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Gesundheit: Giftige Pilze aus dem Supermarkt

Giftige Pilze  

Giftige Pilze aus dem Supermarkt

17.08.2009, 15:17 Uhr | ag

Pilzvergiftung: Pilze im Supermarkt sind leicht verderblich. (Foto: dpa)Pilze im Supermarkt sind leicht verderblich. (Foto: dpa)Wussten Sie, dass es giftige Speisepilze gibt? Man findet sie nicht im Wald, sondern dort, wo man sich als Verbraucher auf der sicheren Seite wähnt: nämlich im Supermarkt. Oft werden sie dort falsch oder zu lange gelagert. Da Pilze einen hohen Wasser- und Eiweißanteil haben, verderben sie innerhalb von kurzer Zeit und entwickeln Giftstoffe, die für den Menschen gefährlich sein können. Luftdichte Verpackungen beschleunigen diesen Prozess sogar erheblich. Das ist auch der Grund, warum Pilzvergiftungen meist nicht durch selbst gesammelte Giftpilze, sondern verdorbene Supermarkt-Ware ausgelöst werden.


Frischetest im Supermarkt

Wenn Sie Pilze im Supermarkt kaufen, sollten Sie besonders vorsichtig sein – oft werden Sie in kleinen Körbchen, die mit Plastikfolie umwickelt sind, angeboten. Dabei sollten Pilze idealerweise luftig gelagert werden. Steinpilze und Pfifferlinge stammen meistens aus Osteuropa. Sie müssen natürlich erst einmal nach Deutschland transportiert werden. Dies nimmt schon einige Tage in Anspruch. "Es werden häufig verdorbene Pilze vertrieben und als Frischpilze deklariert", erklärt der Pilzsachverständige Georg Müller aus Ganderkesee. Dies sei vor allem bei Stein- und Maronenpilzen sowie Pfifferlingen der Fall. Es könne nicht schaden, ein Pilzbuch mit zum Einkaufen zu nehmen, das die verschiedenen Stadien der Lagerhaltung abbildet. So könne auch ein Laie erkennen, was ein frischer und was ein verdorbener Pilz sei. Die Frische von Steinpilzen oder Röhrlingen können Sie übrigens prüfen, indem Sie mit dem Zeigefinger auf den Hut drücken. Sollte dieser weich sein und nachgeben, ist der Pilz möglicherweise verdorben und sie sollten vom Kauf Abstand nehmen.

In der Küche schnell verarbeiten

Dass Pilze so leicht verderblich sind, hat einerseits damit zu tun, dass sie je nach Sorte aus bis zu 90 Prozent Wasser bestehen, andererseits aber auch viel Eiweiß enthalten. Weil diese Eiweiße enger mit tierischen als mit pflanzlichen Proteinen verwandt sind, kann so eine Lebensmittelvergiftung sehr unangenehm werden. Die Symptome sind vergleichbar mit denen einer Fleischvergiftung. Werden frische Pilze nicht sofort nach dem Kauf verarbeitet, sollten sie umgehend im Kühlschrank gelagert werden. Am besten aufgehoben sind sie locker und luftig in einer weiten Schale oder einem kleinen Spankorb im Gemüsefach. Verpackte Pilze sollten immer aus der Folie oder Plastiktüte genommen werden - sonst bildet sich Kondenswasser, und das lässt die Pilze verderben. Aus diesem Grund werden die meisten Pilzvergiftungen nicht von klassischen Giftpilzen ausgelöst, sondern von alten, verdorbenen Pilzen.

Richtig lagern und kochen

Gekaufte Pilze sollten im Kühlschrank in Papiertüten oder offene Körbchen gepackt oder in ein Küchentuch einwickelt werden. Bei der Zubereitung ist eine ausreichende Garzeit wichtig, damit Giftstoffe, die auch in vielen frei verkäuflichen Speisepilzen wie Austernseitling, Parasol oder in der Rotkappe enthalten sind, abgetötet werden. Bei kurzen Garzeiten liegen besonders Waldpilze oft schwer im Magen. Sie müssen mindestens 15 Minuten erhitzt werden, nach 20 Minuten aber wieder vom Herd. Zucht-Champignons gehören übrigens zu den wenigen Speisepilzen, die auch roh verzehrt werden dürfen. Dabei sollte man jedoch bedenken, dass sie ungegart schwerer verdaulich sind und daher ausreichend zerkaut sein sollten. Entgegen des geläufigen Vorurteils können Sie ein Pilzgericht übrigens wieder aufwärmen, wenn es nicht länger als ein oder zwei Tage im Kühlschrank gelagert wurde.

Pilze mit Bedacht sammeln

Auch beim Pilzesammeln im Wald lauern viele Gefahren. Nicht selten landen giftige und ungenießbare Pilze in den Körben der Sammler. Ehe die schmackhafte Mahlzeit aus dem Wald und von der Wiese auf den Teller kommt, sollte ein Experte den gesamten Fund begutachten, rät Georg Müller. "Eine Bestimmung durch einen Experten kostet häufig weniger als drei Euro." Müller empfiehlt zudem die Verwendung luftiger Körbe, da sonst die Gefahr der Eiweißumwandlung bestehe. "Dadurch können dann auch an sich nichtgiftige Pilze giftig werden", fügt er hinzu. Matschige, zerfressene oder schimmelige Exemplare sollte niemals gesammelt werden. Auch bei Unsicherheiten bei der Bestimmung sollte man die Pilze besser stehen lassen. Pflückt man trotzdem nicht näher bestimmbare Arten, sollten die auf keinen Fall mit den anderen, essbaren Pilzen in den selben Behälter.

Giftnotrufzentralen helfen weiter

Je nach Art verursachen die Pilze verschiedene Vergiftungserscheinungen. Treten nach dem Verzehr von Pilzen Beschwerden auf, sollte sofort ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden. Unterstützend dazu können auch die Giftnotrufzentralen eine erste Anlaufstelle sein. Bundesweit erreicht man die Giftnotrufzentralen unter der Nummer 0700-44384636 (0700-Giftinfo).

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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