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Norovirus kommt wieder: Experten warnen vor Epidemie

Noro-Epidemie droht

18.02.2010, 19:43 Uhr | bri/dpa

Das Noro-Virus breitet sich aus. (Foto: Archiv)Das Noro-Virus breitet sich aus. (Foto: Archiv)Darminfektionen durch das Norovirus sind wieder auf dem Vormarsch. Das Robert-Koch-Institut (RKI) warnt vor einer neuen Welle von Erkrankungen durch das Norovirus. Die Anzahl der an das RKI übermittelten Infektionen ist seit Mitte August kontinuierlich gestiegen - von rund 500 Fällen bis auf fast 2800 bis Ende Oktober. Die Zahlen sind sogar höher als in Jahren zuvor.

Noro-Viren So schützen Sie sich

48 Tote durch Noroviren

Eine Infektion mit Noroviren sei unangenehm, bei gesunden Menschen aber nicht lebensbedrohlich, sagt Institutspräsident Reinhard Kurth. "Aber 48 Todesfälle im vergangenen Winter zeigen, dass man die Erkrankung ernst nehmen muss." Laut RKI zählen Noroviren zu den häufigsten Erregern von Magen-Darm-Erkrankungen. Meist sterben alte und geschwächte Menschen an der Infektion. Die Wahrscheinlichkeit, daran zu sterben, liegt laut RKI bei weniger als ein Prozent.

Hohe Dunkelziffer

In diesem Jahr wurden bis Ende Oktober an das RKI über 120.000 Infektionen gemeldet. 2006 waren es im gleichen Zeitraum lediglich rund 46.000. Anfang November grassierte das Virus in zwei sächsischen Kliniken, wo 220 Menschen erkrankten. 50 Menschen erkrankten in einer Klinik bei Hamburg. Die Experten des Instituts schätzen, dass es eine hohe Zahl nicht gemeldeter Fälle gibt. "Eigentlich ist jeder Arzt verpflichtet, den Nachweis von Noroviren zu melden. Dennoch schätzen wir, dass es eine hohe Dunkelziffer gibt. Denn bevor Betroffene einen Arzt aufsuchen ist die Krankheit meist schon vorüber", sagt Dr. Judith Koch, Mitarbeiterin am RKI.

Viel trinken und wenig essen

"Wen es erwischt, der sollte auf die bewährten Hausmittel gegen Übelkeit zurückgreifen: sehr wenig essen, maximal etwas Zwieback, Tee und Mineralwasser trinken", rät Koch. Die Symptome klingen normalerweise nach 72 Stunden ab. Die Krankheit verläuft zwar normalerweise nicht tödlich, aber für Kinder und ältere Menschen kann sie besonders gefährlich sein.

Hygiene als vorbeugende Maßnahme

Verstärkt auf Sauberkeit zu achten, ist die einzige Möglichkeit, das Virus einzudämmen. Nach jedem Gang zur Toilette gilt also: Hände gründlich mit Seife waschen. Auch wenn man mit vielen Menschen zusammen oder mit Bus und Bahn unterwegs war, kann Händewaschen vorbeugen. Nach Ausbruch der Infektion sollten Toiletten, Waschbecken und andere Flächen in der Nähe des Patienten extra desinfiziert werden, um eine Ausbreitung zu verhindern. Auch Bettwäsche, Handtücher und Kleidung sind nach der Ansteckung mit Noroviren befallen. Diese also bei mindestens 60 Grad waschen. Durch die lang anhaltende Ansteckungsgefahr sollten Sie auch zwei Wochen nach der Erkrankung nicht auf akribisches Händewaschen verzichten.

Noro-Viren sind extrem ansteckend

Das Virus (abgekürzt NV, ehemals Norwalk-Like-Virus) wird durch Schmierinfektionen übertragen. "Wer mit Ausscheidungen oder Speichel von Patienten in Kontakt kommt, kann innerhalb von zwei Tagen krank werden", erklärt Koch. Vor allem wer im Alltag mit vielen Menschen zu tun hat, ist gefährdet, also Personen in Kindergärten, Schulen, Großraumbüros. "Wer selbst erkrankt ist, sollte unbedingt den Kontakt zu anderen meiden", rät die Ärztin. "In Krankenhäusern zum Beispiel werden Betroffene sogar extra isoliert." Noch bis zu 14 Tage nach der Erkrankung können die Viren übertragen werden. "Hat man einmal die Infektion überstanden, ist man jedoch nicht immun. Es kann einen immer wieder treffen", sagt Koch. Weil das Virus sich ständig wandelt, sehr widerstandsfähig ist und auch keine Immunisierung stattfindet, gibt es auch noch keine Impfung dagegen.

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