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Männergesundheitsbericht: Herzinfarkt, Alkoholismus und Depression besonders häufig

Gesundheitsreport: Männer, das vernachlässigte Geschlecht

10.08.2011, 10:17 Uhr | afp

Männergesundheitsbericht: Herzinfarkt, Alkoholismus und Depression besonders häufig. Männer sind oft kränker als sie zugeben. (Foto: imago)

Männer sind oft kränker als sie zugeben. (Foto: imago) (Quelle: imago images)

Die Krankheiten der Männer bleiben nach einer neuen Studie oft unbehandelt, weil sie nicht erkannt werden - dies gilt besonders dann, wenn es sich um psychische Erkrankungen handelt. In dem heute veröffentlichten ersten deutschen Männergesundheitsbericht werden Männer deshalb als das "vernachlässigte Geschlecht" bezeichnet. Sie sterben häufiger an Herzinfarkt und begehen öfter Selbstmord als Frauen.

"Männer, nehmt eure Krisen ernst"

"Männer, nehmt eure Krisen ernst - die körperlichen, wie die seelischen", forderte Matthias Stiehler, einer der Autoren. Der Bericht zur gesundheitlichen Lage des männlichen Geschlechts wurde gemeinsam von der Stiftung Männergesundheit und der Deutschen Gesellschaft für Mann und Gesundheit mit Unterstützung der Deutschen Krankenversicherung (DKV) erstellt. Nachdem ein Bericht zur Frauengesundheit schon 2001 veröffentlicht worden war, stellt dieser Report erstmals die Männer, ihr Verhalten und ihre Gesundheitsversorgung in den Mittelpunkt.

Hauptrisiken: Herzinfarkt, Alkoholismus und Depressionen

2009 starben fünf Mal so viele Männer zwischen 40 und 50 Jahren an Herzinfarkt wie Frauen. Auch begehen drei Mal so viele Männer in dieser Altersgruppe Selbstmord wie Frauen. Alkoholismus und Depressionen bei Männern würden häufig als Erkrankungen nicht erkannt, berichtete die Autorin Anne Maria Möller-Leimkühler. Sie sprach von einer "eklatanten Unterversorgung alkoholkranker Männer". Auch bei Diabetes, Lungenkrebs, Gicht und Fettleibigkeit führen Männer die Statistik an.

Erektionsstörungen immer häufiger

Bei einer besonders sensiblen Männerkrankheit sieht die Wissenschaft ebenfalls einen Negativtrend: "Erektionsstörungen haben seit den 70er Jahren zugenommen", sagte der Männer-Gesundheitsforscher Frank Sommer. Studien zeigten, dass 20 Prozent der Männer zwischen 30 und 80 Jahren Erektionsprobleme hätten. Der Bericht geht von insgesamt vier bis sechs Millionen Männern in Deutschland mit dieser Krankheit aus.

Lebensstil macht Männer krank

Auf Negativtrends bei der Männergesundheit verweist auch die Techniker Krankenkasse (TK). So erhalten Männer deutlich mehr Herzmittel als Frauen, wie eine Auswertung von Rezepten für 3,4 Millionen Versicherte ergab. Fast die Hälfte der 2009 für Männer verschriebenen Arzneimittel waren Herz-Kreislauf-Mittel. Bei Frauen lag der Anteil nur bei 22 Prozent. Ursache ist laut TK nicht nur der demografische Wandel, sondern vor allem ein ungesunder Lebensstil. Laut einer Forsa-Umfrage für die TK isst mehr als die Hälfte der Männer, was ihnen schmeckt - und zwar unabhängig davon, ob es gesund ist oder nicht. Jeder vierte Mann gab an, Fleisch, Wurst und Eier täglich auf dem Speisezettel zu haben. Bei den Frauen ist dies nicht einmal jede Zehnte.

Warum Männer früher sterben

Familienministerin Kristina Schröder (CDU) kritisierte, dass die Gesundheit von Männern bisher zu wenig beachtet worden sei. Sie wies darauf hin, dass die Lebenserwartung von Männern weiterhin mehr als fünf Jahre unter der von Frauen liege. Davon sei aber nur ein Jahr rein "biologisch" zu erklären. Andere Faktoren seien sozialer und kultureller Art, dazu zähle unter anderem die Arbeitswelt. Männer machten häufiger Schichtarbeit, hätten gefährlichere Berufe als Frauen und arbeiteten bis hin zur "Selbstausbeutung". Die Ministerin will Rahmenbedingungen schaffen, "damit Männer gesünder leben können". Unter anderem nannte sie die Förderung von 30- oder 35-Stunden-Wochen in den Arbeitsverträgen.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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