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Ambrosia: "Öko-Test" findet Ambrosia-Samen in Vogelfutter

Ambrosia in Vogelfutter  

Vogelfutter birgt Sprengstoff für Pollenallergiker

06.01.2010, 11:52 Uhr | tze

Ambrosia: Vogelfutter kann Samen des allergieauslösenden Krauts Ambrosia verbreiten. (Foto: imago)Vogelfutter kann Samen des allergieauslösenden Krauts Ambrosia verbreiten. (Foto: imago)Tierfreunde, die Vögeln bei Frost etwas Gutes tun möchten, säen womöglich großes Unheil für Allergiker. Viele Vogelfuttermischungen enthalten Samen der Beifuß-Ambrosie - auch Ambrosia genannt -, das reinste Horrorkraut für Pollenallergiker. Die Pflanze breitet sich in Deutschland immer mehr aus. Das Verbrauchermagazin "Öko-Test" hat zehn Sorten Vogelfutter untersucht. In einigen steckten bis zu dreimal mehr Ambrosia-Samen, als der behördliche Orientierungswert vorgibt.

"Öko-Test" lässt Ambrosia-Samen zählen

"Öko-Test" ließ 28 unterschiedliche Chargen von zehn Futtermischungen im Labor untersuchen. Seit dem letzten Vogelfuttertest vor zwei Jahren sei der Ambrosia-Gehalt zwar zurückgegangen, so das Ergebnis, aber es gebe keinen Grund zur Entwarnung. Mittlerweile verkaufen Hersteller Futtermischungen mit dem Label "Ambrosia kontrolliert". Das Verbraucherschutzministerium empfiehlt, dass Futtermischungen mit weniger als 35 Ambrosia-Samen pro Kilo mit dem Hinweis "geprüft" oder "gereinigt" verkauft werden können. Aber manchmal rutschen trotzdem noch zu viele unerwünschte Samen durch.

Starke Abweichungen von Packung zu Packung

Offensichtlich gibt es starke Abweichungen in der Produktion. In einer Charge Sonneblumenkerne von "Vogelpick" fanden die Tester 99 Ambrosia-Samen pro Kilo, in einer anderen Charge derselben Marke dagegen nur 0,5 pro Kilo. In einer Zweieinhalbkilopackung von Degro zählten sie 85 Samen, während die untersuchten Proben der Kilopackung kaum belastet waren. Was sollen Vogelfreunde also tun, um die allergieauslösende Ambrosia nicht weiter zu verbreiten? "Entweder auf das Vogelfüttern verzichten oder selbst für ambrosiafreies Futter sorgen, indem man die Sonnenblumenkerne durchsiebt", schreibt "Öko-Test".

Unscheinbares Kraut mit gefährlichen Pollen

Ambrosia-Pollen lösen Allergie, Heuschnupfen, Kopfschmerzen und Asthma aus. (Foto: dpa)Ambrosia-Pollen lösen Allergien, Kopfschmerzen und Asthma aus. (Foto: dpa)Ambrosia sieht wie unscheinbares Unkraut aus und ähnelt dem heimischen Beifuß. Doch die Pflanze ist bei Allergikern sehr gefüchtet, denn keine andere Pflanze verbreitet derart starke Pollen-Allergene. Bereits zehn Pollen pro Kubikmeter Luft können ausreichen, um Kopfschmerzen, Heuschnupfen und Asthma auszulösen. Bei vielen Allergikern treten auch Kreuzreaktionen mit Beifuß oder Nahrungsmitteln wie Bananen und Melonen auf. Eine Pflanze kann bis zu einer Milliarde Pollen ausstoßen, die bis zu 100 Kilometer weit fliegen. Ambrosia blüht bis in den Oktober hinein und verlängert die Allergiesaison bis in den Herbst. Bisher kam Ambrosia in Deutschland selten vor. Doch die Klimaerwärmung begünstigt die schnelle Verbreitung der Pflanze. Besonders betroffen sind Brandenburg und Süddeutschland.

Verwechslungsgefahr So erkennen Sie Ambrosia

Eingeschleppt durch Futtermittel

In den meisten Fällen wird Ambrosia mit Futtermitteln eingeschleppt, die Samenkörner der Beifuß-Ambrosia enthalten. Das gilt besonders für Sonnenblumensamen aus Osteuropa, die als Vogelfutter verkauft werden. Gartenbesitzer können dazu betragen, die Ausbreitung von Ambrosia einzuschränken. So ist es wichtig, dass man seinen Garten regelmäßig nach der Pflanze absucht und sie mitsamt der Wurzel ausreißt. Damit sich die Pollen nicht verteilen, sollte das Kraut in der Mülltonne entsorgt werden. Vogelfreunden ist zu empfehlen, die Wintervogelfütterung auf Flächen in ihrem Garten beschränken, die sie regelmäßig kontrollieren.

Ambrosia-Häufung melden

Wer größere Ambrosia-Bestände in seiner Umgebung entdeckt, kann die lokalen Gesundheits- oder Verbraucherschutzämter darüber informieren. So kann das Unkraut bekämpft werden. In einigen Regionen gibt es sogar extra eingerichtete Meldestellen. Unter www.ambrosia.de/ambrosia-meldestellen.html gibt es eine Übersicht mit Telefonnummern zu den Meldestellen.

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