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Was tun, wenn man einen Behandlungsfehler vermutet?

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Was tun, wenn man einen Behandlungsfehler vermutet?

26.03.2013, 13:37 Uhr | je (CF)

Statistiken belegen, dass die Zahl der Behandlungsfehler in Deutschland zunimmt. Die genaue Höhe lässt sich aufgrund eines fehlenden zentralen Melderegisters allerdings nicht beziffern. Umso wichtiger ist es, dass Patienten, die glauben falsch behandelt worden oder gar Opfer eines Ärztepfuschs geworden zu sein, wissen, an wen Sie sich wenden können.

Behandlungsfehler: Hohe Dunkelziffer vermutet

Wie das Magazin "Stern" berichtet, bestätigte der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) für das Jahr 2011 insgesamt mehr als 4.000 Behandlungsfehler in Krankenhäusern oder durch niedergelassene Ärzte. Er prüfte dabei etwa 12.700 Verdachtsfälle. Die Bundesärztekammer stellte laut "Focus" nur knapp 2.300 falsche Behandlungen bei rund 7.500 Klagen durch Patienten fest. Die Dunkelziffer sei laut einhelliger Meinung von Experten allerdings viel höher. Der Grund ist bekannt: "Behandlungsfehler werden nirgends gebündelt erfasst", sagt Christopher Kranich, Patientenbeauftragter der Hamburger Verbraucherzentrale, gegenüber dem "Stern". Was können Patienten also tun, wenn sie den Verdacht haben, einem Ärztepfusch zum Opfer gefallen zu sein?

Ansprechpartner bei vermutetem Ärztepfusch

Bevor Sie eine Beratungsstelle aufsuchen, sollten Sie Ihr Recht in Anspruch nehmen, Kopien Ihrer Behandlungsakten anzufordern. Wenn Sie einen Behandlungsfehler vermuten, sollte Ihr erster Ansprechpartner dann eine unabhängige Instanz sein. Dazu zählen beispielsweise die Patientenberatung der Verbraucherzentralen, die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) oder der Deutsche Patientenschutzbund (DPSB). Die Beratung ist hier in der Regel kostenfrei; sollten Sie auch eine juristische Expertenmeinung benötigen, müssen Sie allerdings mit geringen Gebühren rechnen. Sie erhalten in jedem Fall Informationen, wie in Ihrem persönlichen Fall sinnvoll vorzugehen ist.

Weiterer Ansprechpartner kann der MDK sein, bei dem Sie im Verdachtsfall ein kostenloses Gutachten in Auftrag geben können. Allerdings ist dieses später nicht verbindlich, Ärzte und Kliniken können es anfechten. Gleiches gilt für Gutachten, die Sie bei den Schlichtungsstellen der Ärztekammern in Auftrag geben können.

Sollten Patienten ihren Fall vor Gericht bringen?

Fällt ein Gutachten zu Ihren Gunsten aus, lässt sich häufig ein außergerichtlicher Vergleich arrangieren. Hierbei ist es sinnvoll, einen auf Medizinrecht spezialisierten Anwalt hinzuzuziehen, um eine angemessene Entschädigung zu erhalten. Kommen Patienten und verantwortliche Ärzte oder Krankenhäuser hier nicht zusammen, ist nichts dagegen einzuwenden, den Fall vor Gericht zu bringen.

Anders sieht es aus, wenn durch das Gutachten kein Behandlungsfehler belegt werden kann. In diesem Fall sind Ihre Chancen laut Expertenmeinung äußerst gering, erfolgreich aus dem Prozess hervorzugehen. Das heißt nicht, dass Sie sich geschlagen geben müssen, sollten Sie sich dennoch im Recht fühlen. Allerdings sollten Sie schon etwas in der Hand haben, um den Behandlungsfehler durch einen medizinischen Beweis belegen zu können. Weitere Gutachten könnten in diesem Fall ratsam sein. Andernfalls drohen Sie, auf den hohen Prozesskosten sitzen zu bleiben. ("Weisse Liste": So finden Sie das richtige Krankenhaus)

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