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Bluthochdruck, Arthrose, Diabetes: Von wegen Alte-Leute-Krankheit

Nicht nur Oma hat Bluthochdruck

10.08.2011, 12:18 Uhr | jlu/t-online, t-online.de, dapd

Bluthochdruck, Arthrose, Diabetes: Von wegen Alte-Leute-Krankheit. Bluthochdruck, Arthrose, Diabetes: Von wegen Alte-Leute-Krankheit (Foto: imago)

Von wegen Alterskrankheit: Viele Jüngere haben Bluthochdruck. (Foto: imago)

Bluthochdruck, Arthrose, Diabetes: Ist von diesen Krankheiten die Rede, denken die meisten vor allem an typische Beschwerden von Oma und Opa. Doch damit liegen sie falsch: An vielen vermeintlichen Alterskrankheiten leiden immer öfter auch junge Menschen. Verantwortlich dafür ist in der Regel ein ungesunder Lebensstil mit wenig Bewegung, viel Stress, fettigem Essen und Rauchen. Wer die Risikofaktoren kennt und die Alarmsignale seines Körpers ernst nimmt, kann schlimme Folgeschäden verhindern und bestenfalls einer Erkrankung vorbeugen. Wie Sie die Symptome erkennen, lesen Sie hier.

 

Bluthochdruck kann jeder bekommen - auch Kinder

Bluthochdruck kann also jeden treffen. Bereits ein Viertel der deutschen Erwachsenen unter 65 leidet unter einer Hypertonie. Da ein hoher Blutdruck nicht wehtut, nehmen viele Betroffene die Symptome wie Schwindel oder Kopfschmerzen nicht ernst. Dies ist fatal: Unbehandelt können zu hohe Werte zu Nierenversagen, Herzinfarkt oder Schlaganfall führen. Ärzte vermuten, dass schon jetzt fast jeder zweite Todesfall in Deutschland auf die Folgen von Bluthochdruck zurückzuführen ist. Hinzu kommt, dass immer mehr Kinder und Jugendliche unter Hypertonie leiden. "Sie sind die neue Risikogruppe", sagt Detlev Ganten, Vorstandsvorsitzender der Berliner Charité. "Es gibt bei den unter 18-Jährigen eine Zunahme in allen Bevölkerungsschichten." Schon jetzt habe ein Prozent aller Minderjährigen einen zu hohen Blutdruck und immerhin knapp 20 Prozent hätten ein erhöhtes Risiko. Schuld daran sind vor allem Übergewicht, ungesunde Ernährung und Bewegungsmangel.

Diabetes kann verhindert werden

Auch die Alterdiabetes wird ihrem Namen oft nicht mehr gerecht: Die Patienten werden immer jünger. Das teilte der Dresdner Weltkongress Diabetes-Prävention mit. Von den 35- bis 44-Jahrigen sind demnach rund zehn Prozent betroffen. Die Hauptgründe für die Überzuckerung sind neben erblicher Veranlagung meistens Übergewicht, vor allem am Bauch, und zu wenig Bewegung. Beide Faktoren verhindern, dass der Stoffwechsel den aufgenommenen Zucker als Energie in die Zellen transportiert. Stattdessen bleibt der Zucker im Blut und schädigt im Laufe der Jahre Nerven und Gefäße. Viele Betroffene erkennen nicht, dass ihre Blutzuckerwerte erhöht sind, weil die Symptome kaum fassbar sind. Deshalb ist es wichtig, die Werte ab dem 35. Lebensjahr regelmäßig überprüfen zu lassen. Wird eine Typ 2-Diabetes rechtzeitig erkannt, lässt sie sich oft noch abwenden. 

10.000 Jüngere erleiden jedes Jahr einen Schlaganfall

Jedes Jahr erleiden rund 200.000 Deutsche einen Schlaganfall, mehr als 10.000 Betroffene sind unter 50, so die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe. Die Ursachen eines Hirninfarktes sind in jungen und alten Jahren prinzipiell die gleichen: Eine Durchblutungsstörung im Gehirn, die durch verstopfte oder geplatzte Gefäße ausgelöst wird. Sie unterscheiden sich jedoch in ihrer Häufigkeit. Anders als bei älteren Betroffenen ist bei den unter 50-Jährigen jeder zweite Schlaganfall durch eine Blutung bedingt. Zudem führen oft genetisch bedingte Herz- oder Stoffwechselerkrankungen zum Schlaganfall. Ablagerungsprozesse, die sogenannte Arterienverkalkung, sind bei Jüngeren hingegen seltener der Auslöser für einen Schlaganfall. 

Die ersten Rheumasymptome treten vor dem 30. Lebensjahr auf

Nach Schätzungen der Deutschen Rheuma-Liga haben rund neun Millionen Deutsche Rheuma. Was die meisten nicht wissen: Von der schmerzhaften Entzündung der Gelenke sind viele Menschen im mittleren Lebensalter. Die ersten Rheumasymptome treten oft bereits zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr auf. Das Problem: Die meisten wissen nichts von ihrer Krankheit, weil sie ihre Gelenkschmerzen nicht mit Rheuma in Verbindung bringen. Was die Krankheit auslöst, ist nicht bekannt. Deshalb kann man der Krankheit weder vorbeugen, noch ist sie heilbar. Deshalb ist es wichtig, mit Beschwerden rechtzeitig zum Arzt zu gehen. Dann kann man wenigsten das Fortschreiten der Krankheit und schlimme Folgeschäden verhindern.

Auch Arthrose, eine Unterform von Rheuma, gilt als typische Alte-Leute-Krankheit. Die Deutsche Rheuma-Liga geht davon aus, dass rund fünf Millionen Deutsche betroffen sind - darunter viele Jüngere. Ein Grund: Häufig wird Arthrose vererbt. Vorbeugen kann man einer Erkrankung nicht. Doch wer sich gesund ernährt, Übergewicht reduziert und moderat Sport treibt, kann den Krankheitsverlauf zumindest positiv beeinflussen. 

Wenig Stress senkt das Herzinfarkt-Risiko

Fast 300.000 Deutsche haben jedes Jahr einen Herzinfarkt, 15.000 Betroffene sind unter 40 Jahre alt sind. Gefährdet ist, wer raucht, sich ungesund ernährt, viel Stress hat und sich wenig bewegt. Denn dies verengt die Gefäße und begünstigt damit Herzkrankheiten. Das Tückische am Herzinfarkt: Die Beschwerden lassen zunächst wieder nach. "Wer Schmerzen im Brustraum verspürt, sollte die Ursache immer von einem Arzt abklären lassen", rät der Herzspezialist Professor Hans-Jürgen Becker von der Deutschen Herzstiftung. Es gibt auch Infarkte ohne vorherige Schmerzen oder Schwächeanfälle. Um einem Herzinfarkt vorzubeugen, sollte man ab dem 40. Lebensjahr sein Herz regelmäßig untersuchen lassen. Hat ein Familienmitglied bereits einen Infarkt erlitten, sollte sein Herz bereit ab dem 20. Lebensjahr checken lassen. Auch eine gesunde Ernähung kann einen Infarkt vermeiden: "Wir empfehlen mediterrane Kost: Der Herzschutz dieser Ernährung ist wissenschaftlich bewiesen", sagt Becker.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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