darüber zu informieren, welche Medikamente Sie zur Zeit einnehmen. Auch Mineralstoffpräparate und die Pille sollten Sie erwähnen. Und auch wenn es lästig ist: Der Beipackzettel listet alle bekannten Wechselwirkungen auf und sollte daher genau studiert werden.

Mängel auch bei Versandapotheken

Übrigens: Versandapotheken haben die gleiche Beratungspflicht wie die Apotheke um die Ecke. Dass auch hier die Beratungsqualität schwankt, zeigte kürzlich eine Untersuchung der Stiftung Warentest. Von 15 untersuchten Apotheken berieten nur fünf gut. Fünf weitere erhielten die Note "befriedigend", vier die Note "ausreichend". Bei einer Versandapotheke (Apopack) war die Beratung sogar mangelhaft.


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