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Chirurgie: Unnötige Operationen vor wichtigen Therapien bevorzugt

Unnötige Operationen gegenüber wichtigen Therapien bevorzugt

15.08.2011, 13:50 Uhr | apn

Chirurgie: Unnötige Operationen vor wichtigen Therapien bevorzugt. Chirurgie: Verbandschef der Chirurgen kritisiert, dass Operationen, die Geld bringen, bevorzugt vorgenommen werden. (Foto: dpa)

Verbandschef der Chirurgen kritisiert, dass Operationen, die Geld bringen, bevorzugt vorgenommen werden. (Foto: dpa)

Deutsche Chirurgen haben gravierende Missstände bei der Behandlung von Krankenhauspatienten angeprangert. Reiner Gradinger, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie, sprach im „Focus“-Interview von unnötigen Operationen, die nur aus Kostengründen durchgeführt würden. Dagegen werde auf notwendige Therapien verzichtet, weil sie zu teuer seien, meldete das Nachrichtenmagazin aus dem Gespräch mit dem Verbandschef.

Gradinger: "zunehmende Kommerzialisierung der Medizin"

"Wir leiden unter einer zunehmenden Kommerzialisierung der Medizin: Das heißt, es werden unnötige Eingriffe vorgenommen, weil sie Kliniken oder auch Praxen Geld bringen", wird Gradinger zitiert. Der Ärztliche Direktor des Klinikums rechts der Isar in München wolle die zunehmende Ausrichtung der Medizin am Gewinn statt am Nutzen für den Patienten zu einem der wichtigsten Themen bei dem in Berlin stattfindenden Chirurgenkongress machen.

"Krankenhaus und Praxis verkommen zum Marktplatz"

"Das Krankenhaus und die Praxis verkommen zum Marktplatz, wenn wir das so weiter laufenlassen", sagte Gradinger. So würden beispielsweise bei Patienten mit Rückenschmerzen gewinnbringende, aber wissenschaftlich unbewiesene Therapien gemacht. Gleichzeitig werde etwa bei Hüftprothesen für ältere Patienten gespart. "Ich schließe nicht aus, dass älteren Patienten aufgrund des kommerziellen Drucks eine billigere, zementierte Hüfte eingesetzt wird mit den entsprechend höheren Risiken", sagte Gradinger laut "Focus".

Controller entscheiden heute über Operationen mit

Der ständige Druck beeinflusse die Entscheidungen der Ärzte ganz unbewusst. "Controller entscheiden heute mit. Sie sagen uns, was was kostet", kritisierte der Chirurg. Komme ein Patient in die Klinik, der viel Kosten verursacht, komme im ein oder anderen Haus der Hinweis, ihn doch lieber in eine andere Klinik zu verlegen. Vor allem Chefärzte bekämen Druck von der kaufmännischen Leitung der Krankenhäuser. "Wird das Soll nicht erfüllt, muss er gehen. Zielvereinbarung nennt man das." Gradinger forderte die Ärzte auf, sich auf die Ethik zurückbesinnen: "Das bedeutet, dass nur noch das gemacht werden soll, was medizinisch sinnvoll ist."

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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