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Medizinforschung: Amalgam ist nicht schädlich

GESUNDHEIT | AMALGAM  

Studie: Amalgam ist nicht schädlich

04.04.2008, 18:30 Uhr | dpa

Gesundheit: Immer mehr Kinder und Jugendliche haben Karies. (Foto: Imago)Immer mehr Kinder und Jugendliche haben Karies. (Foto: Imago)Zahnfüllungen aus Amalgam standen immer wieder im Verdacht, der Gesundheit zu schaden, weil sie unter anderem Quecksilber enthalten. Das widerlegt nun eine umfangreiche Studie. Die Entfernung von Amalgamfüllungen bei Beschwerden wie Kopfschmerzen oder Müdigkeit ist demnach meist unnötig. Solche Symptome könnten auch durch ein spezielles Gesundheitstraining und eine gesunde Lebensweise verschwinden. Zu diesem Ergebnis kommt ein insgesamt zwölf Jahre dauerndes Forschungsprojekt, an dem verschiedne medizinische Fachbereiche beteiligt waren.

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"Allgemein schadet Amalgam nicht"

Die Wissenschaftler kamen zu dem Ergebnis, dass eindeutige Aussagen über die Schädlichkeit von Amalgam nicht gemacht werden können. "Mit Sicherheit besteht kein Zusammenhang mit viel Amalgam im Mund und hohen Beschwerden", sagte Melchart. Professor Reinhard Hickel von der Zahnpoliklinik der Münchner Ludwig Maximilians-Universität erklärte: "Allgemein schadet Amalgam nicht." Die Patienten hatten in Fragebögen indes mehr als 300 Symptome wie Konzentrationsstörungen mit ihren Amalgam-Füllungen in Verbindung gebracht.

Quecksilber aus Speisefischen gefährlicher

Die Forscher fanden zwar heraus, dass die anorganischen Quecksilberwerte im Blut von Patienten mit Amalgamfüllungen viermal höher waren als bei Menschen ohne solche Füllungen. Doch lagen diese Werte weit unterhalb der kritischen Belastungsgrenze, sagte der Toxikologe Professor Stefan Halbach vom Helmholtz-Forschungszentrum in Neuherberg bei München. Halbach wies darauf hin, dass das anorganische Quecksilber im Amalgam weit weniger giftig sei als das organische Quecksilber, das die Menschen durch den Verzehr von Fisch zu sich nehmen. Bei der Entfernung des Amalgams reduzierten sich die anorganischen Quecksilberwerte bei den Patienten, die organischen Quecksilberbestandteile im Blut blieben davon unberührt.

Gesundheitsschäden lassen sich nicht nachweisen

Nach Angaben der Wissenschaftler gibt es kein Verfahren, um Amalgamschäden eindeutig festzustellen. In einer Kontrollstudie hatten die Forscher verschiedene Faktoren an gesunden und amalgambelasteten Patienten untersucht. Ergebnis: Keine der Methoden sei in der Lage, zwischen gesunden und nach eigenem Empfinden amalgamgeschädigten Menschen zu unterscheiden. Die Auswertung von über 4700 Fragebögen aus deutschen Zahnpraxen zu Beschwerden und Zahnstatus ergab keine Unterschiede von Patienten mit und ohne Amalgamfüllungen hinsichtlich der genannten Beschwerden. An dem Langzeitprojekt hatten sich mehrere universitäre Einrichtungen beteiligt. Die Leitung hatte das Zentrum für naturheilkundliche Forschung am Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München.

Patienten müssen andere Füllungen selbst zahlen

Der Zahnarzt müsse die Patienten über Materialien und Behandlungsmethoden aufklären, sagte Hickel. Der Patient habe dann das Recht, die Auswahl zu treffen, ob er Amalgam, Gold oder Kunststofffüllungen will. Andere Füllungen müssen von Patienten zum großen Teil aus eigener Tasche gezahlt werden.

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