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Schilddrüse: Vorsorgeuntersuchung ist ab 40 Pflicht

Ärzte raten zum Schilddrüsencheck ab 40

05.04.2012, 17:42 Uhr | cme/vdb

Schilddrüse: Vorsorgeuntersuchung ist ab 40 Pflicht. Schilddrüse: Ab 40 sollte man zur Vorsorge gehen. (Foto: Archiv)

Schilddrüse: Ab 40 sollte man zur Vorsorge gehen. (Foto: Archiv)

Die Schilddrüse sitzt am Hals und fällt den meisten Menschen kaum auf. Doch jeder Dritte leidet unter Beschwerden, für die das schmetterlingsförmige Organ verantwortlich ist. Das Tückische daran: Die Symptome sind häufig unklar. Ärzte raten deshalb Menschen ab 40 zu einer jährlichen Kontrolluntersuchung. Machen Sie unsere Online-Tests und finden Sie heraus, ob Sie Anzeichen einer Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse haben.

Kranke Schilddrüse: In Deutschland ist jeder Dritte betroffen

Die Schilddrüse erfüllt wichtige Aufgaben im Stoffwechsel und hat deshalb Einfluss auf Leistungsfähigkeit, Wachstum und Psyche. Ihre Hauptaufgabe besteht darin, verschiedene Hormone zu bilden. Sie regulieren beispielsweise den Fettstoffwechsel, die Schweißproduktion und die Darmtätigkeit. Außerdem wirken sie auf das Herz-Kreislauf-System: Die Hormone können die Blutgefäße erweitern, den Herzschlag beschleunigen und den Blutdruck erhöhen. Produziert die Schilddrüse zu viel oder zu wenig Hormone, kommt es zu Beschwerden. In Deutschland leidet etwa jeder dritte Erwachsene an einer Überfunktion oder Unterfunktion der Schilddrüse.

Abtasten, Ultraschall und Bluttest

Doch vielen Betroffenen ist nicht bewusst, dass eine Fehlfunktion der Schilddrüse schuld an ihren Beschwerden ist: Wer sich schlapp fühlt, schnell friert oder plötzliche Gewichtsprobleme hat, sollte einen Arzt aufsuchen. Bei einem Schilddrüsen-Check tastet dieser zunächst die Halsregion ab. So kann er eine vergrößerte Schilddrüse oder knotenförmige Veränderungen erkennen. Besteht der Verdacht auf eine kranke Schilddrüse, wird eine Utraschall-Untersuchung durchgeführt. Durch sie können Größe und Lage der Schilddrüsenveränderung festgestellt werden. Die Schilddrüse produziert unter anderem die Hormone Thyreotropin (TSH), Trijodthyronin (T3) und Thyroxin (T4). Anhand eines Bluttests kann untersucht werden, in welcher Konzentration Thyreotropin im Körper vorkommt. Ein hoher TSH-Wert bei gleichzeitig niedrigen T3 und T4-Werten weist auf eine Schilddrüsenunterfunktion hin.

Symptome häufig unklar

"Bei jungen Menschen ist die Unterfunktion recht verbreitet", sagt Dr. Mathias Beyer, Endokrinologe aus Nürnberg. Dabei funktioniert der Stoffwechsel nur langsam. "Blasse Haut, ein gesteigertes Kälteempfinden, Gewichtszunahme und niedriger Blutdruck sind Symptome, die auf eine Erkrankung hindeuten können", sagt Beyer. Allerdings sind die Symptome am Anfang recht unspezifisch. "Wer über einen langen Zeitraum Beschwerden hat, sollte beim Arzt die Schilddrüsenwerte bestimmen lassen", rät Beyer.

Wann Schilddrüsenerkrankungen gefährlich werden

Eine Überfunktion zeigt sich dadurch, dass die Betroffenen abnehmen, obwohl sie genug essen. Sie schwitzen schneller und bauen Muskeln ab. Weitere Symptome sind Haarausfall, Konzentrationsstörungen, Herzrasen und Schlafstörungen. Zu diesen Beschwerden kommt es, weil die Schilddrüse zu viele Hormone produziert und dadurch den Stoffwechsel beschleunigt. Eine unbehandelte Überfunktion kann zu Herzrhythmusstörungen führen und sogar lebensbedrohlich werden. Daher sollte man die genannten Beschwerden ernst nehmen. Bei älteren Menschen sind zudem heiße oder kalte Knoten und ein sogenannter Kropf weit verbreitet. Heiße Knoten gehen immer mit einer Überfunktion der Schilddrüse einher. Kalte Knoten produzieren keine Schilddrüsenhormone. Allerdings sollte abgeklärt werden, ob die Knoten möglicherweise bösartig sind.

Jodmangel kann krank machen

Schuld an Erkrankungen der Schilddrüse ist häufig ein Jodmangel. Denn zur Produktion der beiden Hormone T3 und T4 benötigt der Körper Jod. Da er kein Jod bilden kann, muss man das Spurenelement über das Essen aufnehmen. Täglich sollten es etwa 200 Mikrogramm sein. Zwar werden unsere Lebensmittel wie zum Beispiel Speisesalz mit Jod angereicht, doch reicht das häufig nicht. Besonders in Zeiten von Hormonumstellungen wie in der Pubertät, den Wechseljahren oder einer Schwangerschaft kann Jodmangel entstehen. Sprechen Sie am besten mit Ihrem Arzt und fragen ihn, ob sie zusätzliche Jodopräparate einnehmen sollten. Am besten ist es jedoch, sich bewusst zu ernähren und jodhaltige Lebensmittel zu sich zu nehmen. Besonders gut sind Meeresfische, vor allem Schellfisch, Seelachs und Brathering, Champignons, Brokkoli und Feldsalat.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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