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Medizin: Kaffeetrinkerinnen leben länger

GESUNDHEIT | KAFFEE  

Kaffeetrinkerinnen leben länger

17.06.2008, 13:22 Uhr | cme/ bri

Kaffee: Gesund oder gefährlich? (Foto: Imago)Kaffee: Gesund oder gefährlich? (Foto: Imago)Wie gesund ist Kaffee? Darüber streiten Experten seit langem. Jetzt zeigt eine neue Studie: Frauen, die bis zu sechs Tassen Kaffee am Tag trinken, haben nicht nur gesündere Herzen, sie leben sogar länger als Kaffeemuffel. Bei Männern wurde dieser Effekt nicht beobachtet. Allerdings schadet auch ihnen moderater Kaffeekonsum nicht. Dies berichtet das Forscherteam um Esther Lopez-Garcia in der Fachzeitschrift "Annals of Internal Medicine" unter Berufung auf zwei Langzeitstudien mit insgesamt über 100.000 Teilnehmern.

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Weniger Herz-Kreislauf-Tote

Das Forscherteam wertete die "Nurses Health Study", an der rund 85.000 Frauen teilgenommen hatten, sowie die "Health Professionals Follow-up Study" mit 42.000 männlichen Teilnehmern aus. Das Ergebnis: Am meisten profitierten Frauen, die täglich etwa zwei bis drei Tassen Kaffee getrunken hatten. In dieser Gruppe gab es während der gesamten Studiendauer (1984 bis 2004) ein Viertel weniger Todesfälle durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Für andere Todesarten sank das Sterberisiko immerhin noch um 18 Prozent. Die Forscher warnen allerdings vor voreiligen Schlüssen: Ob die geringere Sterblichkeit tatsächlich auf den Kaffeekonsum zurückzuführen ist, sei noch nicht bewiesen.

Mit gutem Gewissen Kaffee trinken

Experten bestätigen: Moderater Kaffeekonsum schadet der Gesundheit nicht. "Bei drei bis vier Tassen Filterkaffee pro Tag braucht sich niemand Sorgen um seine Gesundheit machen", sagt der Wiener Ernährungswissenschaftler Gernot Faustmann. Koffein wirkt zwar anregend und erhöht kurzfristig den Blutdruck. Deshalb wurde auch jahrelang gewarnt, Kaffee steigere das Infarktrisiko. Doch das ist inzwischen widerlegt. "Nur bei sehr hohen Dosen von sieben bis zehn Tassen ist überhaupt ein Effekt auf das Herz-Kreislaufsystem denkbar", erklärt Faustmann. Außerdem tritt bei ständigem Konsum von Koffein eine Gewöhnung ein, der Körper reagiert nicht mehr so stark darauf. Auch die These, dass Kaffee den Körper entwässert, sei längst überholt.

Schutz vor Krebs?

Stattdessen rücken mehr und mehr die positiven Wirkungen von Kaffee in den Fokus der Wissenschaft. So wurde beispielsweise nachgewiesen, dass Kaffee schützende Einflüsse bei der Entstehung von Krebs hat, insbesondere von Leberkrebs. Das belegt eine Studie aus Italien. Die Forscher hatten zehn Studien ausgewertet und entdeckt, dass Kaffeetrinker seltener an Leberkrebs erkrankten. "Dennoch sollte man jetzt nicht glauben, Kaffee könne man quasi zur Krebsvorsorge trinken. Es hängt schließlich nicht von einem Lebensmittel ab, ob man an Krebs erkrankt oder nicht", erklärt Faustmann.

Kaffee schützt vor Diabetes

Viel besser ist der Schutz vor Altersdiabetes (Diabetes Typ 2) erforscht. Laut einer Studie aus Finnland ist das Diabetesrisiko bei Kaffeetrinkern um rund die Hälfte geringer. "Die Studien aus Finnland haben eine Schutzwirkung bewiesen. Manche Forscher empfehlen sogar, täglich Kaffee zu trinken", sagt Faustmann.

Keine Suchtwirkung

Viele Menschen brauchen ihren Kaffee und glauben, ohne die ein zwei Tassen nicht über den Tag zu kommen. Doch süchtig macht Kaffee nicht, denn es treten nicht die typischen Sucht-Symptome auf wie bei Alkohol oder anderen Drogen. Die Dosis muss nicht ständig erhöht werden, auch verlieren Kaffeetrinker nicht die Kontrolle über ihren Konsum.

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