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Arzneimittel: Ärzte verschreiben zu viele Medikamente

GESUNDHEIT | MEDIKAMENTE  

Studie: Ärzte verschreiben zu viele unnötige Medikamente

24.06.2008, 19:11 Uhr | bri/dpa

Laut einer Studie verschreiben Ärzte zu viele Antibiotika. (Foto: imago)Laut einer Studie verschreiben Ärzte zu viele Antibiotika. (Foto: imago)Ärzte verschreiben laut einer Studie der Gmünder Ersatzkasse (GEK) viel zu viele Antibiotika an Kinder, Antidepressiva an Senioren und setzen teure Spezialmedikamente verkehrt ein, heißt es im Arzneimittelreport der Kasse. Außerdem würden neue und teure Mittel ohne höheren Nutzen im Übermaß eingesetzt.

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Antibiotika macht Erreger resistent

Der Bremer Arzneimittel-Experte Gerd Glaeske kritisierte, Antibiotika bei Kindern würden in riskantem Maß unnötig verordnet. 80 Prozent der Kinder mit Infektion der oberen Atemwege oder Mittelohrentzündung bekämen Antibiotika. "Das kann zur Beruhigung des Arztes sein, zur Beruhigung der Eltern, aber nicht zur Beruhigung der Viren." Die Folgen seien Durchfall oder Übelkeit sowie langfristig immer mehr Erreger, gegen die Antibiotika nichts mehr helfen. Dabei heilten etwa vier Fünftel der Mittelohrentzündungen schnell von allein. Bis dahin solle besser ein Schmerzmittel gegeben werden, forderte Glaeske.

Zu viele Pillen für Senioren

Zu weiteren Anzeichen von Überversorgung zählte der Sachverständige immer noch zu viele Hormontherapien für Frauen trotz Brustkrebsrisiko, zu viele Pillen für Senioren insgesamt und Antidepressiva. So sei der Anteil der Frauen ab 80 Jahren mit solchen Mitteln auf knapp 18 Prozent gestiegen (Männer: 9 Prozent). Oft würden die Mittel nicht richtig eingesetzt.

Kostenfaktor Krebsmittel

Insgesamt sei 2007 ohne Grund 11 Prozent mehr Medizin verordnet worden als im Vorjahr, bemängelte Glaeske. Mehr als 28 Millionen Euro könnten gespart werden. Zu den Kostentreibern zählten bis zu 70 000 Euro pro Jahr und Patient teure Mittel gegen Krebs, Multiple Sklerose oder Gelenkentzündungen. Solche Spezialmittel seien oft nützlich - würden aber "mit leichter Hand" auch oft unangebracht verordnet.

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Auch Patienten Schuld?

Ärzte und Patienten sollen aus Sicht der Bundesregierung nun ihr Verhalten ändern. Zu oft gelte das Motto: "Eine Krankheit ohne Antibiotika ist gar keine richtige Krankheit", kritisierte Gesundheitsstaatssekretärin Marion Caspers- Merk (SPD). "Wir haben in Deutschland eine Grundhaltung die falsch ist: Viel hilft viel."

Arzneimittelkosten belasten Gesundheitssystem

Die Zahlen aus dem Report beziehen sich auf die 1,6 Millionen GEK-Versicherten, die von einer Forschergruppe um Glaeske ausgewertet wurden. Sie seien repräsentativ für alle gesetzlich Versicherten. Laut GEK-Studie seien die Kosten pro Patient seit Jahresbeginn um zehn Prozent gestiegen. Angesichts dessen drohe der Arzneimittelsektor zum Totengräber der Krankenversicherung zu werden, warnte der GEK- Vorstandschef Rolf-Ulrich Schlenker. Der Verband Forschender Arzneimittelhersteller entgegnete: Auf Fortschritte im Kampf gegen Krebs, Rheuma oder AIDS könne man stolz sein. Außerdem bringe die Alterung der Gesellschaft einen höheren Verbrauch an Medikamenten und höhere Kassenausgaben mit sich.

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