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Hintergrund: Sprossen verursachen oft Infektionen


Hintergrund: Sprossen verursachen oft Infektionen

06.06.2011, 10:18 Uhr | ts/AFP

Hintergrund: Sprossen verursachen oft Infektionen. EHEC: Sprossen gelten als Verursacher. (Foto: imago)

Behörden heben Verzehrwarnung für Sprossen auf. (Foto: imago)

Nach Ansicht des Mikrobiologen Alexander Kekulé sind Sprossen als möglicher Auslöser für die EHEC-Epidemie "sehr plausibel". Es habe in der Vergangenheit schon häufiger solche durch Sprossen verursachten Ausbrüche gegeben. Für Lebensmittelprüfer gelten Sprossen als teilweise hoch belastete Produkte. Auch das Selbstzüchten von Sprossen ist risikobehaftet.

Sprossen häufig schuld an Durchfallerkrankungen

So erkrankten in Japan nach Angaben des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit bereits vor Jahren über 10.000 Menschen an einer EHEC-Infektion, nachdem sie Rettichsprossen verzehrt hatten. Auch hierzulande wurden immer wieder erhöhte Keimbelastungen auf Sprossen gefunden. 2008 entdeckte das Institut für Hygiene und Umwelt in Hamburg bei einer Untersuchung verschiedener Sprossen, dass jede zehnte Probe mit Salmonellen belastet war. 2009 untersuchte das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) 59 Proben von frischen, fertig verpackten Sprossen und Keimlingen aus dem Einzelhandel. Das Ergebnis zeigte, dass Keime sich rasant vermehrten und am Ende des Mindesthaltbarkeitsdatums eine "überdurchschnittlich hohe Keimbelastung" bestand.

Selbst züchten ist nicht sicherer

Der Keimungsprozess von Sprossen - zum Vergrößern aufs Bild klicken. (Grafik: dpa)Der Keimungsprozess von Sprossen - zum Vergrößern aufs Bild klicken. (Grafik: dpa) Die Bedingungen, unter denen Sprossen keimen, seien ideal für die Vermehrung von Bakterien, sagte der Mikrobiologe Alexander Kekulé im NDR. Die Erreger seien zudem nicht wie bei Gurken oder Tomaten auf der Schale, sondern "richtig drinnen" in den Sprossen und könnten nicht abgewaschen werden, fügte er hinzu. Wer Sprossen selbst auf der Fensterbank züchtet, ist deshalb nicht sicherer als wenn er sie kauft. "Bei professionellen Herstellern können Sie immerhin von Eigenkontrollen und regelmäßigen Desinfektionen ausgehen", erklärt Sinje Köpke vom Institut für Hygiene und Umwelt in Hamburg. "Sprossen selbst zu züchten sei daher nicht sicherer, eher im Gegenteil."

Sprossen nicht roh verzehren

Gesundheitsbehörden raten daher seit langem vom Verzehr von rohen Sprossen ab. Das gilt insbesondere für Risikogruppen wie Kinder, Senioren, Schwangere und Menschen mit geschwächtem Immunsystem. Zu groß sei die Gefahr, sich mit E.coli-Bakterien, Salmonellen oder Viren zu infizieren. Um Durchfallerkrankungen zu verhindern, müssen Keimlinge für mindestens zehn Minuten bei einer Kerntemperatur von 70 Grad Celsius erhitzt werden. Alternativ kann auch Ware aus dem Glas verwendet werden.


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