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Kleine Wunde kann zu tödlicher Blutvergiftung führen

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Blutvergiftung  

Kleine Wunde kann zu tödlicher Blutvergiftung führen

03.08.2009, 13:44 Uhr | jlu

Eine Blutvergiftung ist gefährlich, weil sie unspezifische Symptome hat. (Foto: imago)Auch kleine Wunden können zu einer Blutvergiftung führen. (Foto: imago)Die Blutvergiftung, auch Sepsis genannt, ist nach Herzinfarkt und Krebs die dritthäufigste Todesursache in Deutschland. Jedes Jahr erkranken daran mehr als 150.000 Menschen - die Hälfte der Betroffenen stirbt. Auch die ehemalige TV-Moderatorin ist vor wenigen Tagen an den Folgen dieser schweren Erkrankung gestorben. Doch warum ist eine Blutvergiftung so gefährlich? Darüber haben wir mit einem Experten gesprochen. Außerdem sagen wir Ihnen, welche Ursachen eine Blutvergiftung hat und woran man eine Sepsis erkennt.


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Organversagen kann tödlich enden

Zu einer Blutvergiftung kommt es beispielsweise, wenn Bakterien über offenen Wunden in den Körper eindringen. Dadurch entzündet sich die Haut. Wird die Infektion nicht behandelt, breitet sich das Gift der Keime über die Blutbahn aus und erfasst nach und nach alle Organe. Die Folge: Die Sauerstoffversorgung der Organe verschlechtert sich und der Körper kann lebenswichtige Funktionen nicht mehr aufrechterhalten. Deshalb kann es innerhalb weniger Stunden zu einem Versagen von Niere, Lunge, Leber und Kreislauf kommen. Bei der Hälfte der Patienten führt das zum Tod.

Lungenentzündung löst Sepsis aus

Für einen Blutvergiftung gibt es verschiedene Ursachen. "Prinzipiell kann jede Infektion mit Bakterien oder Pilzen zu einer Sepsis führen. Bei mehr als der Hälfte der Betroffenen ist die Krankheitsursache eine Entzündung der Lunge oder des Bauchraums", sagt Professor Frank M. Brunkhorst von der Deutschen Sepsis-Gesellschaft. Doch auch andere Krankheitsherde wie kleine Verletzungen, Schürfwunden oder Verbrennungen können eine Sepsis auslösen.

Schwaches Immunsystem bei chronisch Kranken

Die Gefahr einer Blutvergiftung ist besonders für Menschen mit einem angeschlagenen Immunsystem groß. "Eine schwache körpereigene Abwehr haben vor allem Krebspatienten und Personen mit chronischen Leber-, Herz- und Nierenkrankheiten", weiß Brunkhorst. Ob es zu einer Erkrankung kommt, hängt aber nicht nur vom Immunsystem ab. Auch die Zahl der Erreger und ihre Aggressivität ist dafür ausschlaggebend. Vorbeugen kann man einer Blutvergiftung nicht. Deshalb ist es wichtig, dass die Krankheit so früh wie möglich erkannt und behandelt wird. Denn nur so haben die Betroffenen eine Überlebenschance.

Roter Strich ist selten eine Blutvergiftung

Das Problem: Es gibt keine eindeutigen Symptome, die auf eine Sepsis hindeuten. Oft ähneln die Beschwerden einer Grippe: Die Erkrankten haben Fieber, atmen schnell und fühlen sich matt. "Wer zusätzlich unter Bewusstseinsveränderungen wie Halluzinationen oder Verwirrtheit leidet, Atemnot und Herzrasen bekommt, hat wahrscheinlich eine Blutvergiftung", sagt der Mediziner. Ein roter Strich, der von der Wunde zum Herz wandert, ist nur selten ein Zeichen für einen Sepsis. "Er deutet lediglich darauf hin, dass sich in den Lymphbahnen eine Entzündung ausbreitet", erklärt Brunkhorst.

Antibiotika soll Erreger bekämpfen

Nachweisen lässt sich eine Sepsis mit einem Bluttest. Fällt dieser positiv aus, muss der Betroffene meist auf der Intensivstation behandelt werden. Eine wesentliche Therapieform ist die Behandlung mit Antibiotika. Je nach Verlauf der Erkrankung können weitere Behandlungen hinzukommen. So kann es sein, dass Patienten künstlich beatmet oder ernährt werden müssen oder ein Dialysegerät brauchen. Damit sich die Vergiftung nicht ausbreitet, kann der Infektionsherd, zum Beispiel die infizierte Gallenblase, entfernt werden.

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