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Tinnitus: Was man gegen Tinnitus tun kann

Tinnitus  

Was tun gegen quälende Ohrgeräusche?

15.12.2009, 10:49 Uhr | bri/dpa

Ständige Ohrgeräusche können sehr belastend sein. (Foto: imago)Ständige Ohrgeräusche können sehr belastend sein. (Foto: imago)In der Nacht wird Silke fast verrückt. Im Ohr pfeift es, an Schlaf ist kaum zu denken. Silke leidet an Tinnitus. Rund fünf Prozent der Bevölkerung sind in Deutschland betroffen. Die Mehrheit hat einen dauerhaften Ton im Ohr. Was bei Silke ein Pfeifen ist, hören andere auch als Rauschen, Piepen oder Klopfen. Eine Heilung von heute auf morgen gibt es nicht. Betroffene müssen oft lange mit den Geräuschen auskommen. Doch es gibt Linderung.

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Die Angst, dass es lauter wird

"Ich habe es einfach nicht mehr ausgehalten, ich hatte Angst, dass Pfeifen könnte lauter werden und ich höre vielleicht irgendwann gar nichts mehr", sagt Silke. Je mehr sie sich mit den Geräuschen befasste, umso stärker piepte es im Ohr. Diese Ängste kennt Professor Gerhard Goebel Professor für HNO-Heilkunde und Vorstand der Deutschen Tinnitus Liga. Er weiß, dass rund ein Fünftel aller Betroffenen solche Ängste haben. Diese Menschen brauchen ärztliche Betreuung, weil sie extrem leiden.

Mit dem Stress kam das Pfeifen

Auch Silke ging zum HNO-Arzt, etwa einen Monat nachdem das Pfeifen begonnen hatte. Zurzeit nimmt sie Medikamente, die die Durchblutung im Ohr fördern sollen. Außerdem wird Silke eine Therapie machen, in der sie lernt, besser mit Stress umzugehen. Das hat der Arzt empfohlen. Silke erlebt als Lehrerin den Alltag an einer Hauptschule in Köln. Nach fünf Jahren vor der Klasse ging das Pfeifen los.

Jeder Mensch hat Ohrgeräusche

Stress gilt als eine der Ursachen für das Pfeifen. Ohrgeräusche jedoch verschlimmern wiederum den Stress: "Alle Menschen haben Ohrgeräusche, aber sie hören es nur bei absoluter Stille. Stress jedoch verstärkt die Wahrnehmung von Sinneseindrücken. Die Menschen hören plötzlich die Geräusche im Ohr. Das erzeugt wiederum Stress, macht Angst. Ein Teufelskreis", sagt Goebel.

Stille meiden

"Oft stecken hinter dem Tinnitus Ohrentzündungen, Lärm, ein Hörsturz oder auch Probleme mit dem Kiefer oder der Hals-Wirbelsäure. Die wahre Ursache wird jedoch nur in 40 Prozent aller Fälle erkannt. Denn ein Schaden am Innenohr ist sehr schwer zu finden", sagt Goebel. Wenn das Klingeln im Ohr ohne erkennbare Ursache anhält, bleibt oft nur, das Geräusch zu lindern. Zimmerspringbrunnen im Schlafraum können es überdecken, sodass die Patienten besser schlafen können. Andere wiederum setzen auf kleine Geräte im Ohr, die ein leises Rauschen erzeugen, so genannte Rauschgeneratoren. "Umgebungsgeräusche sind gut, absolute Stille sollten von Tinnitus Geplagte meiden", rät Goebel. Besser sei es, angenehme Geräusche zu suchen: Vögel, die zwitschern, Bäche, die plätschern oder eine Brandung, die auf den Strand zurauscht. "Das gibt es sogar als CD zu kaufen", sagt Goebel.

Töne gegen Tinnitus

Auch die Forschung arbeitet an einer Linderung der Beschwerden: Forscher des Jülicher Forschungszentrums haben ein neues Gerät entwickelt, dass mit Tönen den Lärm im Ohr von Tinnitus-Patienten dauerhaft reduzieren soll. Bei jedem Patienten wird die jeweils stärkste Frequenz ermittelt, unter der er leidet. Um diese Frequenz herum werden Töne gruppiert, die der Betroffene über ein Hörgerät-ähnliches Gerät hört. Mit diesem Verfahren könne die Fehlsteuerung im Gehirn korrigiert werden. Die Patienten tragen dazu das Gerät im Ohr, welches akustische Signale aussendet und die krankhafte Gleichschaltung der Nervenzellen aus dem Takt bringt. Der Tinnitus-Neurostimulator wird derzeit in einer klinischen Studie getestet und soll 2010 auf den Markt kommen, so das Forschungszentrum Jülich.

Das Pfeifen geht auch wieder

Ganz wichtig ist es, den Menschen die Angst vor den Geräuschen zu nehmen. Hoffnung besteht: "In 30 Prozent aller Fälle geht der Tinnitus auch nach nach vielen Jahren wie von selbst wieder weg. Außerdem können Betroffene lernen, so mit ihm umzugehen, dass er sie nicht mehr stört", sagt Goebel. Bei Silke plätschert jetzt ein Zimmerspringbrunnen im Schlafzimmer, das hilft beim Einschlafen.

Hilfe für Betroffene: www.tinnitus-liga.de

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