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Masern in Baden-Württemberg: Schule in Freiburg geschlossen

GESUNDHEIT | MASERN  

Schule in Freiburg wegen Masern geschlossen

10.04.2008, 17:35 Uhr | bri/dpa

Die Spritze gegen Masern (Foto: dpa)Die Spritze gegen Masern (Foto: dpa)Die Masern breiten sich auch in Deutschland weiter aus. Nach dem Masern-Ausbruch in der Schweiz gibt es mehrere Fälle in Südbaden und am Bodensee. Jetzt ist sogar eine Schule in Freiburg geschlossen worden. "In unserer Schule ist ein Masernfall aufgetreten", teilte die Staudinger Gesamtschule mit. Das Freiburger Gesundheitsamt erwartet nach Angaben des Regierungspräsidiums weitere Fälle. Erst vor Kurzem hatten Ärzte gewarnt, dass sich Masern durch die Fußball-EM in der Schweiz und Österreich stark ausbreiten könnten.

Weitere 30 Ansteckungen in Freiburg

Laut Gesundheitsamt Freiburg haben sich in der Region schon mehr als 30 ungeimpfte Kinder, Jugendliche und junge Erwachsenen angesteckt, bei einigen von ihnen besteht noch der Verdacht. Ab Freitag soll die Schule wieder öffnen, jedoch werden dann an den Eingängen der Staudinger Gesamtschule die Impfbücher der Jungen, Mädchen und Lehrer kontrolliert werden. "Die Schule darf nur betreten, wer über eine ausreichend gesicherte Masernimmunität verfügt", teilte die Behörde mit. Schüler, die nicht geimpft seien, dürften erst vom 23. April an - und somit nach Ende der Inkubationszeit - wieder die Schulbank drücken.

Über 1000 Masernkranke in der Schweiz

In der Schweiz sind seit Beginn des Jahres 1000 Menschen, meist Kinder und Jugendliche, erkrankt, und die Epidemie weitet sich nach Deutschland aus. In Baden-Württemberg sind mittlerweile über 100 und in Bayern 35 Menschen mit dem hoch ansteckenden Virus infiziert.

"EM der Masern"

"In der Schweiz, in Österreich und in Deutschland findet eine Europameisterschaft der Masern statt", warnte Wolfram Hartmann, Präsident des Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). Der Verband ruft alle Touristen und Besucher der Fußball-Europameisterschaft in der Schweiz zur Impfung auf. Denn wer die Masern als Erwachsener bekommt, dem können sie mehr schaden als einem Kind: "Mit dem Erkrankungsalter steigt auch die Zahl der Komplikationen", warnte Hartmann.

Impfung ist gut verträglich

Die Impfung besteht bei Erwachsenen in der Regel aus einer Spritze. Es kann zu Nebenwirkungen wie Fieber, Abgeschlagenheit und Rötungen an der Stichstelle kommen. In der Regel ist die Impfung jedoch gut verträglich. Nach rund vier Wochen ist der Mensch gegen die Masernviren immun. Wer also zur EM fährt, sollte überprüfen, ob er als Kind geimpft wurde oder vorher rechtzeitig die Impfung planen.

Säuglinge und Ältere besonders gefährdet

Masern sind eine stark ansteckende Infektionskrankheit. Typisch sind hohes Fieber und Hautausschlag. Dazu können Augen- und Bindehautinfektionen kommen sowie starker Husten. Wenn die Krankheit ohne Komplikationen verläuft, verschwinden die Beschwerden nach etwa zwei Wochen. Je älter die Erkrankten sind, desto häufiger kommt es zu schweren Verläufen. Es kann zusätzlich zu Durchfall, Mittelohrentzündungen und Lungenentzündungen kommen. Besonders gefährdet sind auch Säuglinge im ersten Lebensjahr, da bei ihnen das Risiko erhöht ist, an einer schweren Gehirnentzündung zu erkranken. Sie verläuft immer tödlich.

Deutsche sind impfmüde

Die Masern sind in Deutschland seit einigen Jahren wieder auf dem Vormarsch. Von 2004 bis 2006 erhöhte sich die Zahl von 121 auf mehr als 2200 Fälle. Allein 1700 Masernerkrankungen wurden im Frühjahr 2006 bei dem Ausbruch in Nordrhein-Westfalen gemeldet - das war eine der größten Epidemien, seitdem 2001 die Meldepflicht eingeführt worden war. Vier Menschen - Kinder und Erwachsene - erkrankten damals als Folge der Masern auch noch an Hirnentzündung. Der Berufsverband der Kinderärzte fordert seitdem eine gesetzliche Impfpflicht vor der Aufnahme in Kindergärten und Schulen.

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