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Schlankheitspillen können tödlich sein

GESUNDHEIT | Medizin  

Tödliche Schlankmacher

06.02.2008, 14:26 Uhr | bri/afp/dpa

Schlankheitspillen aus dem Internet können schwere Nebenwirkungen haben. (Foto: Imago)Schlankheitspillen aus dem Internet können schwere Nebenwirkungen haben. (Foto: Imago)Schlankheitspillen aus dubiosen Quellen können tödlich sein. Die Gesundheitsbehörde Hamburg und die Verbraucherzentralen warnen vor Schlankheitspillen aus dem Internet. In Dänemark hatte eine Frau das Mittel "Therma Power" im Web bestellt und eingenommen. Sie starb an Herzstillstand. Ihr Tod wird mit dem Mittel in Verbindung gebracht. "Therma Power" enthält Ephedrin. Der Stoff verengt die Blutgefäße und steigert gleichzeitig den Blutdruck.

Schlankheitspillen Darauf sollten Sie achten



Schwere Nebenwirkungen durch Ephedrin

"Therma Power" wird im Internet als Appetitzügler und als Mittel zum Abnehmen in Packungen mit je 60 Kapseln angeboten. Die Gesundheitsbehörde rät vom Verzehr ephedrinhaltiger Nahrungsergänzungsmittel ab. Das Bundesinstitut für Risikobewertung in Berlin hat bereits 2002 gewarnt: Die Einnahme Ephedrin- und Ephedra-Kraut-haltiger Lebensmittel oder Nahrungsergänzungsmittel kann schwere Nebenwirkungen haben. Die Gesundheitsbehörde betonte zudem, "dass Produkte, die über internationale Webseiten angeboten sind, keiner Kontrolle unterliegen und als unsicher gelten".

Angebliche Wundermittel

Auf unseriösen Webseiten werden Schlankheitsmittel massenhaft angeboten. Die Anbieter versprechen "abnehmen ohne zu hungern", "schlank auch ohne Sport" oder "der weltweit erfolgreichste Fettverbrenner". Per eMail oder Telefon bestellt, erreichen die Pillen den Kunden in Paketen aus dem Ausland. Manche Kapseln sind nur im Gefrierbeutel verpackt. Beim Anbieter nachfragen bringt nichts: Die Händler stehen in keinem Telefonbuch und die Webseiten sind oft nicht mehr auffindbar. "Hier werden alle Regeln des Verbraucherschutzes ausgehebelt", sagt Carl Friedrich Theill von der Stiftung Warentest. Die Stiftung hatte vergangenes Jahr 16 Mittel bestellt und auf Inhaltsstoffe untersucht.

Gefährliche Cocktails

Die Tester fanden in vielen Produkten den Appetitzügler Sibutramin. Dieser Stoff darf hierzulande nur unter ärztlicher Aufsicht eingenommen werden und führt in hohen Dosen zu Bluthochdruck und Herzrasen. Das gilt auch für den Stoff Yohimbin. Er wurde früher als Potenzmittel eingesetzt. Die Tester fanden es in einem Mittel namens "Stacker 2".

Lebensgefährlicher Koffeinschock

Wie auch "Therma Power" enthielten etliche Mittel Ephedrin. In der Pille "ThermoGenesis" war Ephedrin auch noch mit Koffein vermischt. Eine Kapsel enthielt 350 Milligramm davon. Schluckt ein Anwender die empfohlenen zwei Tabletten am Tag, entspricht das etwa zehn Tassen Kaffee.

Irreführende Angaben auf der Verpackung

Auch die Informationen zu den Inhaltsstoffen sind dürftig. "Besonders fatal ist, dass die Zusammensetzung der Schlankheitsmittel auf den Packungen nicht vollständig oder falsch deklariert ist", erklärt Theill. Der Verbraucher wisse gar nicht, welche gefährlichen Substanzen er schlucke.


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