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Gesundheit: So steht es um die Gesundheit der Deutschen

So steht es um die Gesundheit der Deutschen

10.08.2011, 10:18 Uhr | AP / tze

Gesundheit: So steht es um die Gesundheit der Deutschen. Gesundheit: Wie gesund leben die Deutschen? (Grafik: imago)

Wie ticken die Deutschen? (Grafik: imago) (Quelle: imago images)

Im Großen und Ganzen sind die Deutschen gesünder als in den 1990er Jahren. Aber Gesundheit und Lebenserwartung hängen stark vom sozialen Status ab. Außerdem sind viele Deutsche zu dick. Das zeigt die GEDA-Studie 2009 "Gesundheit in Deutschland", für die das Robert-Koch-Institut (RKI) mehr als 21.000 Bürger am Telefon befragt hat. Hier lesen Sie, welche chronischen Krankheiten zunehmen. Wir haben überraschende Fakten aus der Studie zusammengetragen, und unsere Gesundheitstests zeigen Ihre eigenen Risiken.

Armut macht krank

Menschen mit schwächeren sozialen Status stehen in vieler Hinsicht gesundheitlich schlechter da als der Durchschnitt. Vor allem Arbeitslose, alleinerziehende Frauen sowie Kinder, die in Armut aufwachsen, hätten ungünstigere Gesundheitschancen, heißt es in der Studie. Chronische Leiden wie Schlaganfälle, Rückenschmerzen und psychische Erkrankungen sind demnach in der Unterschicht häufiger als in der Oberschicht. Eine Ursache, so vermuten Experten, könnte ein gering ausgeprägtes Gesundheitsbewusstsein sein. So treiben sozial benachteiligte Menschen seltener Sport als Angehörige der Mittel- oder Oberschicht. Und auch die Ernährung spielt eine Rolle: In sozial schwachen Schichten ist der Anteil Übergewichtiger besonders hoch.

Viele Deutsche sind zu dick

Aber die Deutschen sind insgesamt zu dick: Die Hälfte der Frauen und zwei Drittel der Männer haben Übergewicht. Mit steigendem Alter nimmt die Zahl zu, obwohl sich die Ernährungsgewohnheiten seit Ende der 1980er Jahre verbessert haben. Die Deutschen verzehren mehr Obst, Gemüse und insgesamt mehr ballaststoffreiche Kost, greifen aber zugleich auch häufiger zu Fertigprodukten und Fast-Food.

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Bald ein Volk von Alterskranken?

Der Anteil der Alten an der Bevölkerung steigt. Dies wird in der Studie als größte Herausforderung für das Gesundheitssystem bezeichnet. Erkrankungen wie Krebs, Diabetes, Schlaganfall oder Demenz nehmen mit steigendem Lebensalter zu. Dadurch relativierten sich die insgesamt eher positiven Trends der vergangenen Jahre, heißt es. "Zukünftig werden immer mehr ältere Menschen mit chronischen Krankheiten eine gute Behandlung und Pflege benötigen."

Diabetes ist längst eine Volkskrankheit

Bei den über 65-Jährigen hat seit 2003 beispielsweise die Zahl der Zuckerkranken stark zugenommen. Inzwischen leidet jeder fünfte Deutsche in dieser Altersgruppe an Diabetes mellitus. Bis 44 Jahre sind nur zwei Prozent der Bevölkerung erkrankt, doch mit zunehmendem Alter steigt die Quote steil an. Mögliche Gründe dafür sind, dass Risikofaktoren stärker ausgeprägt sind, und dass durch verbesserte Früherkennung mehr Erkrankungen entdeckt werden.

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Die Knochen bereiten vielen Frauen Schmerzen

Jede vierte Frau ist an Arthrose erkrankt; bei den über 65-Jährigen sogar jede zweite. 17 Prozent der Frauen über 50 haben Osteoporose (brüchige Knochen), sieben Prozent Arthritis. Männer sind von diesen Krankheiten nur halb so häufig betroffen.

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Test Wie hoch ist Ihr Osteoporose-Risiko? (für Frauen)
Test Wie hoch ist Ihr Osteoporose-Risiko? (für Männer)

Männerherzen sind in Gefahr

Männer leiden dagegen häufiger an koronaren Herzerkrankungen. Jenseits der 65 wird der Geschlechterunterschied am deutlichsten: 28 Prozent der Männer und 19 Prozent der Frauen sind betroffen. Bei den Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist gegenüber 2003 ein Rückgang zu verzeichnen, doch sie zählen weiterhin zu den häufigsten Todesursachen. Kein Wunder, denn die Risikofaktoren sind weit verbreitet: Ein Viertel der Befragten hat Bluthochdruck, ein Fünftel hat erhöhte Blutfettwerte, und ein Sechstel ist fettleibig.

Die Seele leidet bei jedem Zehnten

Psychische Erkrankungen sind bei den Deutschen häufiger geworden. Ein Zehntel der Befragten klagt über seelische Leiden, darunter mehr Frauen als Männer. 15 Prozent der Frauen und 8 Prozent der Männer durchleben innerhalb eines Jahres eine Depression. Jede fünfte Frau und fast jeder zehnte Mann hat eine Angststörung.

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Asthma wird häufiger

Jede zehnte Frau und jeder zwölfte Mann leidet unter Asthma. In allen Altersgruppen gibt es mehr Asthmakranke als 2003.

Dennoch steigt die Lebenserwartung

Trotz alledem hat sich die Lebenserwartung in Deutschland deutlich erhöht: Bei Frauen stieg sie seit 1990 um 2,8 Jahre auf 81,6 Jahre, bei Männern um 3,8 Jahre auf rund 76 Jahre. Weniger Menschen sterben an Krebs. Nur ein Zehntel der Bevölkerung bezeichnet sich als gesundheitlich stark eingeschränkt. Weitere positive Entwicklungen: Seit der letzten Befragung im Jahr 2003 treiben mehr Deutsche regelmäßig Sport, die Zahl der Raucher ist gesunken und Jüngere leiden seltener an chronischen Krankheiten.

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Die Gesundheit der Deutschen im Visier

Die Studie GEDA 2009 ist Teil Gesundheitsmonitorings, das das Robert-Koch-Institut (RKI) im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums durchführt. Sie ergänzt die Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland (DEGS) und die Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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