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Blut: Angst lässt Blut stocken

Blut kann bei Angst ins Stocken geraten

10.08.2011, 12:18 Uhr | jlu/t-online, t-online.de

Blut: Angst lässt Blut stocken. Blut: Angst lässt das Blut in den Adern stocken. (Foto: imago)

Schreck lass nach: Angst lässt das Blut in den Adern stocken. (Foto: imago)

Bei unheimlichen Geräuschen, Horrorfilmen oder alleine Dunkeln haben viele Menschen Angst: "Das stockt mir das Blut in den Adern" sagen dann die meisten, um ihren Schreck zu beschreiben. Doch was ist dran an dieser Redewendung? Kann Panik wirklich den Blutfluss lahmlegen? Ja, sagen Mediziner. Und auch bei Stress kann Blut ins Stocken geraten.

Blut gerinnt bei Panik schneller

Hinter dem erlahmenden Blutfluss steckt ein wichtiger Überlebensmechanismus: Bei Panik und Stress produziert der Körper mehr Fibrin, einen Stoff, der für die Blutgerinnung verantwortlich ist. Die Fibrinauflösung verlangsamt sich hingegen, dadurch wird das Blut dicker und "stockt" in den Adern. "Evolutionsgeschichtlich ergibt das auch Sinn", sagt Professor Roland von Känel, Chefarzt für psychosomatische Medizin am Universitätsspital Bern, gegenüber "Welt online". Der Mediziner ergänzt: "Wenn unsere Vorfahren durch Angreifer oder wilde Tiere unter Stress gerieten und entweder kämpfen oder fliehen mussten und sich dabei verletzten, war es von Vorteil, wenn das Blut möglichst rasch geronnen ist und so die Wunde verschlossen wurde."

Verengte Herzkranzgefäße erhöhen Risiko für einen Herzinfarkt

Für gesunde Menschen ist die Blutgerinnung bei Panik nicht gesundheitsschädlich. Bei ihnen funktioniert das Blutgerinnungssystem, also die Fibrinbildung und -auflösung ausgewogen: Bei der Gerinnung entsteht zwar ein Blutpfropf, um etwaige Verletzungen abzudichten. Dieser wird jedoch anschließend wieder aufgelöst. Unter bestimmten Umständen ist ins Stocken geratene Blut allerdings gefährlich - zum Beispiel für Personen, die verengte Herzkranzgefäße haben oder unter Bluthochdruck leiden. "Wenn unter seelischer oder körperlicher Anstrengung der Blutdruck steigt, kann bei einem Menschen mit verengten Herzkranzgefäßen die abgelagerte Plaques aufreißen und das Blutgerinnsel, das sich an dieser Wunde bildet, noch ausgeprägter ausfallen als ohne akuten Stress“, erklärt der Berner Mediziner. Das könne dann zum Infarkt führen.

Bei Panik-Attacken lösen sich Blutpfropfen nicht auf

Ein weiterer Risikofaktor ist chronische Angst: Ängstlichen Menschen stockt das Blut schneller in den Adern als anderen - das sagen Forscher der Universität Bonn. Sie verglichen das Blut von Patienten, die unter Panik vor Begegnungen leiden, mit dem Blut einer gesunden Gruppe. Das Ergebnis: Bei den ängstlichen Patienten gerann das Blut, entstandene Blutpfropfen lösten sich nicht wieder auf. Sie haben deshalb ein erhöhtes Thrombose-Risiko. Im Extremfall entsteht durch die Stockung ein Gerinnsel, das eine Herzarterie oder ein Hirngefäß verstopft. "Das heißt aber nicht, dass alle Angstgestörten einen Herzinfarkt erleiden", sagt die Studienleiterin Franziska Geiser. Eine tatsächliche Gefährdung ergebe sich erst, wenn andere Risikofaktoren wie Rauchen und Übergewicht dazu kämen.

COPD-Patienten haben oft dickes Blut

Auch wer an der Lungenkrankheit COPD leidet neigt dazu, dickeres Blut zu bilden. Der Grund: Der Atemstrom ist durch verengte Bronchien und geschwollenen Lungenbläschen vermindert. Dadurch verschlechtert sich bei COPD-Patienten der Gasaustausch in der Lunge, der Sauerstoffgehalt im Blut sinkt. Wegen der geringeren Sauerstoffsättigung im Blut bilden sich vermehrt rote Blutkörperchen. Die Folge: Das Blut verdickt sich. Mediziner nennen diesen Vorgang Polyglobulie.

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