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Hygiene in der Waschmaschine: Bei 30 Grad bleiben Keime erhalten

HYGIENE IN DER WASCHMASCHINE  

Bei 30 Grad bleiben Keime in der Waschmaschine

13.07.2009, 11:03 Uhr | jlu

Im Schongang bei 30 Grad wird die Wäsche zwar sauber, aber nicht keimfrei. (Foto: dpa)Im Schongang bei 30 Grad wird die Wäsche zwar sauber, aber nicht keimfrei. (Foto: dpa)Läuft die Waschmaschine bei 30 Grad Celsius, wird die Wäsche nicht hygienisch sauber. Denn bei niedrigen Temperaturen können viele Keime überleben und sich sogar auf die Wäsche im nächsten Waschgang übertragen. Gefährlich wird es dann, wenn es sich dabei um Krankheitserreger handelt, zum Beispiel Darmbakterien. Wir haben Dr. Ernst Taburi, Facharzt für Hygiene und Umweltmedizin am Beratungszentrum für Hygiene in Freiburg, gefragt, welche Keime in der Waschmaschine überleben und wie man die Erreger am besten abtötet.

Norovirus ist hartnäckig

"Waschen bei 30 Grad macht die Wäsche zwar sauber, hat aber keine desinfizierende Wirkung. Das heißt, es werden keine Keime abgetötet", erklärt der Hygieneexperte. Besonders hartnäckig halten sich zum Beispiel Noroviren in der Waschtrommel. Hierbei handelt es sich um einen Erreger, der schwere Durchfallerkrankungen auslöst. "Das Virus ist sehr widerstandsfähig und es reicht schon eine kleine Menge, um sich zu infizieren. Deshalb sollte man die Wäsche von erkrankten Personen mit der höchstmöglichen Temperatur waschen", rät der Mediziner.

Asthma nach 30-Grad-Wäsche

Doch auch andere Erreger sind so genannte Problemkeime, gegen die Waschen im Schongang nicht hilft. "Legionellen überleben selbst eine Wäsche von 60 Grad Celsius", weiß der Hygienearzt. Ähnliches gilt für Schimmelpilze, wie Asoergillus niger, der Asthma verstärkt oder der Darmpilz Candida albicans, der die Schleimhäute im Mund, Genitalbereich und Verdauungstrakt befällt. Darmbakterien wie E.coli kann man ebenfalls schwer aus verunreinigter Wäsche entfernen. Auch Keime, die Hautinfektionen auslösen, wie zum Beispiel Staphyloccocus aureus, sind nach einer 30-Grad-Wäsche immer noch in der Waschmaschine. Besonders viele Keime leben in Geschirr- und Handtüchern, Socken, Unterwäsche sowie in Windeln und Taschentüchern aus Stoff.

Abkochen ist nicht nötig

Dr. Taburi weist allerdings darauf hin, dass die Waschmaschine als Überträger von Keimen in Privathaushalten eine untergeordnete Rolle spielt - vorausgesetzt, alle sind gesund. "Ist ein Familienmitglied krank, sollte die Wäsche bei 60 Grad Celsius gewaschen werden," empfiehlt der Arzt. Extra abgekocht werden muss die Wäsche allerdings nicht. Denn die gute Wasserqualität, die Wassermenge und die hohe Temperatur in der Maschine macht die Keime unschädlich. Wichtig ist auch das verwendete Waschmittel: Enthält es Bleichmittel, sterben selbst Problemkeime.

Wäsche bei mindestens 40 Grad Celsius waschen

Generell gilt: Wann immer es geht, sollte die Wäsche heißer als 30 Grad Celsius gewaschen werden. Um die Wäsche möglichst gut von Keimen zu befreien, hilft aber nicht nur bleichmittelhaltiges Waschpulver: Wer seiner Wäsche Bleichmittel hinzufügt, tötet damit fast alle Erreger. Wichtig ist es zudem, die Waschmaschine sauber zu halten. So sollte man nach jedem Waschgang die Klappe und die Schublade öffnen. So kann das Restwasser verdunsten und es bilden sich keine feuchten Stellen, in denen die sich Keime vermehren können.

Antibakterielle Mittel lösen Allergien aus

Die Industrie und einige Ärzte empfehlen, zusätzlich Hygienespüler zu benutzen. Davon rät Taburi ab. "Die Hygienemittel sind für den normalen Hausgebrauch überflüssig. Denn in fast jedem Waschmittel steckt Bleichmittel, das im Zusammenspiel mit Wasser und der hohen Temperatur die Keime abtötet. Auch das Magazin "Öko Test" bewertet den Einsatz solcher Mittel kritisch: Das in den Produkten enthaltene Desinfektionsmittel Benzalkoniumchlorid wirkt nicht besser, als herkömmliche Waschmittel. Zudem kann es sogar Allergien auslösen.


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Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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