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Trinkwasser: Jede achte Leitung enthält Keime

Trinkwasser  

Keime im Trinkwasser: Was Verbraucher beachten sollten

10.11.2010, 08:31 Uhr | cme

Trinkwasser: Jede achte Leitung enthält Keime. Trinkwasser: Wenn das Wasser aus dem Hahn kommt, ist es nicht mehr keimfrei. (Foto: imago)

Wenn das Wasser aus dem Hahn kommt, ist es nicht mehr keimfrei. (Foto: imago)

Wasser gilt als das am besten kontrollierte Lebensmittel in Deutschland. 122 Liter verbraucht jeder täglich – so das Statistische Bundesamt. Doch gerade auf den letzten Metern zum Hahn sammeln sich in den Leitungen Bakterien. Wie stark das Wasser in öffentlichen Gebäude verkeimt ist, hat ein Verbundprojekt zur Trinkwasserqualität in der Hausinstallation des Biofilm Centre an der Uni Duisburg-Essen untersucht. Das Ergebnis: In über 13 Prozent der Warmwasser-Systeme befinden sich Legionellen, in drei Prozent so genannte Pseudomonas-Bakterien. Lesen Sie hier, für wen das gefährlich werden kann und wie Sie sich schützen können.

Legionellen und Pseudomonas im Trinkwasser

Die Forscher werteten mehr als 20.000 Messungen an öffentlichen Gebäuden durch die Gesundheitsämter aus. In über 13 Prozent der Warmwasser-Systeme wurden Legionellen gefunden. Das sind Erreger, die bei geschwächten Menschen die so genannte Legionärskrankheit - eine Art Lungenentzündung - auslösen können. Für gesunde Menschen ist der Keim ungefährlich. In drei Prozent der Proben wurde der Krankheitserreger Pseudomonas aeruginosa gefunden. Auch er ist nur für geschwächte Menschen gefährlich und kann Lungenentzündungen, Harnwegsinfekte oder hartnäckige Infektionen bei Brandwunden verursachen.

Biofilme in den Leitungen: ein Paradies für Bakterien

„Trinkwasser ist nicht steril, und muss es auch nicht sein. Es enthält Bakterien, die vollkommen ungefährlich sind“, sagt Prof. Hans-Curt Flemming, Leiter des Biofilm Centre. Das Erfolgsrezept der Wasserwerke bestehe darin, den Bakterien die Nährstoffgrundlage zu entziehen. Das ergebe so genanntes stabiles Trinkwasser. Doch der Weg zum Verbraucher ist lang. "Hinter der Wasseruhr beginnt eine Grauzone: die Hausinstallation", sagt Flemming. „Wenn diese ausgehungerten Keime nun auf Materialien treffen, die ihnen Nährstoffe bieten, dann eröffnet sich ihnen das Paradies." In Kunststoffzusätzen oder Farbstoffen - zum Beispiel von Duschschläuchen und Dichtungen - setzen sich die Keime fest und bilden dicke Biofilme. Darin können sich auch Krankheitserreger einnisten, die später ausgeschwemmt werden und das Wasser kontaminieren.

Problem für Krankenhäuser und Altenheime

"Das Problem der Bakterien im Trinkwasser ist seit langem bekannt", sagt Prof. Werner Mathys vom Universitätsklinikums Münster gegenüber t-online.de. "Für junge, gesunde Menschen ist das aber kein Problem", so der Hygiene-Experte. In Krankenhäusern und Pflegeheimen hingegen müssten besondere Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden. Denn für Menschen mit schwachem Immunsystem könne vor allem der Pseudomonas-Keim gefährlich werden.

Wasser verbrauchen verringert die Keimzahl

Wer die Keimbelastung im eigenen Haushalt verringern will, muss Mathys zufolge vor allem eins tun: Wasser verbrauchen. "Wenn Wasser in der Leitung steht, verdirbt es", sagt der Hygiene-Experte. Vor allem nach einem Urlaub oder wenn ein Wasserhahn länger nicht benutzt wurde, empfiehlt es sich, das Wasser einige Zeit laufen zu lassen. Zudem sei es sinnvoll, den Warmwasserregler richtig heiß zu stellen. Dies widerspreche zwar vielen Empfehlungen zum Energiesparen, sei aber hygienischer. Als langfristige Maßnahme rät der Experte, die Wasser-Installationen im Haus auf moderne Materialien umzustellen, die eine Besiedlung mit Keimen minimieren.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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