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Honig als Wundermittel zur Wundheilung?

Honig  

Einfach Honig auf die Wunde schmieren?

18.09.2009, 12:42 Uhr | tze

Honig: Nicht jeder Honig eignet sich zur Wundheilung. (Foto: imago)Nicht jeder Honig eignet sich zur Wundheilung. (Foto: imago)Honig schmeckt und heilt - nicht nur im Tee. Vielmehr kann Honig die Heilung von Wunden beschleunigen und Bakterien abtöten. Nun haben Forscher herausgefunden, dass neuseeländischer Manuka-Honig sogar die gefürchteten multiresistente Wundkeime (MRSA) unschädlich machen kann. Wir haben einen Experten gefragt, wie Honig heilt und ob man jede Sorte aus dem Supermarkt bedenkenlos auf verletzte Haut streichen darf.

Honig tötet hartnäckige Bakterien

Kann Honig helfen, wo Antibiotika immer häufiger versagen? Einige Studien liefern viel versprechende Ergebnisse. Forscher der Universität von Wales in Cardiff behandelten multiresistente Bakterien, so genannte MRSA-Keime, im Labor vier Stunden lang mit Mauka-Honig. Die Forscher entdeckten dass Inhaltsstoffe des Honigs die Bakterien offenbar daran hindern, wichtige Proteine zu produzieren und sie dadurch schwächen. Eine ähnliche Wirkung erhoffen sich Mediziner bei der Behandlung hartnäckiger Nebenhöhlenentzündungen. Mediziner aus Ottawa haben in einem Laborversuch nachgewiesen, dass bestimmte Honigsorten mehr Keime töten als Antibiotika.

Nebenhöhlenentzündung Honig besser als Antibiotika

Medizinischer Honig hat sich bei Wundheilung bewährt

Langjährige und positive Erfahrungen mit Honig in der Wundheilung haben Ärzte der Universitäts-Kinderklinik Bonn. Sie streichen freilich keinen Honig aus dem Supermarkt auf frische Operationswunden, sondern speziellen medizinischen Honig. Oft entstehen Komplikationen, wenn sich eine Vielzahl von Bakterien auf Wunden ansiedelt, bei denen Antibiotika wirkungslos sind. "Medizinischer Honig ist zwar kein Wundermittel, aber eine sehr gute Alternative", sagt Oberarzt Dr. Arne Simon im Gespräch mit t-online.de.

Haushaltshonig besser nicht auf Wunden geben

Zwar gibt es viele Studien, die belegen, dass unterschiedliche Honigsorten antibakteriell wirken. So schwören viele Imker auf Ihren selbstproduzierten Honig als Hausapotheke. Simon gibt zu bedenken: "Aus ärztlicher Sicht ist es nicht ratsam, Haushaltshonig zu verwenden. Das Naturprodukt kann auch Bakteriensporen (unter anderem Clostridium botulinum) und Pilze enthalten, die die Wunde verschlimmern." Honig wird beispielsweise oft als Hausmittel gegen Herpes angepriesen. Davon sollte man die Finger lassen, ist die Meinung vieler Ärzte. Wenn die klebrige Masse auf die Herpesbläschen aufgetragen wird, kann es zu Pilzinfektionen kommen.

Wie sich medizinischer und normaler Honig unterscheiden

Ärzte dürfen zur Wundheilung nur Honig mit einem CE-Zertifikat für Medizinprodukte einsetzen. Der so genannte Medihoney ist durch die Behandlung mit Gamma-Strahlen steril und seine keimtötende Wirkung muss im Laborversuch nachgewiesen werden. Während Antibiotika den zellstoffwechsel von Bakterien angreifen, trocknet Honig sie durch Flüssigkeitsentzug aus. Zudem produzieren Enzyme des Honigs kleine Mengen von desinfizierendem Wasserstoffperoxid. Honig vom Manuka-Strauch (Leptospermum scoparium) enthält einen besonders hohen Anteil antibakteriell wirkender Pflanzenstoffe.

Medizinischen Honig gibt es zu kaufen

Zwar kann man den neuseeländischen Manuka-Honig als Lebensmittel im Versandhandel bekommen, aber nicht jede Sorte ist für die Wundbehandlung zugelassen. Wer auf die Heilkräfte von Honig setzt, aber kein Risiko eingehen will, bekommt medizinischen Honig in der Apotheke. Allerdings ist er um vieles teurer als Haushaltshonig. "Man kann ihn auch vom Hausarzt verschreiben lassen - vorausgesetzt, der Arzt ist gegenüber dieser Methode aufgeschlossen," rät Simon. Es gibt auch fertige Verbände, die mit medizinischem Honig getränkt sind und die Wundheilung beschleunigen.


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Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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