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Arztserien könnten Angst vor Operationen machen

Angst vor Operation  

Arztserien könnten Angst vor OPs machen

05.12.2008, 18:57 Uhr | hda/Spiegel Online, Spiegel Online

Gesundheit: Hector Elizondo alias Dr. Phillip Watters in "Chicago Hope - Endstation Hoffnung" (Foto: Allstar)Hector Elizondo alias Dr. Phillip Watters in "Chicago Hope - Endstation Hoffnung" (Foto: Allstar)Dr. House und Dr. Grey lehren Zuschauer offenbar das Fürchten: Wer häufig Krankenhaus- und TV-Serien sieht, hat auch größere Ängste vor einem längeren Klinikaufenthalt, meinen deutsche Chirurgen, die Patienten befragt haben.

Wovor haben Sie Angst? Skurrile Ängste

Langweilige Krankheiten sind out

An einen solchen Arzt möchte keiner geraten: Patienten mit langweiliger Krankheit werden nicht behandelt, egal wie nahe der Tod auch ist. Interessant sind nicht Menschen und deren Probleme, sondern abstruse Krankheitsbilder. Was Dr. House in seiner Arztserie treibt, ist böse und zynisch - und im Fernsehen überaus erfolgreich. Der miesepetrige Arzt hat viele Fans.

Wirkung auf Patienten enorm

Es geht auch deutlich netter, etwa in "Grey's Anatomy". Die Wirkung solcher TV-Serien auf Patienten ist offenbar enorm, wie der Hünfelder Mediziner Kai Witzel in einer Umfrage herausgefunden hat. Wer überdurchschnittlich häufig Krankenhaus- und Arzt-Serien im Fernsehen sieht, fürchtet sich selbst mehr vor einem bevorstehenden stationären Klinikaufenthalt. Mögliche Ursache sei der im Fernsehen oft übertrieben dramatisch dargestellte Krankenhausalltag, teilte die Deutsche Gesellschaft für Chirurgie (DGCH) mit.

Vermischung von Fiktion und Wirklichkeit

Witzel und seine Kollegen wollten herausfinden, wie der Konsum von Arzt-Serien das Verhalten der Zuschauer beeinflusst. Dazu befragten sie Patienten zu ihren Fernsehgewohnheiten und ihrer Angst vor Operationen. Zuschauer erkennen eine Sendung nicht als Fiktion und vermischen sie mit der Wirklichkeit. Details zu der Studie wollen die Forscher am 10. Dezember auf einer Pressekonferenz vorstellen.

Mädchen von Ängsten stärker betroffen

Schon im September diesen Jahres hatten belgische Forscher um Jan Van Mierlo von der Hasselt University einen Zusammenhang zwischen Arztserienkonsum und Angst vor Krankheiten gefunden. Unter den 1300 Jugendliche, die sie befragten, litten in der Gruppe, die Arztserien bevorzugten zehn Prozent mehr unter gesteigerter Krankheitsangst als in der Gruppe, die Sendungen anderen Inhalts schauten. Mädchen waren dabei stärker betroffen als Jungen und die Angst nahm mit dem Alter der Befragten zu. Die Forscher weisen allerdings darauf hin, dass es sich bei ihrer Studie nur um eine Korrelation handelt. Eine Ursache der TV-Serien kann nicht belegt werden. So könnte es genauso gut sein, dass Jugendliche, die ohnehin mehr Angst vor Krankheiten haben und sich mit ihrer Gesundheit und medizinischen Themen befassen, auch Arztserien bevorzugen.

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