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Borreliose: Ist die Krankheit heilbar?

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GESUNDHEIT | ZECKEN  

Die ewige Krankheit

06.06.2008, 16:04 Uhr | Spiegel Online

Es folgt ein beschwerdefreies Intervall von Monaten bis Jahren. Borrelien gelingt es, lange unentdeckt von vor der körpereigenen Abwehrtruppe im Bindegewebe, in Sehnen und Knorpel unterzutauchen. Werden bei einer prophylaktischen Blutuntersuchung während dieser Ruhezeit Antikörper entdeckt, solle der Arzt nicht gleich mit Penicillin-Hämmern zuschlagen, rät Hassler. "Denn die Bakterien sprechen am besten auf Antibiotika an, wenn der Patient die ersten Beschwerden verspürt." Als typische Symptome gelten chronische Müdigkeit, extremer Nachtschweiß, Herzrhythmusstörungen, Arthritis in Knie- oder Sprunggelenken, Hüften oder Handwurzeln. Es kann sich auch eine Neuropathie ausbilden, die sich durch Kribbeln in den Beinen und Gefühllosigkeit in den Fußsohlen bemerkbar macht.

Keine Impfung gegen Borreliose

Anders als bei der - auch von Zecken übertragenen - Virenkrankheit FSME (Frühsommer-Meningo-Enzephalitis), gibt es gegen Borreliose keinen Impfstoff. Und die meisten Sprays und Lotionen gegen Zecken sind nach jüngster Untersuchung der Stiftung Warentest ihr Geld nicht wert. Das gilt nach Hasslers Erfahrung auch für Zeckenzangen und -pinzetten. Bei drei von vier Saugern, die bisher an Menschen gefunden wurden, handelte es sich nicht um ausgewachsene Tiere, sondern 1,5 Millimeter kleine Nymphen - eine noch nicht ausgewachsene Zecke. "Und die werden zerquetscht, wenn Laien mit Wurstfingern und falschem Werkzeug daran herumpopeln und gar noch versuchen, sie nach links- oder rechtsdrehenden Heilslehren heraus zu würgen", warnt Hassler. Die negative Folge: Vorm Zerquetschen geben die winzigen Biester noch besonders viele Borrelien ab, die im Darm der Spinnentiere leben und erst mit der Speichelflüssigkeit in die Blutbahn des Wirtes gelangen.

Keine Panik nach einem Zeckenstich

Normalerweise dauert dieser Erreger-Vorstoß bis zu 24 Stunden. Folglich bleibt genügend Zeit, die entdeckte Zecke von einem Arzt mit der Spitze des Skalpells fachgerecht heraushebeln zu lassen. Vor allem mit rechtzeitigem Skalpelleinsatz habe er inzwischen auch seine immer noch endemische Studienregion Kraichtal saniert, meint Hassler. Bis Mitte der neunziger Jahre lag die Zahl der jährlichen Neuinfektionen in diesem Borreliose-Endemiegebiet bei 500 pro 100.000 Einwohner. Jetzt nur noch bei 100. Dass Panik nach einem Zeckenstich unnötig ist, bestätigt auch eine seit 1998 laufende Studie des Landesgesundheitsamtes Baden-Württemberg und dem Hygiene-Institut Heidelberg. Dabei wurden 5000 Zecken untersucht, die an Patienten gefunden wurden. 15 Prozent der Spinnentiere waren mit Borrelien infiziert. Und nur bei vier Prozent aller Stiche kam es bislang zu einer Transmission des Erregers. Folglich empfehlen aufgeklärte Mediziner ihren gestochenen Patienten, erst einmal die Zecke zu untersuchen, statt gleich Antibiotika einzusetzen. Einen solchen Labortest auf Zecken-Befall (PCR) gibt es in vielen Praxen neuerdings als IGel (selbst zu zahlende Individuelle Gesundheits-Leistung) für 35 Euro, meldete die Ärzte Zeitung im Mai.

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