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Augenlaser-OP: Was sagen Experten nach 20 Jahren Laser-Praxis?

Gesundheit: Augenlaser-OP  

Was sagen Experten nach 20 Jahren Laser-Praxis?

23.03.2009, 13:26 Uhr | mou

Augen: Augenlaser-OP: Befreiung von Sehhilfen oder Gesundheitsrisiko für das Augenlicht? (Foto: imago)Augenlaser-OP: Befreiung von Sehhilfen oder Gesundheitsrisiko für das Augenlicht? (Foto: imago)Die einen schwärmen von neuer Lebensqualität durch die wieder gewonnene Sehkraft. Die anderen berichten, dass sie schon kurz nach dem kostspieligen Eingriff wieder auf eine Brille angewiesen waren. Seit rund zwanzig Jahren gibt es Laserverfahren zur Korrektur von Fehlsichtigkeit. Nach wie vor streiten sich Befürworter und Kritiker über Risiken des Eingriffs und mögliche Spätfolgen. Wir berichten über den aktuellen Stand der Dinge und fragen Experten nach dem Für und Wider einer Augenlaser-Operation.

Kurz und Knapp Aktuelle Zahlen und Fakten Augenlaser-OP
Informationen Augenlaser Was Sie beachten müssen



Was sagen Patienten?

Viele Fehlsichtige, die sich in den vergangenen Jahren einer Augenlaser-OP unterzogen haben, beurteilen den Eingriff im Nachhinein sehr positiv. Von einer ganz neuen Lebensqualität ist die Rede, und wenn etwas bereut wird, dann meist, es nicht schon viel früher getan zu haben.

Die häufigsten Pro-Argumente

Befürworter des Verfahrens argumentieren, das die Laserkorrektur von Fehlsichtigkeit unbedenklich sei, wenn der behandelnde Arzt sorgfältig ausgewählt, die Beratung qualifiziert sei und eine entsprechende Vor- sowie Nachsorge garantiert sei.

Die häufigsten Contra-Argumente

Kritiker geben zu bedenken, dass man auch nach gut fünfzehnjährigem Bestehen der Lasermethode noch immer keine gesicherten Aussagen über mögliche Langzeitfolgen am Auge treffen könne und niemand weiß, wie sich die Hornhaut 20, 30, 40 Jahre nach dem Eingriff verhalte. Sie verweisen außerdem darauf, dass eine starke Fehlsichtigkeit zwar auf ein Mindestmaß reduziert werde, in vielen Fällen aber eine Rest-Sehschwäche bleibe und deshalb auch nach der Laser-OP wieder eine Brille nötig sei.

Befreites Sehen oder unkalkulierbare Spätfolgen? Zwei Experten, die das Augenlasern von allen Seiten beleuchten

"Das spricht für Augenlasern"

Augen: Augenarzt Dr. med. Georg Eckert, Pressesprecher Berufsverband der Augenärzte (BVA)

"Darauf muss man unbedingt achten"

Augen: Augenärztin Dr. med. Simone Lücking, Oberärztin St.-Johannes-Hospital Dortmund

Dr. med. Georg Eckert
Augenarzt, Pressesprecher Berufsverband der Augenärzte (BVA)

führt selbst keine Augenlaser-Operationen durch

Dr. med. Simone Lücking
Oberärztin Augenklinik St.-Johannes-Hospital Dortmund

führt im Team von Professor Markus Kohlhaas nach den Richtlinien der Kommission für Refraktive Chirurgie Augenlaser mit neuester Lasik-Technologie durch

Wenn keine Einschränkungen am Auge feststellbar sind, spricht für diejenigen, die mit ihrer Sehschwäche innerhalb der Bandbreite von plus 3 bis minus 8 Dioptrien liegen, nichts dagegen.

Mittlerweile haben über 20 Millionen Menschen weltweit ihre Fehlsichtigkeit mit der Lasikmethode korrigieren lassen und können auf Hilfsmittel wie Kontaktlinsen oder Brille verzichten. Für Fehlsichtige, die sich mit einer Brille nicht anfreunden können, aber auch keine Kontaktlinsen vertragen, ist die Laser-Operation also eine gute Lösung.

Tatsache ist, dass die Hornhaut durch den Eingriff dünner wird. Aber die Gefahr, dass sich dünne Stellen auf der Hornhaut bilden, besteht mit einer Wahrscheinlichkeit von 1 zu 100.000. Es bleibt also immer ein gewisses Restrisiko. Verglichen mit den Risiken bei anderen Eingriffen ist das aber sehr gering.

Generell ist gegen eine Lasik-Operation nichts einzuwenden, wenn eine gute, qualitativ hochwertige Voruntersuchung und eine vernünftige Indikationstellung vorgenommen werden. Natürlich muss man sich bei der Laserbehandlung zur Korrektur einer Fehlsichtigkeit darüber klar sein, dass es sich um einen Eingriff an einem gesunden Auge handelt.

Einige medizinische Kriterien sprechen gegen eine Augenlaser-Operation, zum Beispiel eine zu dünne Hornhaut, eine zu große Pupille oder eine zu hohe Fehlsichtigkeit. Eine Kurzsichtigkeit (Myopie) sollte zum Beispiel nur bis ca. 8 Dioptrien gelasert werden.

Es gibt Augenerkrankungen, bei denen auf keinen Fall eine Lasik-Operation durchgeführt werden sollte, zum Beispiel eine krankhafte Hornhautvorwölbung (Keratokonus) oder sehmindernde Netzhauterkrankungen. Auch ein grauer Star stellt in der Regel ein Ausschlusskriterium dar.

Bei einem Teil der Patienten bestehen nach der Vorsorgeuntersuchung begründete Zweifel am Erfolg der Operation. Wenn solche Zweifel auftreten, sollte dem Patient von der Behandlung abgeraten werden.

Zu beachten ist auch, dass ungefähr ab dem 45. Lebensjahr eine Lesebrille aufgrund einer Alterssichtigkeit auch nach einer Laserbehandlung in der Regel nötig ist.

Risiken der Operation

Wichtig für eine erfolgreiche OP und eine Minimierung der Risiken sind neben der gründlichen Voruntersuchung die strenge Einhaltung der Hygieneregeln nach der OP und eine gute Nachsorge. Bei der Voruntersuchung muss geklärt werden, ob für die betreffende Sehschwäche eine Lasik-Korrektur medizinisch sinnvoll und ratsam ist.

Ab einer Kurzsichtigkeit von mehr als minus 10 Dioptrien wird es kritisch. Bei Leuten mit extremer Sehschwäche ist der Wunsch nach einer Korrektur aber oft so groß, dass die Vernunft hinten angestellt wird. Hier darf sich ein verantwortungsvoller Operateur auf keinen Fall breitschlagen lassen.

Risiken der Operation
Mögliche Nebenwirkungen oder Komplikationen sind zum Beispiel ein vorübergehend trockenes Auge. Die Beschwerden können bis zu zwölf Wochen bestehen.

Selten kann es zu einer gefährlichen Hornhautentzündung kommen. Die Gefahr liegt aufgrund der hohen Hygienestandards in Deutschland aber bei unter 0,01 Prozent.

Ein generelles Risiko sehe ich im Lasiktourismus. Es gibt viele günstige Angebote, sich im Ausland lasern zu lassen. Dabei ist aber Vorsicht geboten. Oft sind die Hygienestandards nicht so hoch wie in Deutschland.

Wie beurteilen Sie mögliche Spätfolgen?

Prognosen über mögliche Spätfolgen der Augenlaser-OP sind reine Spekulation. Prinzipiell denkbar wäre, dass sich die Hornhaut im Laufe der Jahre stärker und schneller abbaut. Es gibt aber keine medizinischen Befunde, die diese Entwicklung nahelegen. Vom heutigen Standpunkt würde ich daher sagen: Sollte ein solches Szenario nach 20 oder 30 Jahren als Spätfolge eintreten, dann würde der Patient im schlimmsten Fall eine neue Hornhaut eingepflanzt bekommen.

Wie beurteilen Sie mögliche Spätfolgen?

Laserbehandlungen werden seit 1985, also seit über 20 Jahren, Lasik-Behandlungen seit 1995 durchgeführt. Wir haben es jetzt mit einigen Spätfolgen aus den ersten Jahren der Laserpraxis zu tun wie zum Beispiel krankhaften Hornhautausstülpungen (Keratektasien), die mit einer Sehminderung einhergehen. Solche Langzeitkomplikationen treten vor allem bei Hornhäuten auf, die schon vor der Operation zu dünn waren oder bei Behandlungen von zu hoher Kurzsichtigkeit etwa von minus 15 Dioptrien. Heute weiß man, dass eine solch hohe Fehlsichtigkeit nicht gelasert werden darf.

Inzwischen sind die Qualitätsstandards zum Augenlaser sehr streng. Wenn man sich an die Richtlinien hält, ist vom heutigen Kenntnisstand nicht mit Spätfolgen zu rechnen. Das kann aber letztendlich niemand vorhersagen.

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Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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