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Zähneknirschen – die unbemerkte Gefahr

Zähneknirschen – die unbemerkte Gefahr

15.09.2010, 15:59 Uhr | amau

Zähneknirschen – die unbemerkte Gefahr. Zähne: Jeder dritte Deutsche knirscht mit den Zähnen (Foto: imago)

Jeder dritte Deutsche knirscht mit den Zähnen (Foto: imago)

Experten schätzen, dass jeder dritte Deutsche mit den Zähnen knirscht. Viele Betroffene ahnen nichts davon, denn das Phänomen tritt häufig im Schlaf auf. Eines Tages wird man dann beim Zahnarzt oder vom genervten Partner darauf aufmerksam gemacht. Fakt ist: Je früher der so genannte Bruxismus behandelt wird, desto besser. Denn das dauerhafte Malträtieren der Zähne kann schmerzhafte Folgen haben.

Probleme durchgekaut

Wir beißen in einer unangenehmen Situation die Zähne zusammen, kauen ein Problem mehrmals durch oder geben zähneknirschend nach. Solche Sprichwörter kommen nicht von ungefähr. Gefühle wie Wut, Ärger oder Anspannung stehen in unmittelbarer Verbindung zu unserem Kauwerkzeug. Ist nachts das Bewusstsein ausgeschaltet, wird der Stress mit Hilfe der Zähne „bewältigt“. Am nächsten Morgen wacht man oft mit Kopfschmerzen auf oder fühlt sich wie gerädert. Auch unebene Füllungen, falsch sitzender Zahnersatz sowie orthopädische Erkrankungen können das Knirschen verursachen.

Gewaltige Beißkraft

Etwa jeder dritte Deutsche knirscht nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde im Schlaf. Frauen im Alter zwischen 30 und 45 Jahren sind besonders häufig betroffen. Typische Symptome: Die Zähne werden fest ineinander verkeilt, gerieben und heftig aufeinander gepresst. Und zwar mit gewaltiger Beißkraft: Der dabei entstehende Kaudruck ist um ein Vielfaches stärker als beim normalen Kauen. Anstatt im Schlaf zu entspannen, mutet man seinem Gebiss damit Schwerstarbeit zu. Das bleibt nicht ohne Folgen.

Folgenreiche Angewohnheit

Bruxismus kann für etliche gesundheitliche Probleme verantwortlich sein. So werden die Zähne abgenutzt und können durch den starken Druck sogar brechen, der Kiefer kann sich entzünden und der Zahnschmelz geschädigt werden. Mit der Zeit reagieren die Zähne überempfindlich auf Kaltes oder Warmes. Weitere mögliche Folgen: Schwindel, Kopf- sowie chronische Kieferschmerzen. Viele Patienten klagen zudem über Rücken- oder Nackenschmerzen und eine verspannte Muskulatur.

Diagnose CMD

Vielleicht steckt hinter dem Zähneknirschen auch eine Störung des Kauapparates, die so genannte Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD). Rund sieben Millionen Deutsche sind davon betroffen. Bei diesem Krankheitsbild ist das Zusammenspiel zwischen Ober- und Unterkiefer gestört. Es wird von Ärzten allerdings nicht immer erkannt. Wer also zusätzlich unter Symptomen wie Kauschwierigkeiten, Knacken der Kiefergelenke, Ohrgeräuschen (Tinnitus) oder Schwindel leidet, sollte seinen Zahnarzt darauf hinweisen. Weitere Informationen finden Sie unter cmd-dachverband.de.

Schluss mit Zähneknirschen

Je früher man etwas gegen regelmäßige Beißattacken unternimmt, desto besser. Ein Anfang ist die so genannte Knirscherschiene, die der Zahnarzt häufig verordnet. Diese schützt das Gebiss vor weiterem Abrieb, die tieferen Ursachen für den Bruxismus bekämpft sie allerdings nicht. Um den inneren Druck, der zum Beispiel durch Stress entsteht, zu lösen, haben sich entspannungsfördernden Maßnahmen wie Yoga, autogenes Training, Atemübungen und Biofeedback bewährt. Auch eine Psychotherapie kann helfen, Sorgen oder Konflikte künftig „knirschfrei“ aufzuarbeiten.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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