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Zöliakie: Starker Anstieg der Darmerkrankung

Zöliakie  

Starker Anstieg der Darmkrankheit Zöliakie

10.02.2011, 16:56 Uhr | AP

Zöliakie erkennen: Immer mehr Menschen leiden unter einer Glutenunverträglichkeit. (Foto: imago)Wem nach dem Genuss von Brot schlecht wird, könnte an Zöliakie leiden. (Foto: imago)Heftige Bauchschmerzen und Übelkeit nach Brot oder Pizza: Diese Symptome deuten auf Zöliakie hin. Bei dieser Autoimmun-Erkrankung verträgt der Organismus das in vielen Getreidearten steckende Protein Gluten nicht. Eine Studie ergab jetzt, dass in den vergangenen Jahrzehnten die Zahl der Betroffenen drastisch zugenommen hat. Über die Ursache rätseln Mediziner noch. Das Fatale an Zölikaie: Viele Betroffene wissen gar nicht, dass sie an einer Glutenunverträglichkeit leiden. Denn Zöliakie lässt sich nur schwer diagnostizieren.

Krank durch Brot So erkennen Sie Zöliakie
Achtung Getreide Lebensmittel mit Gluten

Übelkeit und Bauchschmerzen durch Brot

Weizen, Gerste, Roggen oder Dinkel: Viele Getreidearten enthalten das Klebereiweiß Gluten. Genau diesen Stoff vertragen immer weniger Menschen. Bei einer Glutenunverträglichkeit löst das Protein eine chronische Entzündung der Darmschleimhaut aus. Dadurch nimmt der Organismus weniger Nährstoffe auf. Nach Angaben der Deutschen Zöliakie Gesellschaft (DZG) schädigt bereits ein Viertel Gramm Weizen den Dünndarm und kann zu Beschwerden wie Bauchschmerzen, Durchfall und Brechreiz führen. Je nach Schweregrad kann die Erkrankung aber auch andere Organe wie Augen, Herz, Leber oder Nervensystem schädigen.

Zahl der Betroffenen um das 4,5-Fache gestiegen

Für Aufsehen sorgt nun eine Studie der amerikanischen Mayo Kliniken. Darin verglichen die Mediziner Blutproben aus den 1950er Jahren mit aktuellen Blutproben. Das Ergebnis: Die Erkrankung hat um das 4,5-Fache zugenommen. "Zöliakie ist in den letzten 50 Jahren sehr viel häufiger geworden, und wir wissen nicht warum", sagt Studienleiter Joseph Murray. "Etwas hat sich in unserer Umgebung verändert, das die Krankheit häufiger macht."

400.000 Deutsche haben Zöliakie

Das Resultat überrascht Wolfgang Holtmeier vom Krankenhaus Porz am Rhein nicht. "Es gibt eine enorme Zunahme", bestätigt der Gastroenterologe. "Das haben auch andere Studien gezeigt." Während man in Deutschland zurzeit davon ausgeht, dass rund 400.000 Bundesbürger das Eiweiß nicht vertragen, liegt der Anteil in vielen Regionen der westlichen Welt inzwischen schon bei rund einem Prozent der Bevölkerung.

Körperabwehr nicht ausreichend trainiert

Experten rätseln über die Ursachen dieser Zunahmen. Möglicherweise, so spekuliert Holtmeier, wachsen viele Kinder heute unter so hygienischen Bedingungen auf, dass die Körperabwehr nicht ausreichend trainiert wird. Denkbar sei aber auch, dass die Ernährung eine Rolle spiele. Der Dresdner Experte Jobst Henker verweist auf Studien, wonach das Risiko einer Erkrankung davon abhängt, in welchem Alter Kleinkinder mit Gluten in Kontakt kommen. Er rät dazu, den kindlichen Organismus frühestens ab dem Alter von fünf Monaten in geringen Mengen mit dem Protein zu konfrontieren.

Blähbauch und Wachstumsstörungen als erste Hinweise

Oft zeigt sich die Unverträglichkeit im zweiten Lebensjahr, wenn Kinder zunehmend mit dem Getreidestoff in Kontakt kommen. Blähbauch, Durchfälle oder Wachstumsstörungen können auf die Unverträglichkeit hinweisen. Wenn ein Antikörper-Test und eine Dünndarm-Biopsie den Verdacht auf Zöliakie bestätigen, sollten sich die Betroffenen lebenslang glutenfrei ernähren.

Zöliakie wird oft nicht erkannt

Zöliakie ist nicht heilbar. Und auch vorbeugend kann man sich nicht vor einer Erkrankung schützen. "Wer sich glutenfrei ernährt, ist aber erst einmal gesund", sagt Holtmeier. Sorge bereitet dem Mediziner dennoch, dass die Unverträglichkeit meist unerkannt bleibt. Wenn ein Patient etwa über Müdigkeit oder Bewegungsstörungen klagt, zu wenig Eisen hat oder unter Gelenkproblemen leidet, denken die meisten Ärzte nicht unbedingt an eine Glutenunverträglichkeit. "Zöliakie ist das Chamäleon in der Medizin", sagt Holtmeier "Es gibt nichts, was nicht vorkommen kann. Deshalb wird die Krankheit oft übersehen."



Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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